Es war keine begeisternde Vorstellung, die Drittligist Rot-Weiss Essen seinen rund 6000 Fans am Samstag im Stadion Niederrhein angeboten hat. Im Niederrheinpokal-Halbfinale beim Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen enttäuschte der Favorit über weite Strecken des Spiels, durfte am Ende aber dennoch über einen 2:1 (0:1)-Sieg und den Finaleinzug jubeln. „Du musst in Pokalspielen nicht glänzen, du musst einfach gewinnen“, brachte es RWE-Routinier Klaus Gjasula (35) nach der Partie auf den Punkt.

Rot-Weiss Essen: Sieg und Chaos in Oberhausen, Highlight gegen MSV Duisburg - das hier

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    Vor allem im ersten Durchgang hatte die beste Rückrunden-Mannschaft der 3. Liga große Probleme mit mutigen und offensivstarken Oberhausenern, die dank RWE-Schreck Moritz Stoppelkamp in der 25. Minute in Führung gingen. Der 38-Jährige hatte in der Vergangenheit schon für den MSV Duisburg mehrfach gegen seinen Ex-Klub getroffen.

    Rot-Weiss Essen hat Probleme mit dem Platz in Oberhausen

    Eine Überraschung lag an diesem Tag in der Luft, auch weil die Gäste aus Essen lange mit dem holprigen Rasen in Oberhausen zu kämpfen hatten. „Der Platz war schwer zu bespielen, aber das gilt auch für Oberhausen. Uns hat das mehr zu schaffen gemacht als erwartet“, befand Gjasula. Der 35-Jährige wollte das aber nicht als Ausrede gelten lassen. „Wir waren nicht griffig, immer einen Schritt zu spät. Der Gegner war vom Kopf her schneller, das muss man so sagen. Nach der Führung für Oberhausen wird so ein Spiel natürlich schwer. Es wäre nicht die erste Pokal-Überraschung gewesen. Der unterklassige Klub investiert immer etwas mehr, ist heißer. Bayern ist zuletzt in der zweiten Runde ausgeschieden, sowas passiert im Pokal.“

    Ein Grund zur Freude: Rot-Weiss Essen hat im Niederrheinpokal das Endspiel erreicht.
    Ein Grund zur Freude: Rot-Weiss Essen hat im Niederrheinpokal das Endspiel erreicht.© FUNKE Foto Services | Thorsten Tillmann

    RWE-Trainer Uwe Koschinat wütete am Spielfeldrand und fand in der Halbzeit offenbar die richtigen Worte, aber auch den passenden Ansatz, um die Kontrolle über das Spiel zurückzugewinnen. RWE stellte auf Viererkette um, Kapitän Michael Schultz musste überraschend in der Kabine bleiben. „Verständlicherweise war der Trainer sauer in der Pause, jeder einzelne Spieler aber auch. Aber wir haben Charakter bewiesen und das Wichtigste war es, weiterzukommen. Das haben wir geschafft“, unterstrich Gjasula.

    Rot-Weiss Essen: Koschinats Umstellungen wirken

    Die Maßnahme des Trainers habe die erhoffte Wirkung erzielt, analysierte der ehemalige albanische Nationalspieler. „In der Halbzeit kam vom Trainer die Umstellung, danach haben wir besser agiert, waren besser bei den zweiten Bällen. Eine gute Mannschaft macht aus wenigen Momenten zwei Tore. Wir haben sie genau dann erwischt, als sie nicht voll da waren.“

    Im Finale des Niederrheinpokals trifft RWE am 24. Mai auf den souveränen Regionalliga-Spitzenreiter MSV Duisburg, in der 3. Liga haben die Essener nach einer bisher furiosen Rückrunde gute Chancen, den Klassenerhalt zu erreichen. Nach einer komplett ernüchternden Hinrunde kann RWE die Saison nicht nur retten, sondern mit Blick auf die nächste Spielzeit reichlich Euphorie entfachen. Der erfahrene Gjasula weiß, was die Mannschaft dafür tun muss. „Sobald wir ein oder zwei Prozent nachlassen, wird es schwer für uns. Das hat dieses Pokalspiel gezeigt. Wir müssen voll da sein, wir müssen geil sein, um Spiele gewinnen zu können.“

    Niederrheinpokal: MSV Duisburg fordert Rot-Weiss Essen heraus

    Das Pokalendspiel gegen die Zebras wird aller Voraussicht nach im Stadion des MSV stattfinden, ganz sicher vor einer großen Kulisse. Für den Ex-Duisburger Gjasula ist es „ein gerechtes Finale“ und auch für einen erfahrenen Spieler wie ihn ein Highlight. „Es ist ein Derby, mehr geht nicht.“