Es wäre wahrscheinlich anders gelaufen. Wäre da nicht die 41. Minute gewesen. Kurz vor der Halbzeitpause gab es quasi schon die Vorentscheidung im Bergischen Derby der Regionalliga West zwischen dem SSVg Velbert und dem Wuppertaler SV, als der SSVg-Kapitän und wichtigste Mann der Velberter Defensive Felix Herzenbruch mit Rot vom Platz musste.
Was war passiert? So ganz hatten es viele Zuschauer in der mit 1.800 Menschen an diesem Freitagabend gut gefüllten IMS-Arena im ersten Moment nicht verstanden. Die Szene war auch kurios – ums „böse“ für Herzenbruch zu sagen: blöd. Der gebürtige Wuppertaler im Trikot der SSVg nahm nach einem indirekt ausgeführten Freistoß den rollenden Ball circa 25 Meter vor dem eigenen Tor mit der Hand auf. Nach Auslegung des Unparteiischen Cengiz Kabalakli ergab das eine rote Karte – im Spielbericht trug er „Verhinderung einer klaren Torchance“ ein. Das war zumindest diskutabel, vor allem auf den Rängen.
Regionalliga West: Herzenbruch fehlte Velbert im Derby gegen Wuppertal nach „Blackout“
Herzenbruch hatte gedacht, der Freistoß sei noch nicht freigegeben worden oder der Ball rollt auf ihn zu, damit er diesen für Velbert ausführt. So oder so: Nach seinem kleinen Blackout fehlte er seiner Mannschaft hinten bitterlich, war er doch bis dahin mal wieder der stärkste Akteur der Niederbergischen.

Prompt folgte noch vor dem Pausentee das 1:0 für den Wuppertaler SV durch Aydogan. Wie heißt das? Ein psychologisch ungünstiger Zeitpunkt
SSVg Velbert in Unterzahl am Ende mittellos gegen den Wuppertaler SV
Nach Wiederanpfiff gaben sich die zehn verbliebenen Velberter aber selbstbewusst. Das Team von Trainer Jaouri stand zunächst wie erwartet tief, statt sich aber nur hinten einzuigeln und mal auf einen Konter zu warten, ging es auch durchaus gezielt nach vorne. Der schnelle Lepper konnte über die linke Außenbahn mit Alleingängen zweimal gefährlicher vor dem Wuppertaler Tor auftauchen, seine Abschlüsse waren aber zu schwach beziehungsweise nicht mutig genug.

Was vorne bei der SSVg nicht funktionierte, schlug dann aber nach zwei Drittel der Spielzeit im eigenen Tor ein. Der eingewechselte Wuppertaler Bouzraa schlenzte den Ball in der 66. Minute gekonnt zum 2:0 für die Gäste in die lange Ecke. Ab da war für die Hausherren einfach nichts mehr drin. Kleiner besorgte in der 78. den Endstand für den WSV.
Fußball in Velbert: Kapitän Felix Herzenbruch wird SSVg zweit Spiele gehlen
„Das war verdient“, zog Velberts Coach Ismail Jaouri nach dem Spiel ein klares Fazit. „Auch als wir hier noch elf gegen elf gespielt haben, hatte der WSV schon zwei große Chancen. Nach der bitteren roten Karten und dem ersten Gegentreffer ist es uns nicht gelungen, uns neu zu sortieren. Und auch die paar Umschaltsituationen konnten wir aufgrund der Defensivqualität der Wuppertaler nicht nutzen. So wird es halt schwer mit zehn Mann.“

Routinier Felix Herzenbruch wird der SSVg zwei Spiele rotgesperrt fehlen. Vielleicht bekommt dadurch in der nächsten Partie beim VfL Bochum II (11. August 2025, 20 Uhr) der junge Kilian-Joel Wagenaar seine Chance in der Startelf. Der aus der Jugend vom ETB Schwarz-Weiß Essen gekommene 19-Jährige kam nach dem Platzverweis seines Kapitäns in der zweiten Halbzeit gegen Wuppertal in die Innenverteidigung, und hinterließ bei seinem Regionalliga-Debüt einen sicheren Eindruck.
Lesen Sie hier noch einmal den Spielverlauf der Partie SSVg Velbert gegen Wuppertaler SV in unserem Liveticker nach.


