Basketball: 2. Bundesliga Pro B

Offen und loyal

Torsten Schierenbeck ist Trainer der BG Dorsten. Foto: André Elschenbroich / WAZ FotoPool

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Dorsten. Torsten Schierenbeck ist ein Mann mit Format: Ein bisschen größer als die meisten Basketballtrainer ist er. Auch ein bisschen breiter. Und eigentlich immer gut gelaunt.

Es sei denn, es steht wieder mal ein Besuch beim Zahnarzt an. Dann geht die Laune runter und das Herz schneller. „Ich habe richtig Panik. Den Zahnarzt mochte ich schon als kleines Kind nicht“, verrät der 46-Jährige. Neulich aber war es soweit. Das Resultat: Zwei Zähne mussten raus. Beim anschließenden Besuch der WAZ-Sportredaktion war seine Laune wieder bestens.

Seit fast vier Monaten ist Torsten Schierenbeck in Dorsten zu Hause. Zumindest sportlich. Mit seiner Ehefrau Patricia wohnt er in Hilden. „Sie arbeitet in Bonn, ich in Dorsten. Da liegt Hilden ziemlich zentral.“

Als seine Heimat bezeichnet Schierenbeck aber nach wie vor Berlin. In der Hauptstadt ist er geboren, in die Hauptstadt will er spätestens im hohen Alter wieder zurück. „Wenn schon aus Berlin raus, dann ist es auch egal, in welches Dorf. Hamburg, München oder eben Dorsten“, sagt er und lacht.

Der BG-Coach mag die alte Zeche Fürst Leopold, in der vor der Saison das Fotoshooting der BG Dorsten stattfand. Ihm gefällt der große Supermarkt in Holsterhausen und natürlich die Juliushalle. „Ansonsten kenne ich mich noch nicht so gut aus“, erklärt er.

Trotz der tiefen Verbundenheit zu Berlin ist Torsten Schierenbeck Mitglied beim FC Bayern München. „Ich bin kein Opportunist“, sagt er. „Die meisten Berliner sind gegen die Bayern. Ich habe mich gefragt, warum eigentlich. Dann habe ich mir ein paar Spiele angeschaut und mochte die Spielweise.“

Lassen es die Zeit und die Finanzen zu, verbringt er einen Teil der basketballfreien Zeit von April bis August am liebsten in Florida. Am Meer, im Mietwagen oder aber in den riesigen „Shopping-Malls.“ 17 Paar Turnschuhe brachte er alleine vom letzten Florida-Trip mit nach Hause. Den Großteil seiner Oberhemden, die er bei den Basketballspielen trägt, hat er ebenfalls aus den Vereinigten Staaten mitgebracht.

„Großen Spaß“ habe er an seiner neuen Arbeit bei der BG Dorsten. Schließlich sei diese Arbeit einzigartig. Noch niemals habe Schierenbeck eine Mannschaft trainiert, in der so viele Eigengewächse zum Stamm gehören. Zudem sei die Leistungsbereitschaft seiner Akteure außergewöhnlich. „Das Herz und die Liebe zum Basketball sind in Dorsten deutlich spürbar. Alle Spieler haben den festen Willen, sich stetig zu verbessern.“

Sechsmal pro Woche bittet Schierenbeck zum Training. Viermal am Abend, zweimal vormittags. Mindestens. Denn auch auf Individualtraining legt er großen Wert. Als aktiver Spieler mischte er in der Berliner Oberliga mit. Eine schwere Knieverletzung zwang ihn schon in jungen Jahren zur Aufgabe. Schierenbeck wurde Schiedsrichter, später Trainer.

Nach zwölf Spielen steht er mit der BG auf Rang fünf. Die Bilanz: Acht Siege, vier Niederlagen. „Unser Ziel ist und bleibt allein der Klassenerhalt“, betont der Coach und ergänzt: „Nach Möglichkeit vielleicht die Play-Offs.“ Platz acht würde reichen.

Torsten Schierenbeck verurteilt Hinterhältigkeit. Von seinen Spielern fordert er Offenheit, fordert er Loyalität. „Das ist es auch, was ich meinen Jungs entgegenbringe. Dann auch gerne doppelt und dreifach.“

Genau über diese Charaktermerkmale habe er mit Vereinsboss Bruno Kemper beim ersten losen Treffen im Berliner Hotel InterContinental gesprochen. Kemper habe genickt.

Und nach der ersten Zusammenkunft mit der jungen Mannschaft Anfang Juni wusste auch Schierenbeck: „Das mit der BG - das passt.“

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