Während die Spieler und die Fans von Rot-Weiss Essen am Sonntagabend feierten, ließ Gegner Waldhof Mannheim seinem Frust freien Lauf. Waldhof-Sportchef Anthony Loviso tobte und verkündete lautstark, Protest gegen die Spielwertung einlegen zu wollen. Der Freistoß, der zum 1:0-Sieg führte, war Stein des Anstoßes. Gästetrainer Bernhard Trares schmimpfte über die Schiedsrichter und verweigerte RWE-Verteidiger Tobias Kraulich zunächst den Handschlag, dann legte er sich dann mit mehreren RWE-Spielern an. Die Unzufriedenheit auf Mannheimer Seite war groß. Und zwar berechtigt.

++ RWE beantragt Lizenz auch für die 2. Liga: Etat wird erhöht ++

Denn Schiedsrichter Wolfgang Haslberger traf mehrere Entscheidungen, die  Ex-Schiedsrichter Babak Rafati als glatte „Fehlentscheidung“ einstuft. Vier Stück sah der Experte bei liga3-online.de sogar. Vor allem jene Szene, die die Essener Führung brachte, war fraglich. Auf dem Weg zum Tor ging Essens Ahmet Arslan im Zweikampf mit Adrian Fein zu Boden (23.). Die Folge: Freistoß, Tor. „Arslan spielt den Ball ab, und durch seine Ausholbewegung mit dem Fuß zum Ball kommt es unfreiwillig sowie naturgemäß zum Kontakt mit dem Bein von Gegenspieler Fein, wobei dieser keinesfalls ein Foulspiel begeht. Das ist ein ganz normaler Vorgang, sodass eine Fehlentscheidung vorliegt, auf den Faller von Arslan hereinzufallen, der diesen Kontakt wiederum dankend annimmt“, analysiert Rafati.

Rot-Weiss Essen: Elfmeter für Mannheim statt Stürmerfoul

Arslan beging in der Partie auch ein strafbares Handspiel, aus dem ein Freistoß unmittelbar am Strafraum hätte erfolgen müssen. Und als Essens Tobias Kraulich den Ball nach einem Kopfball von André Becker an den Arm bekam, hätte es aus Rafatis Sicht Elfmeter für Mannheim statt eines Stürmerfouls für Becker geben müssen. Immerhin: Einmal wurde auch RWE benachteiligt. Mannheims Maximilian Thalhammer ging in der 41. Minute mit offener Sohle in einen Zweikampf mit Tom Moustier, traf ihn oberhalb des Knöchels und kam mit Gelb davon. „Thalhammer trifft Moustier mit voller Wucht und offener Sohle. Mit dieser brutalen Spielweise nimmt er billigend in Kauf, die Gesundheit des Gegenspielers zu gefährden, sodass es in dieser Szene keine zwei Meinungen gibt. Es muss die Rote Karte geben“, so Rafati.

Dennoch: RWE fuhr gegen Mannheim den sechsten Sieg aus den jüngsten sieben Spielen ein und kletterte zum Start einer Englischen Woche auf Rang elf. Der Klassenerhalt wird immer wahrscheinlicher Mannheim ist nach der unglücklichen Niederlage Drittletzter. Schon am Dienstag und Mittwoch geht es weiter in der 3. Liga, für RWE geht es am Mittwochabend zum langjährigen Rivalen Viktoria Köln (19 Uhr).