Niederrheinpokal

Ausschreitungen nach 0:1-Niederlage von RWO gegen Baumberg

Unschöne Szenen nach der 0:1-Niederlage von Rot-Weiß Oberhausen gegen die Sportfreunde Baumberg: RWO-Anhänger stürmten das Spielfeld, randalierten im Stadion.

Unschöne Szenen nach der 0:1-Niederlage von Rot-Weiß Oberhausen gegen die Sportfreunde Baumberg: RWO-Anhänger stürmten das Spielfeld, randalierten im Stadion.

Foto: Fabian Strauch/WAZ FotoPool

Oberhausen.  Nach der 0:1-Niederlage von Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen gegen die Sportfreunde Baumberg im Finale des Niederrhein-Pokals haben Anhänger von RWO randaliert. Wie die Polizei mitteilte, stürmten rund 200 Mann das Spielfeld. Zwei Ordner und ein Offizieller des Regionalligisten seien verletzt worden. RWO hatte in der Nachspielzeit verloren - plötzlich war der Traum vom DFB-Pokal ausgeträumt.

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Thorben Krol war nicht zu trösten. Weinend riss sich der RWO-Keeper das Trikot vom Leib und hätte sich am liebsten sofort im Rasen verbuddelt. Ausgerechnet der zuletzt stets zuverlässige Schlussmann war Mittwoch Abend um kurz nach 21 Uhr der tragische Held im Endspiel um den Niederrheinpokal. In der Nachspielzeit ließ der vor zehn Tagen 20 Jahre alt gewordene Torwart einen harmlosen Freistoß durch die nassen Handschuhe gleiten und ganz plötzlich war der Traum vom DFB-Pokal ausgeträumt. Dort treten nun die Sportfreunde Baumberg an, die mit dem späten Tor des Tages die Partie im Stadion Niederrhein entschieden.

Krol konnte einem besonders deshalb leid tun, weil es seine zehn Vorderleute waren, die diesem Aussetzer eine solche Bedeutung gaben. Denn Chancen für eine frühe Entscheidung zu ihren Gunsten hatten die Oberhausener reichlich, doch sie brachten den Ball nicht im Tor des Oberligisten unter. Vor allem Mike Terranova, den Trainer Peter Kunkel diesmal von Beginn an brachte, stand in der ersten Halbzeit immer wieder im Mittelpunkt. In der 12. Minute hatten viele der 2631 Zuschauer den Torschrei auf den Lippen, doch Baumbergs Keeper Tobias Bergen konnte den Schuss mit den Fingerspitzen noch um den Pfosten lenken.

SF Baumberg gut eingestellt

RWO war die erwartet spielbestimmende Mannschaft, doch die Gäste hatten sich offensichtlich gut auf die Kleeblätter eingestellt und suchten durchaus ihre Chance in der Offensive. Mit ihren beiden Spitzen Michael Rentmeister und Louis Klotz beschäftigten sie die RWO-Deckung immer wieder. Die größte Chance der Gäste entsprang allerdings aus einem Freistoß, als der aufgerückte Innenverteidiger Christian Beckers frei zum acht Metern zum Schuss kam und Krol zu einer Glanzparade zwang.

Im Spiel nach vorne blieb vieles Stückwerk. Den Oberhausenern war die Nervosität deutlich anzumerken, viele Zuspiele blieben ungenau. Dennoch vergaben Terranova (15., 20., 25., 28.), Jörn Nowak (26.) oder Patrick Bauder (45.) aussichtsreiche Möglichkeiten. So blieb es torlos und die Gäste machten in der zweiten Hälfte da weiter, wo sie vorher aufgehört hatten. Sie störten die Gastgeber nach Kräften und die fanden so nicht zu ihrer Linie. Die Anspannung stieg mit jeder Minute und die Zahl der Chancen nahm ab.

RWO-Anhänger stürmten das Spielfeld

Kunkel wartete mit einem Wechsel, lediglich der im Gesicht verletzte Nowak musste durch Tobias Hötte ersetzt werden. Bei den Gästen schwanden die Kräfte und in der Schlussviertelstunde kam RWO wieder vermehrt zu Möglichkeiten. Doch entweder war wieder einmal Bergen zur Stelle, oder es wurde überhastet abgeschlossen. Dennoch schien die Zeit für die konditionsstärkeren Oberhausener zu ticken. Doch als sich schon fast alle auf die Verlängerung eingestellt hatten, erhielten die Gäste etwa 25 Meter vor dem Tor einen Freistoß. Der Rest ist bekannt...

Unschönes Nachspiel: Nach der Niederlage stürmten laut Polizei rund 200 RWO-Anhänger das Spielfeld. Zwei Ordner und ein Offizieller des Regionalligisten seien verletzt worden. Zudem habe es Sachbeschädigungen gegeben. Die Polizei beendete die Ausschreitungen mit einem massiven Aufgebot und nahm eine Person fest. Spieler seien nicht angegriffen worden.

Zunächst hatte die Polizei noch befürchtet, die Randale könnte sich auf die am Mittwoch gestartete Fronleichnamskirmes verlagern. "Auf der Kirmes selbst gab es dann anschließend aus polizeiliche Sicht aber keine außergewöhnlichen Ereignisse", heißt es jedoch im Polizeibericht. (mit Material von dpa)

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