Vor der Begegnung beim seit drei Wochen feststehenden Meister Alemannia Aachen gab es bei der SSVg Velbert noch Hoffnung, durch ein positives Ergebnis in der Tabelle am SV Lippstadt vorbeizuziehen, doch mit dem Platzverweis für Yasin Kaya kurz vor der Pause und dem schnellen 0:1-Rückstand kurz nach dem Anpfiff wurde die Hypothek letztlich zu groß. So war die Niederlage kaum zu vermeiden, die am Ende mit 0:2 aber als achtbar bezeichnet werden kann.

Die erste Torannäherung hatten allerdings die Niederbergischen, als Yasin Kaya vom linken Flügel nach innen zog, sein Flachschuss aus 25 Metern das Tor aber knapp verfehlte. Nur zwei Minuten später bewies dann der Drittligaaufsteiger seine Qualität und Effizienz, spielte sich über die linke Seite durch und im Zentrum vollendete Thilo Töpken, der völlig frei aus kurzer Distanz zum Abschluss kam, weil Joey Gabriel sich falsch entschied und Manuel Schiebener außen unterstützen wollte, so dass sich der Torschütze absetzen konnte.

Die Velberter blieben aber dran, doch Kayas Schuss aus zehn Metern wurde im letzten Moment geblockt. Es entwickelte sich zunächst eine Partie auf Augenhöhe, es deutete in dieser Phase optisch kaum etwas darauf hin, dass ein zukünftiger Drittligist gegen einen designierten Oberligisten spielt. Etwas zwingender im letzten Drittel waren aber die Aachener, Ulrich Bapoh setzte sich gleich mehrfach nacheinander in Zweikämpfen gegen SSVg-Spieler durch und kam zum Abschluss, doch der Ball zischte knapp über die Latte.

SSVg Velbert: Herzenbruch leitet Schiebener-Chance en

Als sich Felix Herzenbruch im Mittelfeld konsequent den zweiten Ball erkämpfte, leitete er weiter auf Schiebener, doch dessen Schuss aus halbrechter Position parierte Alemannia-Schlussmann Marcel Johnen. Gegen Ende der ersten Halbzeit ließen die Kaiserstädter den Velbertern etwas mehr den Ball und waren dann immer wieder auch mal durch Umschaltaktionen gefährlich.

Kurz vor der Pause sah Kaya, der bis dahin gut im Spiel war, die Rote Karte, nachdem er hinter der Torauslinie in ein Gerangel mit Aachener Einwechselspielern verwickelt war. So mussten die Niederbergischen die letzte Halbzeit der Saison in Unterzahl bestreiten und so gestaltete sich die Aufgabe noch schwieriger als ohnehin.

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SSVg Velbert wird immerhin nicht abgeschossen

Natürlich hatte der Aufsteiger dann mehr vom Spiel und die Gäste Glück, dass der Ball nach einem Schuss von Torjäger Anton Heinz die Oberkante der Latte streifte. Wenig später spielte die Alemannia-Auswahl ihre numerische Überlegenheit sehenswert aus, als Bapoh Sasa Strujic in die Tiefe schickte und der auf Töpken ablegte, der aus zwei Metern nur noch zum 2:0 eindrücken musste. In der Folge gestalteten die Aachener die Begegnung sehr dominant und für die dezimierte SSVg-Auswahl ging es dann mit Priorität darum, sich nicht abschießen zu lassen.

Das gelang dann auch, denn die Velberter wehrten sich nach Kräften und ließen durch ihr hohes kämpferisches Engagement wenig zu.

Yasin-Cemal Kaya (hier gegen Rödinghausen) sah eine verhängnisvolle Rote Karte.
Yasin-Cemal Kaya (hier gegen Rödinghausen) sah eine verhängnisvolle Rote Karte.© FUNKE Foto Services | Socrates Tassos

Amateure gegen Profis: „Wir haben es gut gemacht“

Einmal musste Torhüter Marcel Lenz noch mit einer Fußabwehr retten, doch pünktlich nach 90 Minuten pfiff Schiedsrichter Lars Aarts ohne Nachspielzeit dann auch ab.

“Wir gehen erhobenen Hauptes vom Platz, die Jungs haben alles gegeben. Natürlich hat auch der Platzverweis eine Rolle gespielt“, sagte Andre Adomat, der Sprecher des SSVg-Trainerteams. Ähnlich sah es auch Herzenbruch. „Wir trainieren dreimal wöchentlich abends, gegen eine Vollprofimannschaft haben wir es aber wirklich gut gemacht“, befand er.

War es dann die vorerst letzte Regionalligabegegnung für die Niederbergischen? Sportlich sind sie abgestiegen, aber die nächsten Wochen werden zeigen, ob mehr als ein Verein auf sein Startrecht in der vierthöchsten Spielklasse verzichtet, um davon als Nachrücker profitieren zu können.

  • TSV Alemannia Aachen – SSVg Velbert 02 2:0 (1:0)
  • SSVg: Lenz, Schiebener, Gabriel, Duschke, Herzenbruch, Machtemes, Hemcke (64. Remmo), Mehlich (64. Abdel Hamid), Diallo (64. Erwig-Drüppel), Kaya, Buzolli (59. Hilger)
  • Tore: 1:0 Töpken (3.), 2:0 Töpken (58.)
  • Schiedsrichter: Lars Aarts
  • Zuschauer: 27.900

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