Rudern

Ruhrsprint Witten/Bochum: Entspannte Regatta zum Ferienstart

Paradeboot: Der Vierer ohne Steuermann des RC Witten mit Marie Treppke, Annika Steinau, Finn Wolter und Matthias Fischer – alle vier standen gleich mehrfach in der Siegerliste.

Paradeboot: Der Vierer ohne Steuermann des RC Witten mit Marie Treppke, Annika Steinau, Finn Wolter und Matthias Fischer – alle vier standen gleich mehrfach in der Siegerliste.

Foto: Jürgen Theobald

Witten.  Weniger Meldungen bei der Ruhrsprint-Regatta vom RC Witten und RV Bochum- Der Atmosphäre schadet das nicht – für die Vereine ist es ein Fest.

Wenn man nicht wüsste, dass es das erste Ferienwochenende ist, dann spürt man es hier, am Sonntag morgen an der Ruhr: Auf der Wiese unterm Hohenstein am Ruderverein Bochum stehen einige Anhänger, vor allem aber Zelte. Kaffeebecher auf Campingtischen, Vögel zwitschern, Wasser plätschert – und darüber der Regatta-Kommentar beim Ruhrsprint, den die benachbarten Vereine in diesem Jahr eben am ersten Ferienwochenenden ausrichteten. Auch die spürten das – in den Meldelisten. Sie nahmen es aber gelassen hin. Den Ruhrsprint machen für die Vereine andere Dinge aus als der große Trubel.

Weniger Meldungen wegen der Ferien

Aus dem Fenster der Regattaleitung im Dachgeschoss des „Bochumer“ Vereinsheims an der Wetterstraße hat man den besten Überblick. 433 Meldungen plus Nachmeldungen haben sie hier gezählt – das ist weit weg von den mehr als 600 wie im Vorjahr.

„Aber damit war zu rechnen, das liegt eben am Termin, viele sind schon im Urlaub“, meint Christoph Schröder vom Ruder-Club Witten, „wir kennen das schon aus anderen Jahren, da waren wir auch immer zwischen 400 und 450“, meint er. Umso mehr liegt der Fokus auf denen, die da sind: Dortmund, Sorpesee, Datteln und natürlich Bochum und Witten sind die Vereinsamen, die am häufigsten über die Ruhr schallen.

Vereine aus der Nachbarschaft kommen sehr gerne

„Das ist eine Lokalregatta, bei dem die Vereine aus der Nachbarschaft zusammenkommen, sich in Ruhe auf einen Kaffee und eine Bratwurst treffen können. Und auch viele Gäste kommen immer wieder. Manche sieht man ein ganzes Jahr nicht – aber bei der Regatta sind sie immer wieder da.“ Ohne den ganz großen Druck – der Bundeswettbewerb (Deutsche Meisterschaft) liegen gerade im Rückspiegel.

„Das hat schon auch den Charakter eines Vereinsfests“, findet Schröder.

Gefahren wird auch „nur“ die Sprintstrecke über 500 Meter, statt der olympischen 2000-Meter-Strecke. „Es ist nicht der sportliche Anspruch wie bei einer Deutschen Meisterschaft. Der Reiz liegt dann eher innerhalb der Rennen, sich da gut zu verkaufen. Einige von uns starten gleich mehrfach am Tag. Einer, Zweier, Vierer“, so Schröder.

Siegersteg sorgt für schöne Erinnerungen – ein Alleinstellungsmerkmal

Alle Altersklassen sind vertreten – Nachwuchsrennen, klar, aber auch Ü60-Starter stehen in der Meldeliste. Nur eins fehlt bei dieser Ausgabe, ausgerechnet der krönende Abschluss: Der Achter.

„Das ist für viele Leute, die herkommen, natürlich das Highlight“, sagt Schröder über das Achterrennen, das normalerweise am Sonntagnachmittag zum Abschluss angesetzt ist. In diesem Jahr fand sich aber kein Achter, der gegen die Wittener antreten konnte, was auch mit dem Bundesligarenntag am Samstag zusammenhing.

„Den wollen wir nächstes Jahr aber auf jeden Fall wieder anbieten.“ Ansonsten ist alles Routine, alles eingespielt. Auch der kleine Pavillon mit den Fotorahmen am „Siegersteg“, wie die Veranstalter es nennen, wo unter anderen Ehrenpräsident „Pitze“ Wilhelm sitzt.

Treppke und Fischer räumen für den RC Witten ab

Alle Siegerinnen und Sieger werden noch beim Aussteigen fotografiert. Wenig später stehen dann die Fotos zur Abholung in den roten und blauen Rahmen (Vereinsfarben!) bereit. „Ich war auf vielen Regatten, aber das habe ich nirgendwo anders gesehen“, meint Schröder. „Ich habe noch genau diese Fotos zu Hause, da bin ich gerade mit dem Rudern angefangen. Das sind schöne Erinnerungen.“

Insgesamt 25 solcher Fotos blieben am Samstag und Sonntag in Wittener Händen, dazu gab es sechs weitere Siege für Rudergemeinschaften mit Wittener Beteiligung, Marie Treppke und Matthias Fischer siegten in fünf beziehungsweise sieben Booten.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben