Rot-Weiss Essen wartet in der 3. Liga noch auf mindestens zwei Strafen. Am 1. Dezember 2024 eskalierte der RWE-Anhang beim 1. FC Saarbrücken. Über weite Strecken des Spiels wurde Pyrotechnik gezündet, zudem wurden Raketen in Zuschauerränge geschossen. Die Partie musste mehrere Minuten unterbrochen werden.

+++ Rot-Weiss Essen will Patrick Hobsch: So stehen die RWE-Chancen +++

Am 15. Dezember beim VfL Osnabrück gab es nach dem 0:2 durch einen Foulelfmeter Ärger. Die Partie wurde sofort nach dem Treffer abgepfiffen und Essener Zuschauer drangen durch ein Tor in den Innenbereich. Sie liefen in einen anderen Block, wo unter anderem ein Ordner geschlagen wurde. Es dauerte einige Minuten, ehe Security und Polizei die Chaoten wieder in den Block drängen konnten.

Rot-Weiss Essen: Andere Klubs haben Strafen schon erhalten

Ob auch eine geworfene Sitzschale beim 0:2 in Aachen eine Geldstrafe nach sich zieht, steht nicht fest. Was feststeht: Einige Klubs haben ihre Strafe schon übermittelt bekommen, obwohl die Fanvergehen nach dem 1. Dezember stattgefunden haben.

Der mit Spannung erwartete Rückrunden-Auftakt in Aachen wurde für Rot-Weiss Essen zu einem Debakel. Mit 0:2 verlor RWE vor über 30.000 Zuschauern am Tivoli, die Pleite hätte sogar höher ausfallen können. "Die Lage ist beschissen", betont RWE-Kaderplaner Marcus Steegmann. Gemeinsam mit Sportdirektor Christian Flüthmann ist Steegmann nach der Demütigung in Aachen zu Gast in unserem RWE-Talk "vonne Hafenstraße". Es geht um die erschreckend schwache Leistung in Aachen, die Kaderplanung und die Kritik an den beiden RWE-Sportchefs.Nach der Niederlage beim Aufsteiger ist Rot-Weiss Essen auf Platz 19 gerutscht. Der Druck steigt an der Hafenstraße. Doch wie ist der bittere Auftritt zu erklären? Warum liefern vor allem die Führungsspieler nicht ab? Was passiert noch auf dem Transfermarkt? Diesen und mehr Fragen von Moderatorin Kira Alex und unserem RWE-Reporter Martin Herms stellen sich die beiden RWE-Sportchefs in unserer neuen Folge.

Wir fragten bei Jochen Breideband, Teamleiter Kommunikationsmanagement beim DFB nach, wann RWE mit seiner Strafe rechnen könne. Doch Breideband wollte mit Hinweis auf das schwebende Verfahren nichts sagen.

Was nach Informationen dieser Redaktion aber klar ist: RWE wird nicht nach „Schema F“ behandelt. Denn eigentlich hat der DFB seine Strafen gestaffelt. Es ist klar, was in der 1., 2. oder 3. Liga für eine Pyrofackel oder eine abgefeuerte Rakete zu zahlen ist.

Rund 50 Fans von Rot-Weiss Essen drangen in den Innenraum

In der 3. Liga kostet jede gezündete Pyrofackel 350 Euro. Das Abschießen/Werfen von pyrotechnischen Gegenständen kostet in der 3. Liga 750 Euro pro Gegenstand. Mit Blick auf Osnabrück ist zudem noch wichtig, dass in der 3. Liga 1000 Euro pro Person gezahlt werden, die auf das Spielfeld gelangen. Wobei hier definiert werden muss, ob der Innenraum, in dem sich die Essener bewegten, zum Spielfeld gehört. Bis zu 50 Essener drangen durch den Block in den Innenraum.

Fussball 3. Liga,  1. FC Saarbrücken - Rot-Weiss Essen
Fans von Rot-Weiss Essen haben in Saarbrücken massiv Pyrotechnik gezündet und Leuchtraketen auf andere Zuschauer gefeuert. Die Partie stand kurz vor dem Abbruch.© IMAGO/Fussball-News Saarland | IMAGO/Fabian Kleer

Durch die Spielunterbrechung in Saarbrücken (mehr als fünf Minuten) könnte die Strafe nochmals verdoppelt werden, denn wenn eine Partie länger als fünf Minuten unterbrochen ist, droht ein 100-prozentiger Aufschlag.

Rot-Weiss Essen: DFB wird andere Messlatte anlegen

Würde RWE nach diesen Kriterien bewertet werden, wäre eine Strafe längst ausgesprochen. Was den RWE-Fall besonders macht: In Osnabrück wurde Gewalt angewendet, in Saarbrücken schoss man Raketen in die Zuschauerränge, wo Familien mit Kindern saßen.

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Dementsprechend wird der DFB hier noch einmal eine andere Messlatte anlegen, die eine finale Strafe nicht so einfach macht. Dynamo Dresden kassierte vor wenigen Tagen in Summe eine Strafe von über 150.000 Euro .Bei RWE kann es durchaus sein, dass man damit nicht hinkommt.