Das Niederrheinstadion ist bis fast auf den letzten Platz ausverkauft, wenn im Niederrheinpokal-Halbfinale Rot-Weiß Oberhausen heute (14 Uhr) auf Rot-Weiss Essen trifft. Der Drittligist ist natürlich der Favorit, aber die Gastgeber hoffen auf die eine Chance, die man in etwa fünf Duellen einmal bekommt. Deswegen werden die Essener diese Aufgabe seriös angehen, RWE-Trainer Uwe Koschinat versprach auf der abschließenden Pressekonferenz die „maximal bestmögliche Aufstellung“.
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Die sich quasi aber von alleine aufstellt, muss RWE doch einige Ausfälle verkraften. Allen voran den von Tom Moustier, der sich in einem unglücklichen Trainings-Zweikampf mit Moussa Doumboya so stark am Fuß verletzte, dass er für einen Einsatz überhaupt nicht in Frage kommt. Zum Glück ist nichts gebrochen, aber die wohl starke Prellung ist so schwerwiegend, dass der Franzose noch am Freitag keinen Trainingsversuch unternehmen konnte, weil er nicht einmal in den Fußballschuh hineinkam. Koschinat berichtete, dass Moustier noch starke Schmerzen habe. „Da helfen auch die 24 Stunden bis zum Spiel nicht mehr, wir arbeiten da eher auf die nächste Trainingswoche hin, dass er uns dann wieder zur Verfügung steht“, so der RWE-Coach.
Rot-Weiss Essen heute ohne Moustier: Koschinat sprach mit Doumbouya
„Übeltäter“ Doumbouya muss für seine schmerzhafte Aktion übrigens nicht mit internen Sanktionen rechnen. Koschinat: „Konsequenzen wird es nicht geben, wir fordern schon eine gewisse Wettbewerbshärte im Trainingsbereich. Ich glaube auch, dass das ein absoluter Schlüssel für die Leistungen der letzten Wochen war. Ich habe mit Moussa nochmal drüber gesprochen, er wollte in dieser Szene eine Umschaltaktion unterbinden. Ich habe ihm gesagt, er solle besser im Oberkörperbereich arbeiten, um diese Aktion zu stoppen. Auf der anderen Seite sind das wirklich zwei enge Kumpels, da liegt es völlig fern, dass der eine dem anderen Böses will. Ich will es auch nicht größer machen als es ist.“

Der andere schwerwiegende Ausfall ist aus Vereinssicht gleichzeitiger ein stolzer Anlass: Julian Eitschberger wird nicht wie gewohnt die rechte Außenbahn beackern können, weil er sich zur Zeit bei der U20-Nationalmannschaft befindet, die am Freitag in Teplice auf Tschechien trifft und am Montag in Leipzig den Nachwuchs Portugals erwartet. Für die Hertha-Leihgabe wird wohl gegen RWO Eric Voufack ins Team rücken.
Und wenn Koschinat von der stärksten Aufstellung spricht, dann ist das gleichzeitig ein „Ritterschlag“ für Felix Wienand, der wie in den Pokalspielen zuvor anstelle der eigentlichen Nummer eins, Jakob Golz, das RWE-Tor hüten wird. „Das zeigt, dass wir zwei herausragende Torhüter haben und wir sind unisono der Meinung, dass Felix sich auch in einem solch wichtigen Spiel zeigen soll und muss, denn er verfügt über ganz ganz großes Potenzial, das wollen wir fördern. Und das kannst du nur fördern, wenn du ihn auch in einem Wettbewerbsspiel bringst“, erklärt Koschinat seine Entscheidung.
Rot-Weiss Essen: Manuel Wintzheimer erstmals wieder im Kader
Vermutlich auf der Bank wird nach längerer Abstinenz auch ein neues altes Gesicht auftauchen: Manuel Wintzheimer hat seiner langwierigen Syndesmose-Verletzung so weit überwunden, dass er wieder problemlos am Mannschaftstraining teilnehmen konnte. „Manuel wird erstmals wieder in den Spieltagskader zurückkehren und eine echte Alternative sein. Er hat die intensiven Einheiten sehr gut überstanden, die wir zwar immer noch ein Stück weit individuell steuern, aber er hat jetzt keinen Respekt mehr vor körperlichen Attacken im Zweikampf, er bewegt sich sehr gut“, freut sich sein Trainer, der damit vielleicht die ideale Ergänzung zu Dominik Martinovic findet, der sich bislang nicht gerade als Torjäger auszeichnete, sondern eher als Zuarbeiter.
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