- Rot-Weiss Essen wählt im Dezember einen neuen Aufsichtsrat. Am 9. Dezember finden die Wahl in der Messe Essen statt. Spannung ist dieses Mal garantiert.
- Neun Kandidaten stehen für nur sechs Ämter zur Wahl. Die AR-Bewerber und der mögliche Fanvertreter haben sich in Einzelvideos vorgestellt.
- Auffällig: Die Videos der drei aktuellen RWE-Amtsinhaber im Aufsichtsrat sind deutlich länger.
Nur vier Tage nach dem Heimspiel gegen den VfB Stuttgart II werden bei Rot-Weiss Essen am 9. Dezember wegweisende Entscheidungen bei der Jahreshauptversammlung getroffen. Im Saal Europa des Congress Center West (CC West) der Messe Essen findet die turnusmäßige Wahl für den RWE-Aufsichtsrat statt.
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Bei dieser JHV greift erstmals eine Satzungsänderung, die der amtierende Aufsichtsrat vor einigen Jahren initiiert hatte. Demnach ist die Mitgliederzahl zukünftig auf sieben Personen begrenzt – bisher waren es elf. Davon jeweils ein Fanvertreter, den die FFA (Fan- und Förderabteilung) der Mitgliederversammlung vorschlägt.

Bereits jetzt ist klar, dass das Kontrollgremium der Essener auf vielen Positionen neu aufgestellt wird. Denn aus dem noch neunköpfigen Aufsichtsrat werden nur drei Kandidaten für die Wahl zur Verfügung stehen. Lediglich Jurist Thomas Hermes, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer Hans-Henning Schäfer, der durch seinen starken Auftritt bei der kleinen JHV 2023 ins Rampenlicht rückte, sowie der frühere RWE-Aufstiegstrainer Waldemar Wrobel wollen und dürfen erneut kandidieren. Wrobel ist seit über zehn Jahren im Scouting auf dem höchsten Level national und international tätig. „Dieses Netzwerk möchte ich in diesen Verein einbringen. Wir wollen den nächsten Schritt: 2. Liga, so schnell wie möglich“, kündigt Wrobel an.
Rot-Weiss Essen: Die drei Amtsinhaber sprechen über zwei Minuten
Im Vorfeld dieser Wahl wurde nochmal die Werbetrommel gerührt. Alle neun Kandidaten, von denen sechs in den Aufsichtsrat gewählt werden, erhielten vom Verein die Möglichkeit, sich in einem persönlichen Video an die RWE-Fans und Mitglieder zu wenden. Dazu stellte sich auch der Fanvertreter-Kandidat Lukas Pruschko in einem zehnten Video vor. Der Immobilienmakler pflegt einen guten Kontakt zur aktiven Fanszene, aber auch zum Verein. Alle zehn Videos wurden am Dienstagvormittag auf den offiziellen RWE-Seiten veröffentlicht.

Dabei irritierte ein Detail. Eigentlich war die zeitliche Vorgabe bei den Videos rund 90 Sekunden. Die Videos der drei Amtsinhaber sind aber über zwei Minuten lang. Schäfer sprach sogar zwei Minuten und 50 Sekunden zu den Mitgliedern – und damit doppelt so lang wie mehrere andere Kandidaten. Das hat im Umfeld und auch bei den beteiligten Kandidaten für Unmut gesorgt.
Rot-Weiss Essen: Diese Kandidaten stehen am 9. Dezember zur Wahl für den Aufsichtsrat
- Thomas Hermes
- Hans-Henning Schäfer
- Waldemar Wrobel
- Andree Stracke
- Matthias Jablonski
- Marco Assink
- Sven Böttcher
- Frederik Reimann
- Bernd Barutta
- Fan-Vertreter durch die FFA: Lukas Pruschko
„Ich möchte den Vorstand gerne dabei unterstützen, die richtigen Entscheidungen zu treffen und unseren Verein nachhaltig und strategisch für die Zukunft auszurichten. Dabei wird eine Sache immer im Vordergrund stehen: Die Interessen des Vereins und seiner Mitglieder zu wahren“, sagt Marco Assink, einer der Kandidaten. Der 45-Jährige ist begeisterter RWE-Fan, Dauerkarteninhaber und als Vertriebsleiter beim Unternehmen Air Liquide Deutschland GmbH tätig.
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Genau wie Assink verfügt auch Sven Böttcher als ehemaliger Amateurfußballer über ein großes Netzwerk in der Stadt und möchte Teil des RWE-Aufsichtsrates werden. Böttcher ist selbstständiger Steuerberater mit zwei Standorten in Essen sowie Dorsten und hat Rot-Weiss Essen in der Vergangenheit mit seiner Kanzlei als Sponsor unterstützt. „Solange ich denken kann, verfolge ich mit großem Interesse die sportliche und wirtschaftliche Entwicklung unseres Vereins“, betont der 52-Jährige. Als eigene Kompetenzen nennt Böttcher das Vereins- und Steuerrecht, Controlling und Risikomanagement. Und erklärt dabei: „Der Verein steht stets im Vordergrund.“
Rot-Weiss Essen: Stracke und Jablonski sind Top-Kandidaten
Reine Formsache für die Mitglieder dürfte die Wahl der beiden Top-Kandidaten Andree Stracke und Matthias Jablonski werden, die dem Verein durch hervorragende Kontakte zur Essener Wirtschaft weiterhelfen können. Jablonski ist Teil der Unternehmensleitung von RWE-Hauptsponsor IFM. „Ich glaube, ich kann selbstbewusst sagen, dass für die Firma IFM das Engagement bei Rot-Weiss Essen nicht nur eine strategische Angelegenheit ist, sondern eine Herzensangelegenheit. Für uns ist es sogar eine gesellschaftliche Verantwortung, die wir in dieser Stadt und bei diesem Verein übernehmen wollen“, erklärte Jablonski.

Stracke war dagegen insgesamt 24 Jahre beim RWE-Konzern beschäftigt und gilt mit seiner langjährigen Erfahrung und seinen Kontakten als hochqualifizierter Manager. „Ich möchte in den Aufsichtsrat, um das Wohl und die Zukunft des Vereins aktiv mitzugestalten“, so Stracke. Seine Ziele: mehr Transparenz, wirtschaftliche Stabilität und die strategische Entwicklung von RWE.

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Ein weiterer Kandidat ist darüber hinaus Bernd Barutta. Das lebenslange RWE-Mitglied lebt in Frankfurt am Main und war rund 30 Jahre in verschiedenen Führungspositionen für den Deutschen Fußballbund (DFB) tätig. Der geborene Essener pflegt gute Kontakte zu DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, aber auch zur Arbeitsebene. Barutta war Repräsentant des Verbandes in der Bundesregierung und im Bundestag. Dank seiner Kontakte könnte es RWE ermöglicht werden, ein noch besseres Verhältnis zum DFB herzustellen. „Unsere Familie ist in der vierten Generation mit dem RWE-Gen infiziert“, sagt Barutta.

Rot-Weiss Essen: Frederik Reimann will RWE-Zukunft „erfolgreich gestalten“
Der sechste zugelassene Neu-Kandidat für den Aufsichtsrat von Rot-Weiss Essen ist Frederik Reimann, Interims-Geschäftsführer des Unternehmens „Steiff“, das für seine Teddybären bundesweit bekannt ist. Reimann ist ein sogenannter „Restrukturierungs-Manager und weiß aufgrund seiner Expertise, wie man Traditionsunternehmen führt, saniert und auf Erfolgskurs bringt. In seinem Video blickt er zurück auf Auswärtsspiele in der 2. Liga und erklärt selbstbewusst: „Genau da wollen wir doch alle wieder hin. RWE steht für Herzblut, Tradition und echte Emotionen. Für dauerhaften Erfolg braucht es aber mehr: Organisation, Klarheit, Verlässlichkeit.“ Privat wurde Reimann zuletzt gefragt, wofür er denn eigentlich stehe? Da war seine Antwort klar: „Tradition bewahren, Zukunft erfolgreich gestalten. Im Aufsichtsrat möchte ich genau das einbringen.“
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Die kommende Wahl wird also mit Spannung erwartet. Vor allem, weil sich zum ersten Mal mehr Personen beworben haben als Plätze zur Verfügung stehen. Am 9. Dezember fällt dann die Entscheidung, welche Kandidaten in den verkleinerten Aufsichtsrat von Rot-Weiss Essen einziehen werden.










