Als sich eine lange Sommer-Vorbereitung dem Ende zuneigte, gab es Redebedarf beim Fußball-Drittligisten Rot-Weiss Essen. Neuzugang Marek Janssen, der erst ein halbes später vom Regionalligisten SV Meppen zur Hafenstraße gewechselt war, musste sich im Gespräch mit Trainer Uwe Koschinat unangenehme Dinge anhören. Dem 28-Jährigen wurde nur wenige Wochen nach seinem Dienstantritt bei seinem neuen Arbeitgeber nahegelegt, sich einen neuen Klub zu suchen. Ein möglicher Abnehmer wäre Ligarivale TSV Havelse gewesen.

Der 1,95 Meter große Stürmer lehnte das „Angebot“ ab und wollte sich in Essen durchsetzen. Janssen zeigte großen Kampfgeist. Diese einmalige Chance bei einem großen Traditionsklub wollte er unbedingt ergreifen. 2019 kickte Janssen noch in der Landesliga, einen Zweijahresvertrag bei Rot-Weiss Essen konnte er nicht sofort aufgeben. Und das war genau die richtige Entscheidung. Janssen hat es allen gezeigt, vor allem seinem Trainer. Das Jahr 2025 schloss er als Stürmer Nummer eins bei RWE ab.
Rot-Weiss Essen: Marek Janssen braucht nur 77 Minuten für ein Tor
Der 1:0-Führungstreffer beim 3:2-Sieg über den SSV Ulm 1846 war bereites das vierte Liga-Tor für Janssen - und das in 13 Einsätzen. Essens Sturmkante benötigt nur 77 Minuten für ein Tor, das ist eine beachtliche Quote. Von Koschinat wurde er nun belohnt. Die letzten beiden Einsätze in Verl und gegen Ulm verbuchte er von Beginn an.

„Mir macht es am meisten Spaß als Trainer, einen Spieler nach vorne zu bringen, vielleicht auch mal kritisieren zu können - und das alles in einer positiven Phase. Wenn Spieler am Boden liegen und eine schwere Zeit haben, dann ist es so, dass sie sehr viel mit sich selbst zu tun haben. Marek Janssen hat sich gegen sehr, sehr viele Widerstände, explizit auch gegen viele Trainer-Widerstände, behauptet“, verriet Koschinat, als er nach dem Ulm-Spiel auf Janssens RWE-Zeit angesprochen wurde.
RWE-Trainer Koschinat lobt Janssen für harte Arbeit
Weiter meinte der rot-weisse Erfolgstrainer: „Er ist hartnäckig geblieben und hat an sich geglaubt. Er hat auch ein sehr starkes Umfeld, das ihn unterstützt. Es ist auch nicht unerheblich für einen Stürmer zu akzeptieren, dass es mal sein kann, dass er eine lange Zeit nicht auf die Platte kommt. Er hat jetzt die richtigen Antworten gegeben. Ich glaube, dass es toll ist, wenn man als Startelf-Spieler das Jahr mit einem Tor und Sieg beenden kann.“
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Janssen ist zwar 28 Jahre alt, aber laut Koschinat noch nicht am Ende seiner Entwicklung angekommen. Er hat noch einiges mit dem Angreifer vor, der aktuell vor Jaka Cuber Potocnik, Jannik Mause und Ramien Safi die Essener Nummer eins auf der Neuner-Position ist.

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Koschinat: „Jetzt geht es darum, ihn noch kompletter zu machen. Das weiß Marek ja selbst, dass er nicht auf eine lange Zeit im Profifußball zurückblicken kann. Er hat sich sehr, sehr viel erarbeitet. Er hat die Offenheit, lernen zu wollen. Aber auch selbstbewusst zu wissen, was er richtig gut kann und das zeigen viele Spiele, dass diese Kombination durchaus eine gute ist.“
Rot-Weiss Essen: Janssen geht glücklich in die Winterpause
Janssen selbst war nach dem Ulm-Spiel ebenfalls glücklich. Er strahlte in den Katakomben: „Es ist als Stürmer immer wichtig auf eine gute Quote zu kommen und Tore zu machen. Das ist mir in der letzten Zeit gut gelungen. Schön, dass es auch im Spielverlauf in der 12. Minute passiert - und das bei meinem Startelf-Debüt an der Hafenstraße. Das war sicherlich nicht mein bestes Jahr, was die Tore angeht. Es war ein sehr schweres Jahr für mich. Darum freut es mich ungemein, dass die letzten Wochen so gut liefen und ich das Vertrauen zurückzahlen konnte.“

Bei RWE wird auch über eine mögliche Verstärkung für den Angriff diskutiert. Ausgeschlossen ist die Verpflichtung eines weiteren Mittelstürmers nicht, auch wenn die Verantwortlichen um Direktor Profifußball Marcus Steegmann auf dieser Position keinen akuten Handlungsbedarf sehen. Diese Überlegungen lassen den Mann aus Niedersachsen kalt. Janssen: „Wir haben so viel Qualität in der Mannschaft und da ist es mein Ziel, mich durchzusetzen. Ich muss geduldig sein und auf das Vertrauen warten. Das habe ich jetzt gewonnen und auch zurückgezahlt.“
Und was macht ein Marek Janssen nun an den Weihnachtstagen? Seine trockene Antwort: „Trainieren (lacht)!“ Klar: Die Winterpause kommt für Marek Janssen definitiv zum falschen Zeitpunkt.





