Mit einem Sieg im Einerkajak über die 1000 Meter hat Caroline Heuser beim zweiten Kanu-World-Cup in Brandenburg für eine große Überraschung gesorgt. Die 19-jährige Oberhausenerin setzte sich in einem hochklassig besetzten Finale souverän durch und bestätigte damit eindrucksvoll ihre derzeit starke Form.

Bereits im Vorlauf am Donnerstagmorgen zeigte die Athletin des Alstadener Kanu-Clubs eine überzeugende Leistung. Mit einem starken Start und konstant hohem Streckentempo sicherte sich Heuser den Sieg in ihrem Lauf und damit direkt den Einzug ins Finale. Dort ging die Oberhausenerin auf Bahn sechs an den Start und bewahrte die Ruhe, als die Australierin Ella Beere mit ihrem gewohnt explosiven Start früh die Führung übernahm. Nach 250 Metern lag die Australierin mit rund einer halben Bootslänge vorne, dicht gefolgt von der italienischen U23-Weltmeisterin des Vorjahres.

Kanutin Caroline Heuser arbeitet sich Schlag für Schlag nach vorne

Caroline Heuser
Kanutin Caroline Heuser (r.) bestätigte in Brandenburg ihre derzeit starke Form.© privat | Privat

Heuser ließ sich davon jedoch nicht beeindrucken. Mit kraftvollen und konstanten 93 bis 96 Paddelschlägen pro Minute arbeitete sich das Alstadener Talent Schlag für Schlag nach vorne. Aus gut einer Sekunde Rückstand bei der ersten Zwischenzeit machte die 19-Jährige bis zur 500-Meter-Marke einen Vorsprung von rund einer Sekunde. Im weiteren Rennverlauf kontrollierte Heuser das Feld, baute ihren Vorsprung kontinuierlich aus und erhöhte auf den letzten 250 Metern noch einmal deutlich die Frequenz und das Tempo. Am Ende überquerte sie souverän als Erste die Ziellinie.

„Das war schon kräftig. Dass Ella richtig schnell aus dem Start herausgeht, hatte sie schon in Szeged gezeigt. Damit hatte ich gerechnet. Deshalb bin ich das Rennen diesmal deutlich aggressiver und schneller angegangen als in Szeged. Das hat jetzt noch besser gepasst. Man lernt halt immer dazu“, erklärte Heuser nach dem Rennen.

Deutsche und Landesmeisterschaften im Kanu-Marathon

Während Caroline Heuser Deutschland beim World Cup in Brandenburg vertrat, ging der übrige Teil der Mannschaft des Alstadener Kanu-Clubs bei den Deutschen und Landesmeisterschaften im Kanu-Marathon in Rheine an den Start – und sammelte dort zahlreiche starke Platzierungen. Im Shorttrack über 3,4 Kilometer mit zwei Laufportagen überzeugte Joel Leipert, der für Friedrichsfeld startete, mit Rang drei bei den Deutschen Meisterschaften sowie Platz zwei in der Landesmeisterschaftswertung NRW. Zwei Vize-Landestitel sicherten sich zudem Lena Zimpel im Einerkajak der weiblichen Jugend sowie Carmen Morawitz bei den Damen Leistungsklasse. Über die 10,3 Kilometer lange Langstrecke der Schüler belegte Joel Leipert Rang drei in der NRW-Wertung sowie Platz fünf im Rahmen der Deutschen Meisterschaften. Weitere Bronzemedaillen gingen an Finja Schönenberg bei den Juniorinnen über die 19,3 Kilometer lange Strecke sowie an Carmen Morawitz in der Damen-Leistungsklasse. Für den größten Erfolg aus Oberhausener Sicht sorgte Joel Leipert im Zweierkajak der Schüler A über die 10,3 Kilometer. Gemeinsam mit seinem Partner sicherte er sich sowohl den Deutschen Meistertitel als auch den Titel des NRW-Landesmeisters. Einen starken vierten Platz erreichte zudem Alina Mühle.

Auch über die 5000-Meter-Langstrecke zeigte die Oberhausenerin eine starke Vorstellung. Mit einem Blitzstart setzte sich Heuser früh in der Spitze fest und erreichte gemeinsam mit der Führungsgruppe die erste Wendeboje. Auch die erste Portage absolvierte die AKC-Athletin stark, musste im weiteren Verlauf jedoch etwas abreißen lassen. Nach vier von sechs Runden sowie mehreren Laufportagen und zahlreichen Karambolagen auf dem Wasser zog sich das Feld zunehmend auseinander. Mit einer kämpferisch starken Leistung und einem sehenswerten Schlussspurt gegen ein spanisches Boot auf den letzten 130 Metern sicherte sich Heuser am Ende einen hervorragenden elften Platz in einem absoluten Weltklassefeld.

Deshalb bin ich das Rennen diesmal deutlich aggressiver und schneller angegangen als in Szeged. Das hat jetzt noch besser gepasst. Man lernt halt immer dazu.

Caroline Heuser, AKC-Kanutin

Caroline Heuser und Nico Paufler qualifizieren sich für die Europameisterschaften

Eine überzeugende Leistung zeigte ebenfalls Nico Paufler im Einerkajak über die 5000 Meter. Der Doktorand der Materialwissenschaften lag nach der ersten von fünf Portagen noch auf Rang fünf, musste dem hohen Tempo der Spitzengruppe später jedoch Tribut zollen. Im Ziel belegte Paufler einen starken zwölften Platz im 49 Teilnehmer umfassenden Weltklassefeld.

Sowohl Caroline Heuser als auch Nico Paufler haben sich mit ihren Leistungen für die Europameisterschaften vom 11. bis 14. Juni in Montemor-o-Velho in Portugal qualifiziert. Darüber hinaus ist Heuser auch für den dritten World Cup vom 9. bis 12. Juli in Montreal vorgesehen. Für Nico Paufler geht es derweil direkt weiter: Bereits am Dienstag startet der Flug zum Canoe Marathon World Cup nach Bazhoung in China, der am kommenden Wochenende ausgetragen wird.