Am Ende sind sie alle gleich. Verschwitzt, abgekämpft, erschöpft. Sie verlassen den schmalen Steg an der Ruhr und trotten zu ihren Zelten, um sich dort für ein paar Stunden zu erholen. Knapp eineinhalb Minuten benötigen die Drachenboote für die Rennen bei den „Days of Thunder“. Unter tosenden Trommelschlägen und lautem Jubel wird so hart gepaddelt, bis die Ziel-Boje erreicht ist. Danach, trotz schmerzender Arme und rasendem Puls: Party!
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Es ist verdammt viel los bei der Drachenboot-Regatta des Kanu-Clubs Witten am Samstag und am Sonntag. Auf der schmalen Brücke über der Ruhr unweit des Vereinsgeländes drängeln sich die Schaulustigen, um die Rennen aus erhöhter Perspektive zu verfolgen. In gemächlichem Tempo geht es für die 20-köpfigen Teams zur Startposition, doch sobald der Startschuss ertönt, rauschen die Stechpaddel der vier Boote geradezu ins Wasser. Es geht rasant zu, meist entscheiden am Ende nur wenige Sekunden über Sieg oder Niederlage.
Days of Thunder 2025 in Witten: Hunderte Athleten, tausende Zuschauer
Vier Boote messen sich in den einzelnen Rennen. Haben sie das Ziel erreicht, legen schon wieder die nächsten Richtung Startlinie ab. So geht es den ganzen Samstag und den halben Sonntag. 89 Teams treten in verschiedenen Leistungsklassen an, vom Vereins-Kanuten bis zum Spaß-Paddler. Hunderte Athleten, Tausende Zuschauer – selten ist auf und neben der Ruhr so viel los wie bei der traditionellen Veranstaltung in Witten-Heven.
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In der „Torkelgasse“ treffen sie später wieder aufeinander. Die „BOOTox Luder“ und die „Vodka Vikings“. Die „Ruhrpott Assis“ und die „Elternabend-Überlebenden“. Bei den „Days of Thunder“ mögen die Rennen unter den donnernden Schlägen der Boots-Trommler der Aufhänger des zweitägigen Zusammentreffens sein, fast genauso wichtig aber ist die Stimmung auf dem riesigen Gelände der Wittener Kanuten. Irrwitzige Namen, bunte Kostüme und ganz viel Partylaune bringen die Teilnehmer mit. Das geht nun schon seit einem Viertel-Jahrhundert so, und Andreas Böhm aus Herbede verrät augenzwinkernd sein Erfolgsrezept: „Wir trinken vor jedem Rennen einen Sekt, dadurch fahren wir lockerer.“ Na dann, Prost!

Days of Thunder 2025 in Witten: Drachenboot hier, Festivalcharakter dort
Böhm und das Team „Ewig jubelt Hägar“ waren bisher bei allen Ausgaben der Wittener Donnertage dabei, vor dem Mannschaftszelt sind die eigens angefertigten T-Shirts jedes Jahres drapiert wie Trophäen. Andere Teams haben Planschbecken aufgebaut, manche zur Erfrischung bei schwülen Temperaturen, andere zum Kühlen der mitgebrachten Getränke. Laute Musik ertönt aus den Lautsprechern fast jeder Parzelle, die Teams vertreiben sich die Wartezeit zwischen den Rennen mit Volleyball, Beerpong oder sie organisieren wie das Team „Thomas Luig“ eine Show für alle Interessierten und spielen mit ihnen „Ich bin ein Star, holt mich hier raus.“ Längst ist klar: Die „Days of Thunder“ sind nicht nur ein Drachenboot-Rennen. Sie sind eine einzig große Party. Sport und Festivalcharakter sind vereint.
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„Wir haben so unglaublich viele kreative Teilnehmer“, freut sich Jule Dominik vom Organisationsteam des Kanu-Clubs Witten. „Man merkt: Alle haben richtig Bock!“ Das fing schon am Freitagabend an, als nach dem Aufbau der Zelte zur Kopfhörer-Party geladen wurde, dabei 300 Menschen tanzten und es trotzdem nahezu leise blieb auf dem Gelände. „Ab 22 Uhr muss es ruhiger sein. Und wir wollen den Nachbarn nicht noch mehr zumuten“, sagt Jule Dominik schmunzelnd. Am Samstag ging es dann richtig los mit dem Event und am Sonntag fieberte der eine oder andere nach der Siegerehrung beim Abbau am Nachmittag schon den kommenden „Days of Thunder“ im Jahr 2026 entgegen.

Days of Thunder 2025 in Witten: Cheerleader-Uniformen und Basketballtrikots
Dazu gehört auch das Team „Nicht Meerjungfrau“. Zum 4. Mal ist der Freundeskreis aus Witten dabei. Sportlich hat es bei dem gemischten Spaß-Team bisher einmal zum vierten Gesamtplatz gereicht, aber 2023 wurden die „Altenheim“-Kostüme als beste der Veranstaltung ausgezeichnet. Nun tragen die Frauen Cheerleader-Uniformen und die Männer Basketballtrikots, aus der Musikanlage tönen Songs des Filmreihe „High School Musical“. „Wir treffen uns schon lange vor dem Start, beraten uns und stimmen dann über die Kostümvorschläge ab“, erklärt Teamkapitänin Luisa Zuppa.

Gute Stimmung auf dem Zeltplatz, entspannte Lage beim Deutschen Roten Kreuz. Ein verstauchtes Gelenk hier, ein Schnitt vom Paddel dort, aber insgesamt ging es am Samstag und auch am Sonntag ruhig zu. Die Action spielte sich hauptsächlich auf dem Wasser ab. Dort, wo sich immer wieder vier Drachenboote unter tosenden Trommelschlägen auf 250 Metern bis zur Erschöpfung duellierten - und danach gemeinsam feierten..


