Bereits vor 43 Jahren verschwand Recklinghausens ältester Fußball-Klub von der sportlichen Bildfläche, verschluckt im Zuge der Fusionswelle - mit dem Zusammenschluss mit den Nachbarn Wacker 20 sowie Preußen Hochlarmark.

Die "Zebras", genannt aufgrund des charakteristischen Trikotdesigns mit den markanten schwarzen Querstreifen auf weißem Grund, sind aber bis heute unvergessen. Seit 1990 treffen sich einstige Spieler, Funktionäre oder Wegbegleiter wieder regelmäßig.

Und mächtig stolz sind sie in der Südstadt, dass sie es sogar ins Westfälische Landes-Museum für Industriekultur in Bochum geschafft haben. Aktuell sind dort bis zum 1. November Exponate im Rahmen der Ausstellung "Von Kuzorra bis Özil - Die Geschichte von Fußball und Migration im Ruhrgebiet" zu besichtigen. Ein Exponat ist die große Mamortafel mit dem Vereinsschriftzug "S.V. Union 05", die vormals im Treffpunkt bei Bergedick hing.

Erwin Palicki, der einen dicken Aktenordner mit Fotos und Zeitungsartikeln der Unioner mit sich führt, schlägt stolz die Seite des Begleit-Katalogs auf, wo die Marmortafel abgebildet ist. Dort steht in großen Lettern "Ein Verein überlebt seine Auflösung."

Auch das kann man nicht abstreiten. Die Stimmung im Leusberger Vereinsheim könnte nicht besser sein. Die Bewirtung übernahm selbstredend Udo Skapski. Die Gäste, darunter Junioren-Nationalspieler Winfried Micke (Unioner und später Vertragsspieler beim VfL Bochum), sangen aus voller Kehle ihre alten Gassenhauer.

Ein besonderes Geschenk hatte Hubert Wiatr für Organisator Skapski parat: Im privaten Fundus entdeckte er noch eine alte Vereinsnadel, die am Abend noch den Besitzer wechselte. Sternförmig aus allen Himmelsrichtungen waren die Unioner angereist. "43 Jahre gibt es diesen Verein nicht mehr", stellte Skapski fest. "Aber diese Resonanz ist der Wahnsinn." Es stimmt also wirklich: Der SV Union 05 hat seine eigene Auflösung überlebt.