Vor wenigen Jahren stand die Zukunft der Galopprennbahn Raffelberg im Städtedreieck Mülheim/Oberhausen/Duisburg auf der Kippe, nun hat sie binnen weniger Tage ihre Zukunft als Trainingszentrum gestärkt: Mit Markus Klug schlägt ein vierfacher Trainer-Champion seine Zelte an der Ruhr auf, und der frühere Jockey Robin Weber (nach einem schweren Unfall im Rollstuhl) wird nach absolvierter Prüfung zum Pferdewirtschaftsmeister gleichfalls ab Januar im Trainergeschäft tätig. Mit Yasmin Almenräder, Marcel Weiß, Alex Kleinkorres und Jean-Pierre Carvalho und rund 200 Vollblütern bilden sie den nach Köln-Weidenpesch zweitstärksten Galopper-Block Deutschlands. Am Samstag aber steigt mal wieder ein Renntag gleich hinter dem Alstadener Ruhrbogen.

Lokalmatadorin Grande Gioia mit Außenseiterchancen

Der hat es in sich, denn es geht auch um das „Silberne Band der Ruhr“, wie Deutschlands längstes Flachrennen seit seiner ersten Austragung auf dieser Bahn 1930 heißt. Über 3300 Meter messen sich diesmal zehn Pferde internationaler Qualität. Mit der vom Franzosen Jean Pierre Carvalho am Raffelberg trainierten Stute Grande Gioia ist auch eine Lokalmatadorin am Start, der freilich nur Außenseiterchancen eingeräumt werden.

Favorisiert ist der fünfjährige Narrativo aus dem formstarken Stall von Henk Grewe und geritten von Leon Wolff, aber: Narrativo hat nicht immer Lust und Laune. Sicher zu beachten und mit mehrfachem Ortsgeruch versehen ist Almenkönig aus dem Stall Mandarin, der dem Raffelberger Rennclub-Vizepräsidenten Hans Bierkämper gehört und von der am Raffelberg stationierten besten inländischen Reiterin der Saison, Sibylle Vogt, gesteuert wird.

Sieben Rennen und ordentlich Preisgeld

Die Rennkarte umfasst insgesamt sieben Rennen, was auch dem Termin – es geht allmählich in den Winter – geschuldet ist. Die Rennen sind attraktiv besetzt und könnten auch unter der Überschrift „Deutschland gegen Frankreich“ stehen, denn zahlreiche Pferde und Jockeys kommen am Samstag aus dem Nachbarland. Die Pforten am Raffelberg öffnen bereits morgens um 10 Uhr, und zum ersten Rennen öffnen sich die Startboxen um 10.57 Uhr. Das sind ungewöhnliche Zeiten und hat damit zu tun, dass die französische Buchmacher-Organisation PMU die ersten fünf Rennen live in die Wettbüros überträgt und als Co-Sponsor auftritt.

Neben dem mit 33.000 Euro dotierten „Silbernen Band“ genießt ein mit 52.000 Euro ausgestattetes Auktionsrennen hohen sportlichen Wert. Der Mülheimer Hengst Don Bosco (Axel Kleinkorres/René Piechulek) dürfte in dem mit zwölf Teilnehmern besetzten Feld über die Distanz von 2000 Metern eine gute Rolle spielen. Interessant für Zocker: In den Rennen 4 bis 7 sind im Rahmen der V4-Wette die Sieger vorauszusagen – 10.000 Euro Garantie-Ausschüttung.

Pferdesport mit buntem Rahmenprogramm

Rund um die Rennen gibt es wieder ein buntes Unterhaltungsprogramm für alle Generationen mit Karussell, Hüpfburg, Cocktailbar und Rennstallführungen. Und auch die Turf-Terrasse ist für Freunde der Kulinarik geöffnet.

Die Freunde des Galopprennsports hoffen, dass dieser Renntag nicht der letzte des Jahres an der Ruhr ist, denn der 2. Weihnachtstag ist fest eingeplant – wenn das Wetter mitspielt.