Der Handball-Krimi zwischen dem HSV Herbede und dem SV Teutonia Riemke II stand auf des Messers Schneide, wurde erst drei Sekunden vor dem Ende entschieden. Die heftige Niederlage des TuS Bommern II im EN-Derby zeichnete sich hingegen schon sehr früh ab.

HSV Herbede - Teutonia Riemke II 28:27 (14:13). Zehn Sekunden vor dem Ende kochten die Gemüter in der Jahnhalle hoch. Beim Stande von 27:27 wurde ein HSV-Spieler im Tempogegenstoß rüde gefoult. Das war eigentlich ein klarer Siebenmeter, doch die Schiedsrichter gaben nur einen Freiwurf. HSV-Coach Marko Weiß war am Ende über die Fehlentscheidung gar nicht mal so unglücklich: „Wir hatten nämlich vorher unsere zwei Siebenmeter verworfen.“ Alexander Schönherr schnappte sich den Ball und nagelte ihn zum 28:27-Siegtreffer ins Netz.

HSV Herbede liegt in der Schlussphase mit zwei Toren hinten

Das war ohne Frage der Höhepunkt in einem ziemlich ausgeglichenen Spiel. Der Vorletzte spielte besser, als es der Tabellenplatz aussagte. Die Bochumer kamen mit drei Spielern aus der A-Jugend-Oberligamannschaft, so der HSV-Trainer: „Die waren sehr schnell, sodass unser Tempospiel nicht der gewohnte Trumpf war.“

Der HSV führte ab der dritten Minute, schaffte es aber nicht, sich abzusetzen - zur Pause hieß es lediglich 14:13. Als der stark aufspielende Rückraumschütze Alexander Czerkawski in der 44. Minute seine dritte Zeitstrafe kassierte und Herbede vier Minuten in Unterzahl spielte, übernahmen die Gäste die Führung. Sechseinhalb Minuten vor dem Ende lagen die Wittener mit 23:25 hinten. Walter Haupt gelang das 27:27, und ein Ballgewinn der HSV-Defensive leitete das Happy End ein.

HSV: Bentlage; Schulte (6), Schönherr (4), Radtke, Czerkawski (6), Hoffmann (2), Schorlemmer (2), Müller, J. Windfuhr, A. Haupt (1), Busch (4), W. Haupt (3).

HSG Gevelsberg-Silschede II - TuS Bommern II 28:20 (13:10). Die Bommeraner traten in diesem Verfolgerduell zwar mit genügend Spielern an, doch Trainer Sebastian Razeng musste feststellen: „Mit Jannis Speck und Moritz Prior fehlten zwei Leistungsträger, dazu war Joshua Stiefermann noch nicht richtig fit. Gegen die ausgebufften Silscheder waren meine jungen Leute nicht ausgekocht genug.“

Eine doppelte Unterzahl des TuS Bommern II läutet die Entscheidung ein

So war die 2:0-Führung (4.) nur eine Momentaufnahme, und nach 22. Minuten lagen die Gäste schon mit 6:9 hinten. Aus dem 10:13-Pausenrückstand wurde schnell ein 10:15, und als die Bommeraner beim Stande von 13:17 zwei Zeitstrafen aufgebrummt bekamen, hieß es bald 16:23. Razeng sagte: „Anschließend haben wir uns auch etwas gehen lassen, denn es gab nichts mehr zu gewinnen.“

TuS: Bauer, Stumpf; Frank (7/3), Held, Stiefermann, Grajcar (3), Böving (1), Drewes (1), Körner (4), Hollmann, Lenzen (1), Köhler (3).

Hattingen: HSG Hattingen-Sprockhövel II - TuS Bommern II
Enttäuscht nach der unerwartet hohen Niederlage in Gevelsberg: Bommerns siebenfacher Torschütze Michael Frank (re.).© FUNKE Foto Services | Uwe Ernst

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