TRIATHLON

Wittener Aufgebot gleicht einer Wundertüte

Die Bundesliga-Triathleten stürzen sich am Sonntag wieder vor der beeindruckenden Kulisse des Düsseldorfer Medienhafens ins Wasser.   

Die Bundesliga-Triathleten stürzen sich am Sonntag wieder vor der beeindruckenden Kulisse des Düsseldorfer Medienhafens ins Wasser.   

Foto: Jo Kleindl (DTU)

Witten.  Mit einigen Aufstellungssorgen fahren die Bundesliga-Asse der SG Triathlon Witten zum Wettkampf nach Düsseldorf. Der Teamchef stapelt daher tief.

Die Triathlon-Bundesliga blickt schon ihrer „Halbzeit“ entgegen. Am Sonntag (23. Juni) findet in Düsseldorf der zweite von vier Wettbewerben statt. Für die Mannschaften der SG Triathlon Witten dürfte es schwierig werden, die guten Resultate vom Auftaktwettkampf im Kraichgau zu wiederholen, denn sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen sorgen personelle Probleme für ganz neue Besetzungen.

„Vor allem bei den Frauen sind wir in dieser Saison bislang nicht gerade vom Glück verfolgt“, sagt der Sportliche Leiter, Thomas Fehrs, der am Sonntag nicht selbst vor Ort sein kann, dafür vertreten wird von Sebastian Krusch, Lars Wenzel, Tatjana Kortmann und Vanessa Wirtz. Es hat eine ganze Reihe von E-Mails und längeren Telefonaten bedurft, bis die Mannschaften für die Sprintrennen im Medienhafen feststanden. „Viele Athleten starten parallel beim Weltcup-Rennen in Antwerpen, müssen dort ihre Punkte für die internationale Rangliste sammeln“, wie Fehrs zu berichten weiß - auch schon mit dem langfristigen Blick auf die Olympischen Spiele in Tokio.

Bundesliga-Premiere für Wittens Carina Huhn

So werden sich die Wittener Damen, die zum Auftakt immerhin Rang drei belegt hatten, am Sonntag (Start: 13 Uhr) mit eher bescheidenen Zielen den Vergleichen mit dem Deutschen Meister EJOT-Team TV Buschhütten oder Triathlon Potsdam nähern. Nina Rosenbladt kommt mit der Empfehlung von Rang fünf beim Zweitliga-Rennen in Eutin vor Wochenfrist, Marlene Gomez-Islinger hatte bereits im Kraichgau auf sich aufmerksam gemacht. Hinzu kam neben der erfahrenen Ungarin Margit Vanek (33) kurzfristig noch Carina Huhn, die ihr Bundesliga-Debüt feiern wird.

„Wir haben einige Ausfälle zu verkraften. Lisa Norden ist derzeit verletzt, wäre sonst sicherlich ein Thema für Düsseldorf gewesen. Bei Bianca Bogen wurde das Pfeiffersche Drüsenfieber diagnostiziert, Anja Knapp und Anabel Knoll starten in Antwerpen“, so Thomas Fehrs über die reihenweise wegbrechenden Top-Athletinnen der SG. „Vielleicht gelingt uns trotzdem eine Überraschung“, traut er vor allem Vanek (die vor einigen Wochen erst einen üblen Radsturz heimsuchte), Rosenbladt und Gomez-Islinger zu, die Wittener Farben am Rhein erfolgreich zu vertreten. Topfavorit ist Titelverteidiger Buschhütten (u. a. mit der Australierin Emma Jeffcoat), dahinter könnte das Schwalbe-Team aus Krefeld, das im Vorjahr das Rennen in Düsseldorf gewann, wieder für einen Podiumsplatz gut sein.

Olympia-Vierter Richard Murray führt Buschhüttens Top-Team an

Das Rennen der Männer wird im Anschluss gegen 14.30 Uhr freigegeben. Auch hier ist der TV Buschhütten zwar nicht als Vorjahresgewinner (damals siegte das KiologIQ-Team aus dem Saarland), doch mit dem Olympia-Vierten Richard Murray aus Südafrika sowie Justus Nieschlag und Franz Löschke, zwei der derzeit besten deutschen Triathleten, kommt man in der Landeshauptstadt wohl kaum an den Siegerländern vorbei. Dahinter dürfte es ein enges Rennen über die 750 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und knapp fünf Kilometer Laufen geben, denn die Teams sind sehr ausgeglichen besetzt - auch wegen der Abstellung der Top-Stars an den Belgien-Weltcup.

Für die SG Triathlon Witten gehen fünf Aktive aus fünf Nationen an den Start - eine so bunt gemixte Mannschaft hatten die Ruhrstädter auch lange nicht. Nach dem Ausfall von Jan Stratmann (Unterarm im Kraichgau gebrochen) versuchen nun Julian Erhardt, der Däne Nicklas Roessner, der Norweger Morden Hansen, der Niederländer Finn Timmermans und der Ungar Aurel Sinko-Uribe („er könnte ein Kandidat für einen Platz unter den besten 15 sein“, so Thomas Fehrs), den sechsten Rang vom Auftaktwettbewerb in etwa wieder zu erreichen.

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