Der 5. Spieltag der 2. Damenbasketball-Bundesliga bot mit dem 62:64 (34:39) zwischen den New Basket Oberhausen und den Veilchen Ladies Göttingen ein tolles und spannendes Duell an Halloween. Ein Spiel, das eine Verlängerung verdient gehabt hätte, doch weil der Unparteiische ein Offensivfoul von Pauline Teßmer pfiff, als Alice Bremer klar zu spät die Verteidigungsposition erreichte, fehlte der letzte Abschluss der Gastgeberinnen, um eine solche zu erzwingen. „Wir waren nur kurz enttäuscht. Letztes Jahr haben wir noch mit 30 gegen sie verloren“, berichtet Leni Antwerpen aus der Kabine.
Auf den letzten Pfiff wollte man sich bei NBO ohnehin nicht so versteifen. „Wenn man so intensiv verteidigt, fehlt vorne hier und da die Kraft“, weiß Co-Trainer Helge Eggers, dass es in einem solchen engen Spiel die Kleinigkeiten sind. Die Mannschaft von Cheftrainerin Nicole Telke startete personell unverändert und auch wenn Maja Manten der erste Korb gelingen sollte, spielte Göttingen ein überragendes erstes Viertel. Der Ball bewegte sich mühelos, Bremer sowie Lea Nguyen waren besonders zielsicher unterwegs und Queralt Sibila fiel immer wieder mit flinken Händen und Ballgewinnen auf. Die 27:15-Führung für die Gäste war zu dem Zeitpunkt völlig verdient, es drohte deutlich zu werden. Doch NBO ließ sich im Heimspiel einfach nicht abschütteln, verkürzte auf 28:30 und blieb auch bis zum Pausentee immer in Schlagdistanz.
New Basket Oberhausen: Olympia-Siegerin Sonja Greinacher unter den Zuschauern

So verdiente sich die Oberhausener Mannschaft unter prominenten Augen einiges an Respekt. Olympia-Siegerin Sonja Greinacher wollte sich selbst von der starken Saison der New Baskets überzeugen und hatte im Publikum neben ihrer ehemaligen Mitspielerin Sarah Zierhut sichtlich Spaß an einem nun packenden Duell auf Augenhöhe.
Göttingen wurde nun körperlicher, Nguyen hatte viel Glück, dass ihr ein Foul an der Seitenlinie nicht als unsportlich ausgelegt wurde, auch Jarla Müller musste sich immer wieder durch harte Kontakte offensiv wie defensiv kämpfen. Glänzen konnte nun auch wieder Sarah Talon, die sowohl am offensiven Brett als auch defensiv gegen Bremer ein paar überragende Minuten hatte. Gekrönt von einem Dreier mit Ablauf der Uhr zum 40:45.
Göttingen musste sich strecken, verteidigte nun richtig gut, doch weil sowohl Lily Wilke als auch Müller zwei ganz wilde Dreier spät in den Angriffen trafen, blieb es mit 48:52 auch am Ende des dritten Viertels richtig knapp. Göttingen blieb in Führung, doch NBO immer ein bis zwei Angriffe hinten dran. „Wir haben in der Phase kollektiv gut verteidigt, mit großer Bereitschaft zur Hilfe“, lobt Eggers.
Göttingen bleibt durch den Sieg in der Halle Ost weiterhin ungeschlagen
Wenn man so intensiv verteidigt, fehlt vorne hier und da die Kraft.
Helge Eggers, NBO-Co-Trainer
Es wurde nun aber auch auf beiden Seiten intensiv und weniger flüssig. Talon traf nur einen von zwei Freiwürfen zum 59:62, 90 Sekunden vor dem Ende. Ana Teresa Faustino kam im Gegenzug zu einfach zum Korbleger, doch Wilke übers Brett machte mit dem 62:64 wieder alles offen. Göttingen nahm die Auszeit, aus der erst Bremer, dann Sonia Sato den Ball nur an den Ring brachten. Wilke schnappte sich den Rebound mit 25 Sekunden auf der Uhr und trieb das Spiel nach vorne. Über Müller landete der Ball bei Teßmer, die sofort zum Korb zog. Bremer schloss die Lücke reichlich spät, doch statt den zwei Freiwürfen gab es Ball für die Gäste. In den letzten sechs Sekunden wollte NBO nun die Uhr stoppen, doch auch da spielten die Unparteiischen nicht mit und entschieden erst beim vierten Vergehen und 0,2 Sekunden endgültig auf Foul. Göttingen ließ auslaufen und bleibt damit ungeschlagen.
NBO: Müller (16), Wilke (6), Talon (10), Teßmer (6), Manten (19); Antwerpen (n.e.), Kaschuba (n.e.), Hülsmann, Krocker (3), Kluss (2), Eisenhardt (n.e.).


