Taekwondo

Langenberger SG zähmt beim BGN-Pokal die Tiger

Wachablösung: Die Langenberger SG, hier mit Yonne Pauly (re.), stößt Titelverteidiger Wuppertaler Tigers, hier mit Suede Ceylan, vom Thron und gewinnt den BGN-Pokal.

Wachablösung: Die Langenberger SG, hier mit Yonne Pauly (re.), stößt Titelverteidiger Wuppertaler Tigers, hier mit Suede Ceylan, vom Thron und gewinnt den BGN-Pokal.

Foto: Uwe Möller

Velbert.   Das LSG-Team holt den Titelverteidiger vom Sockel. Die offene Velberter Meisterschaft bei der VSG überzeugt auch mit italienischen Momenten.

Fast zehn Stunden lang hatte es Faust- und Fuß-Kombinationen am Fließband gegeben, schließlich nahmen nicht weniger als 262 Kampf-Künstlerinnen und Künstler am fünften BGN-Pokal teil. Die offene Velberter Stadtmeisterschaft im Taekwondo bei der Velberter SG erfordert viel Kondition. Als nun die Sieger der Gesamtwertung verkündet werden, gibt es bei der Langenberger SG jedenfalls keine Spur von Kraftverlust, vielmehr werden sogar frische Energien freigesetzt. Die Senderstädter landen nämlich im stattlichen Feld der 26 Teams auf Platz eins.

Emotionen im Emka-Sportzentrum

Damit hat das LSG-Taekwondo-Team den Wuppertaler Tigern, die zuletzt dreimal in Folge gewonnen hatten, die Krallen gestutzt. Das Trainerteam und die 22 Aktiven hüpfen auf und ab, legen einen kleinen Jubeltanz hin, lassen ihren Vereinsnamen per Sprechchor durch die Dreifach-Halle des Emka-Sportzentrums schallen und posieren stolz mit dem stattlichen neuen Wanderpokal, den die Baugenossenschaft Niederberg gestiftet hat.

Es war der passende Abschluss einer gelungenen Veranstaltung, der man mitunter einen alten, leicht variierten Werbespruch verleihen könnte: „Die koreanische Kampfsportart weckt den Italiener in Dir.“

Bürgermeister Dirk Lukrafka ist Schirmherr und betonte in seiner Grußansprache, dass Taekwondo vor 30 Jahren in Seoul sein Debüt bei Olympia gefeiert und seither einen beachtlichen Aufschwung erlebt habe – was man auch in Velbert bewundern könne. Einmal im Jahr auch beim BGN-Pokal. Organisator Christian Geelen war zufrieden. „Es ist wieder gut gelaufen. Ich bin auch stolz, dass wir trotz der Konkurrenz des DM-Turniers in Düsseldorf so viele Teilnehmer hatten“, sagte der erfahrene VSG-Trainer. Sein Kollege von Tornado Velbert, Cafer Naroglu, stellte klar: „Ich habe auch mehrere meiner Asse in Düsseldorf dabei. Aber es kommt gar nicht in Frage, hier nicht anzutreten.“

Tornado Velbert landet auf Platz fünf

Also bot Tornado 17 Kämpferinnen und Kämpfer auf und brachte es auf Platz fünf — ein weiterer schöner Erfolg für die einheimischen Asse neben dem Sieg der LSG, der auch verdient war, wie Abteilungsleiterin Melanie Colak betonte: „Auch wir hatten einige Ausfälle. Aber wir haben eine tolle Teamleistung gebracht. Zehn Siege, sechs zweite und drei dritte Plätze sind eine starke Leistung.“

Dabei kam es wieder nicht nur auf Punkte und Platzierungen an. Der BGN-Pokal, der zwar alle Klassen anbietet, aber doch den Schwerpunkt auf den Nachwuchs setzt, lebt besonders von der Atmosphäre auf der Tribüne und auf den Matten.

So zum Beispiel beim Kampf von LSG-Athletin Yvonne Pauly. Sie hat inzwischen vier Kinder in der Langenberger Taekwondo-Abteilung untergebracht, zwei sind hier im Einsatz. Während sie im dramatischen Duell Suede Ceylan von den Wuppertaler Tigern in der Verlängerung bezwingt, kämpft auf der Matte daneben ihr Sohn Joshua und zieht mit einem deutlichen Punktsieg ins Finale ein, auch Tochter Anastazja wird den Endkampf erreichen — und gewinnen. Für Yvonne ein ebenso erfolgreicher wie emotionaler Tag.

Temperamentvolles Taekwondo im italienischen Stil bietet kurz darauf Gastgeber Velberter SG: Talent Flavio Spano nimmt sich in der 27 Kg-Klasse Arjan Arnautovic aus dem Münsterland vor. Sein Kontrahent kämpft sonst eine Klasse höher, wurde aber wegen Ausfällen im Teilnehmerfeld herunter gesetzt — dennoch hat er keine Chance.

„Bei Flavio gibt es kein Herumgehampel, er greift sofort an“, betont Trainer Christian Geelen. Flavio nimmt kurz Maß oder täuscht kurz an — und dann kommen die ebenso eleganten wie dynamischen Fußtechniken. An der elektronischen Treffer-Anzeige haben die Unparteiischen viel zu tun. Mit 23:4 Punkten wird Arnautovic deklassiert.

Einmal in Fahrt, schaltet der Velberter im Finale zwei Gänge höher. Er wird es mit 33:12 gewinnen. Die Zuschauer bekommen gar nicht genug davon: „Los Flavio, nicht so lange warten!“ Und schon schnellt das Bein wieder hoch. „Juhuu“, kommt es vom Anhang am Mattenrand. Das weckt den Italiener in Dir.

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