1966 habe ich zum ersten Mal ein Spiel von Rot-Weiss Essen live erlebt und war hin und weg. Satte 58 Jahre später, nahm ich zum ersten Mal an einer Jahreshauptversammlung dieses Kult-Vereins teil. Wieder war ich hin und weg, wenn auch erst nach sechs Stunden und mit einem völlig anderen Gefühl. Damals konnte ich nicht genug kriegen, heute war ich froh, als die unerwartet überwiegend harmonisch verlaufene Marathon-Sitzung endlich endete.

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Rot-Weiss Essen: Ärger um Uhlig und Peljhan, Dabrowski-Kritik vor Dresden
Vonne Hafenstraße - Inside RWE
 

Kein Vorwurf, nur eine Feststellung. Ich hab’s halt nicht so mit Zahlen, Paragrafen oder Bilanzen. Power-Point Vorträge ersetzen mir die Schlaftablette. Warum also gerade diese Veranstaltung besuchen? Geweckt wurde meine Neugier durch Berichterstattung der hiesigen Presse sowie lebhaften Diskussionen in den sozialen Medien und in meinem privaten Umfeld. Wer steckt hinter der Opposition? Gibt es die überhaupt? Wenn ja, welche Motive, Ziele treibt diese Gruppierung an? Schlauer bin ich nicht geworden. Geht wahrscheinlich eh nicht. Viel Rauch also um Nichts? Die Zeit wird es zeigen.

Helmut „Happo“ Tautges (69) ist der ehemalige Präsident der Uralt-Ultras. In seiner Kolumne spricht er über die RWE-JHV.
Helmut „Happo“ Tautges (69) ist der ehemalige Präsident der Uralt-Ultras. In seiner Kolumne spricht er über die RWE-JHV.© FUNKE Foto Services | Socrates Tassos

Rot-Weiss Essen: Lantermann und Neugebauer neu im Wahlausschuss

Jedenfalls wurde meiner Meinung die Chance vertan, nach der viel beachteten und medienwirksamen Protestbanner-Aktion, den nächsten Schritt zu gehen. So wie Dabro es von seiner Mannschaft Woche für Woche verlangt. Immerhin und augenscheinlich unabhängig davon, erhielten Stefan Lantermann sowie Nicole Neugebauer reichlich Stimmen, um neu in den Wahlausschuss gewählt zu werden. Gratulation den Beiden, wie allen Gewählten. Jetzt kann niemand mehr behaupten, der Wahlausschuss wäre in Wahrheit ein Joe-Biden-Fan-Club. Ich darf das schreiben, hab selbst schon Lehm an den Füßen und bin nur zu faul, umzufallen.

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Mit der Wahrheit ist es so eine Sache. Wem soll man glauben, wenn nur eine Seite die Geschichte erzählt? Ich bin da ganz beim aktuellen Aufsichtsratsvorsitzenden, Dr. Lothar Oelert, es ist besser, mit- als übereinander zu reden. Der Punkt geht an ihn. Dann aber den Nichtanwesenden Sascha Peljhan mit einem schweren Vorwurf zu belasten, widerspricht seiner eigenen Aussage. Ich würde mir wünschen, wenn Sascha Peljhan sein Schweigen bricht, zur Wahrheitsfindung und im Sinne der Fans.

Rot-Weiss Essen: Charme-Offensive vor der JHV

Wahlen haben viel mit Vertrauen zu tun. Komplizierte Sachverhalte seriös zu beurteilen, maße ich mir nicht an. Mein Vertrauen hat in den letzten Monaten arg gelitten, besonders seitdem Herr Rang und nun auch Herr Pfeifer Vorstandsposten bekleiden. Wochenlang hörte man kaum etwas von der Führungsriege, dann kurz vor der JHV wurde eine Art Charme-Offensive gestartet und Handlungsfähigkeit demonstriert. Natürlich spielen auch Vorurteile eine Rolle. Das streite ich nicht ab. Schwarze Anzüge bei einem RWE-Spiel sind mir ebenso suspekt wie schwarze Messen. Rhetorisch sind die beiden unschlagbar, echte Profis. Sie brauchen auch keine echten Rot-Weisse werden, wenn sie gute Arbeit leisten, dann kann ich gut damit leben.

Der Verein lebt jedenfalls und selbst wenn viele Dinge nicht so wie in meinem Sinne ablaufen, heißt das noch lange nicht, dass es falsch läuft. Es wurde demokratisch entschieden, also gilt es, das zu akzeptieren. Die nächste Jahreshauptversammlung kommt bestimmt. Die nächsten drei Punkte hoffentlich auch. Rot-Weisse Grüße,

der Happo

Rot-Weiss Essen: Gute Zahlen und unnötige Attacken auf der JHV

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