Wie zu erwarten war, ist Rot-Weiss Essen in die zweite Runde des Niederrheinpokals eingezogen, aber das große Torfestival ist ausgeblieben. Gegen den Siebtligisten (!) Sterkrade 06/07 reichte es für die Profis am Ende zu einem dürftigen 4:0 (1:0)-Sieg, wobei gerade die erste Hälfte für die Gastgeber mehr als dürftig geriet und am Ende nur Ergebniskosmetik betrieben wurde. Sei‘s drum, in der zweiten Runde (vermutlich 8. September) wartet nun Oberligist Mülheimer FC - da wird diese Vorstellung nicht reichen.

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RWE-Trainer Christoph Dabrowski nutzte das Pokalspiel, um seine Reihen einmal durchzumischen, dabei musste er auf zwei weitere Akteure verzichten: Manuel Wintzheimer (muskuläre Probleme) musste nach dem Bielefeld-Spiel ebenso passen wie Erkin Celebi (Hüftbeuger), der wohl noch wochenlang ausfallen wird. Aber das übrige Personal sollte auch so dicke reichen gegen den absoluten Außenseiter aus der Nachbarstadt.

Der verkaufte sich von Beginn an aber teuer, natürlich konnte er nicht alles wegverteidigen, aber da war ja noch Torhüter Thomas Bach, der schnell zum besten Spieler der Gäste avancierte. Der erste wirkliche Schuss auf sein Tor (5.) von Dion Berisha ging noch drüber, aber beim Volleyschuss von Thomas Eisfeld (10.) musste er schon die Fäust ausfahren. Als Leo Vonic nach einigen vergeblichen Anläufen das 1:0 nach einem Eckball mit einem Kopfball-Abstauber erzielte, schien alles den gewohnten Gang zu gehen, aber die Sterkrader machten es schlau in ihrem Sechzehner.
Sterkrades Keeper Thomas Bach war der beste Mann
Und im Spielverlauf wurden sie sogar frecher: Beim 20-Meter-Schuss von Robin Papert verfehlte dieser sein Ziel nur knapp. Dann stand wieder Sterkrades Keeper im Blickpunkt: Erst entschärfte er den Effetschuss von Ahmet Arslan (21.) glänzend, dann blieb er im Eins-gegen-Eins-Duell mit Eric Voufack (27.) Sieger.
Dann lag die Kugel sogar im Essener Tor, als Damian Vergara per Heber über Torhüter Felix Wienand erfolgreich war (39.), der Sterkrader Block jubelte, aber es war Abseits. Dennoch, die Gäste waren jetzt angefixt, sangen: „Dritte Liga, keiner weiß warum“. Ernsthaft widersprechen konnte man ihnen zu dem Zeitpunkt nicht.
RWE-Trainer Dabrowski knallt Wasserflasche auf den Boden
Auch nicht der RWE-Coach, der sich lautstark bei Co-Trainer Paul Freier beschwerte („die bleiben vorne stehn“) und wütend die Wasserflasche auf den Boden knallte. Da hatte einer zur Halbzeit den Papp auf. Und die Sterkrader freuten sich sichtlich über den Achtungserfolg nach 45 Minuten.
Auch nach dem Wechsel änderte sich am Geschehen nichts: RWE rannte an, Sterkrade verteidigte mit Leidenschaft: Nach schönem Zusammenspiel mit Safi schoss der eingewechselte Julian Eitschberger (53.) drüber . Und dann wurde es für den Drittligisten noch peinlicher: Vonic kam aus fünf Metern frei zum Schuss, Bach wehrte ab, Nils Kaiser wollte den Kopfball genau platzieren - genau in die Arme des Sterkrader Keepers (54.) - Mannomann.
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Und dann doch das 2:0: Vonic versucht es nicht selbst, sondern legt quer auf Berisha, der den Winkel anvisiert - und trifft, noch leicht abgefälscht. Damit schienen die Essener erst einmal ihre Pflicht erfüllt zu haben, die nächsten Schussversuche wurden meist kläglich vergeben.
Sterkrade wäre beinahe der Anschlusstreffer geglückt
Nach 79 Minuten wäre die Partie fast noch einmal spannend geworden: Sverre Müller nahm aus 20 Metern sein Herz in die Hand und zwang Torhüter Wienand tatsächlich zu einer Glanzparade, der hätte genau in den Winkel gepasst. Der Schütze sank augenblicklich mit Krämpfen zu Boden - man hätte ihnen dieses Tor gegönnt. Stattdessen mussten die tapferen Gäste noch ein Eigentor schlucken: Der eingewechselte Friessner hatte geflankt, Unglücksrabe Mats Müller den Fuß reingestellt. Auch das noch. Nils Kaiser setzte mit dem 4:0 (87.) den Schlusspunkt.
RWE: Wienand, Kaiser, Schultz (46. Rios Alonso), Kourouma, Voufack, Eisfeld (76. Müsel), Swajkowski, Arslan (46. Eitschberger), Berisha, Vonic (68. Berzen), Safi (62. Friessner Montas).
Tore: 1:0 Vonic (13.), 2:0 Berisha (59.), 3:0 Mats Müller (ET), 4:0 Kaiser (87.)
Zuschauer: 2.055





