RINGEN

Der Motor des KSV Witten läuft auf Hochtouren

Wittens Arthur Eisenkrein (re.) gewann sein 57-kg-Duell gegen Lübtheens Mitko Asenov knapp.

Wittens Arthur Eisenkrein (re.) gewann sein 57-kg-Duell gegen Lübtheens Mitko Asenov knapp.

Foto: Svenja Hanusch

Witten.   Mit 17:4-Erfolg gegen Lübtheen feiert der Bundesligist den zweiten Sieg in Serie. Aufsteiger macht es der Sirin-Truppe mit viel Gegenwehr schwer.

Zwei deutliche Siege und ein Remis gegen einen Titelanwärter – auf die Bilanz seiner letzten drei Kämpfe darf der KSV Witten 07 durchaus stolz sein. Zumal man kaum Zeit zum Durchschnaufen hatte. Drei Mal binnen einer Woche mussten die Ruhrstädter in der Bundesliga auf die Matte. Gegen den RV Lübtheen vergoldete man die Englische Woche nun. So deutlich, wie der 17:4-Erfolg vermuten lässt, waren die einzelnen Kämpfe allerdings nicht. Die Wittener mussten sich mächtig ins Zeug legen.

Vor dem Duell in der Ruhrstadt hatte der Aufsteiger aus Mecklenburg-Vorpommern bislang mächtig Lehrgeld in der Liga zahlen müssen, reiste mit einer 0:10-Bilanz nach fünf Kämpfen an. Doch mit einem chancenlosen Gegner bekamen es die Hausherren vom KSV Witten in eigener Halle keineswegs zu tun. „Lübtheen hat wirklich stark aufgestellt. Aber eigentlich war das auch gut für uns, das wir durch den Kampf nicht so durchmarschiert sind“, meinte Wittens Trainer Fatih Sirin mit Blick auf die kommenden Aufgaben.

Los ging es für die Ruhrstädter fast schon gewohnt schleppend. Allerdings wäre für Arthur Eisenkrein zum Auftakt im 57-Kilogramm-Duell (Freistil) mit Mitko Asenov mehr drin gewesen, als der 7:6-Punktsieg zur 1:0-Führung. Eisenkrein führte bereits mit 7:0, ehe ihm zum Ende hin ein wenig die Luft ausging. Im Anschluss herrschte dann erstmals helle Aufregung in der Halle. Denn Schwergewichtler Simeon Stankovich war im griechisch-römischen Stil schon auf der Siegerstraße, als Folgendes passierte: Einen Beinheber von Lübtheens Aslan Mahmudov nach außen wertete Kampfrichter Nikolai Schum mit vier Punkten. Eine klare Fehlentscheidung, durch die Stankovich mit 4:6 verlor und die Gäste ausgleichen konnten. „Der Kampfrichter hat sich später dafür entschuldigt“, war für Sirin die Sache wohl auch aufgrund des eindeutigen Endergebnisses aber schnell gegessen.

Dennoch waren seine Schützlinge danach erst einmal in Hintertreffen. Andreas Eisenkrein (61 G) hatte aufgrund seines Trainingsrückstandes keine Chance und gab drei Mannschaftszähler ab. Dass der KSV nicht mit einem Rückstand in die Pause ging, lag zum einen an Imants Lagodskis, der im Halbschwergewicht einen Zähler sicherte – der Lette gewann beim 4:4 gegen Nico Graf aufgrund zwei Zweier-Wertungen knapp nach Punkten (Graf sammelte zwei Einer- und eine Zweier-Wertung). Zum anderen trumpfte Ramzan Awtaew (66 F) stark auf und glich zum 4:4 aus.

Mamutov legt Gegner aufs Kreuz

In der zweiten Kampfhälfte gab die Sirin-Truppe dann keinen Mannschaftspunkt mehr ab. Zunächst setzte sich Nico Brunner (86 G) nach 2:08 Minuten vorzeitig durch. Sein Gegner Sebastian Otto griff Brunner in Bodenlage gleich zweimal hintereinander ins Bein und wurde deshalb disqualifiziert. Zuvor hatte der Wittener schon einige Zähler eingestrichen. Im Anschluss folgte der Höhepunkt des Abends: Fevzi Mamutov (71 G) legte Junioren-Europameister Andrej Ginc aufs Kreuz. „Fevzi hatte den ganzen Kampf schon dominiert und seinen Gegner eiskalt ausgekontert“, freute sich Sirin über die vier Zähler. Ginc ging das Duell im griechisch-römischen Stil offensiv an, versuchte Mamutov die Schleuder zu ziehen. Der Ukrainer im KSV-Dress wehrte den ersten Angriff ab. Beim zweiten war es dann um Lübtheens 71-kg-Mann geschehen. Mamutov konterte den erneuten Schleuder-Versuch zum Schultersieg – 12:4.

Der Rest war spätestens nach Ibro Cakovic’ Punktsieg zum 14:4 gegen DM-Halbfinalist Lennard Wickel (80 F) nur noch Formsache. Auf Alexander Storck (75 F), der trotz anhaltender Knieprobleme gewann, und Ilie Cojocari (75 G) war Verlass. Der KSV Witten steht im Tableau nun an Vierter Stelle.

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