Ende Juli des vergangenen Jahres hatte die Vereinsführung von Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen gemeinsam mit dem damaligen Oberbürgermeister Daniel Schranz sowie Sportdezernent Jürgen Schmidt einen Katalog mit sämtlichen notwendigen Maßnahmen zur Herstellung der Profiliga-Tauglichkeit für das Stadion Niederrhein vorgestellt. Nun, knapp zehn Monate später, hat der Stadtrat einstimmig die Herstellung der Drittligatauglichkeit des Stadion Niederrhein zur Saison 2026/27 oder später beschlossen.
„Wir freuen uns sehr über diesen wichtigen und zukunftsweisenden Beschluss des Rates der Stadt Oberhausen. Besonders die Einstimmigkeit der Entscheidung ist ein starkes Signal für den Sportstandort Oberhausen und die Zukunft des Stadion Niederrhein. Dass dieser Prozess seinen Ursprung in einer Initiative unseres Vereins hatte und anschließend innerhalb einer gremienübergreifenden Arbeitsgruppe gemeinsam weiterentwickelt wurde, macht diesen Beschluss für uns besonders wertvoll“, sagt Marcus Uhlig, RWO-Vorstandsvorsitzender, gegenüber den Vereinsmedien. „Die vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit der Stadt Oberhausen war dabei jederzeit von gegenseitigem Respekt geprägt. Unser ausdrücklicher Dank gilt der Stadt Oberhausen, Oberbürgermeister Thorsten Berg sowie den Mitgliedern des Rates für die Unterstützung und das klare Bekenntnis zum Stadion Niederrhein. Ebenso möchten wir uns ausdrücklich bei Architekt Christoph Helbich bedanken, der die Machbarkeitsstudie mit großer Expertise und hohem Engagement begleitet hat.“
Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung des Stadions Niederrhein
Besonders die Einstimmigkeit der Entscheidung ist ein starkes Signal für den Sportstandort Oberhausen und die Zukunft des Stadion Niederrhein.
Marcus Uhlig, RWO-Vorstandsvorsitzender
Zum Hintergrund: Das Büro SHA Scheffler Helbich Architekten war mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Weiterentwicklung des Stadions Niederrhein beauftragt worden. Gegenstand der Untersuchung war sowohl die kurzfristigen Maßnahmen für einen möglichen Aufstieg in die 3. Liga (Stufe A) als auch perspektivische Entwicklungsoptionen, insbesondere ein möglicher Neubau der Kanaltribüne (Stufe B). Diese Machbarkeitsstudie zeigte auf, dass das Stadion Niederrhein grundsätzlich über die wesentlichen baulichen Voraussetzungen (Kapazität, Spielfeld, Funktionsräume) verfüge, aber auch „erhebliche technische und infrastrukturelle Defizite“ bestünden, „die eine kurzfristige Ertüchtigung erforderlich mache.“
Zu diesen Defiziten gehören im Einzelnen: die Flutlichtanlage, die Rasenheizung, die Notstromversorgung, die EDV- und Medieninfrastruktur, die Sicherheits- und Kommunikationssysteme (Videoüberwachungslange, ELA-/Beschallungsanlage, die Zuschauerinfrastruktur (Sanitäranlagen, Barrierefreiheit) und der Spielfeld- und Spielbetrieb (Spieler- und Offiziellenbereiche, Ersatzbänke und Umkleiden, Anzeigetafel). Laut Beschluss werden die Servicebetriebe Oberhausen nun damit beauftragt, die erforderlichen Planungs- und Bauleistungen unverzüglich einzuleiten und umzusetzen. Die Gesamtprojektkosten sollen bei 3.998.400 Euro liegen.
Stadion Niederrhein: Wie geht es mit den Plänen für eine neue Kanaltribüne weiter?
Illia Poliakov wechselt zur SG Wattenscheid
Illia Poliakov, in der abgelaufenen Saison noch für Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen im Einsatz, wird in der kommenden Spielzeit für den Oberligisten SG Wattenscheid die Fußball-Schuhe schnüren. Der Ukrainer, der nach ihrer gemeinsamen Zeit beim SC Verl wieder mit dem zukünftigen SGW-Trainer Przemek Czapp vereint sein wird, unterschrieb bis zum 30. Juni 2027 an der Lohrheide. In der abgelaufenen Regionalliga-Saison hat Poliakov elf Einsätze für RWO zu verbuchen, wobei er zwei Vorlagen geliefert hat.
Als langfristige Perspektive hatte Rot-Weiß Oberhausen im vergangenen Juli zudem eine erste Konzeptidee für eine neue Tribüne als Ersatz für die nicht mehr zeitgemäße „Kanalkurve“ unter Einbeziehung des gesamten Bereichs in Richtung Rhein-Herne-Kanal bzw. Kaisergarten entwickelt. Vorgesehen ist dabei eine neue Kanaltribüne mit 3.030 überdachten Sitzplätzen, verteilt auf vier Blöcke. Darüber hinaus enthält die Konzeptskizze Überlegungen zu ergänzenden multifunktionalen Nutzungsflächen im rückwärtigen Bereich der Tribüne zum Kanal hin. Die konkrete Ausgestaltung möglicher VIP- oder Veranstaltungsbereiche ist bislang jedoch noch nicht abschließend definiert und bleibt Gegenstand ggfs. weiterer Planungen. Hierbei werden insbesondere auch mögliche Refinanzierungsansätze durch externe Nutzungen und Drittanbieter zu berücksichtigen sein.
„Ein möglicher Neubau der Kanaltribüne war ausdrücklich nicht Gegenstand des bisherigen Beschlusses und müsste daher in einem gesonderten Verfahren beraten und entschieden werden“, erklärt Andreas Beulshausen, Bereichsleiter Sport, auf Nachfrage dieser Redaktion. „Bei einem solchen Vorhaben bewegen wir uns in einer finanziellen Größenordnung im zweistelligen Millionenbereich. Vor diesem Hintergrund wäre zunächst eine entsprechende politische Willensbildung erforderlich; letztlich müsste eine separate Beschlussfassung durch den Rat der Stadt Oberhausen erfolgen. Angesichts der derzeit angespannten Haushalts- und Finanzsituation der Stadt bleibt abzuwarten, ob und in welchem Umfang ein solches Projekt - idealerweise unter Einbeziehung von Fördermitteln - perspektivisch realisiert werden kann. Weitere Planungsgespräche mit RWO und den beteiligten Architekten sind für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen.“


