Ist der Aufstiegstraum für Rot-Weiß Oberhausen am 31. Spieltag geplatzt? Es scheint fast so, musste sich der Fußball-Regionalligist doch im Heimspiel vor 4166 Zuschauern im Stadion Niederrhein gegen das Kellerkind Wuppertaler SV mit einem 2:2 (1:0)-Unentschieden begnügen, während zeitglich Fortuna Köln mit 2:0 gegen den SC Wiedenbrück gewann. Damit konnte der Spitzenreiter aus der Domstadt seinen Vorsprung auf die Kleeblätter auf nun acht Punkte ausbauen, wobei RWO noch ein Spiel weniger absolviert hat.

Im Vergleich zum 1:0-Sieg vergangene Woche bei den Sportfreunden Lotte nahm RWO-Trainer Sebastian Gunkel zwei Änderungen vor. Während für den gesperrten Alexander Mühling (Rote Karte gegen Lotte) Phil Sieben auf die Doppelsechs neben Luca Schlax rückte, musste auch in der Dreierkette umgebaut werden. Der unter der Trainingswoche mit muskulären Problemen kämpfende Michel Niemeyer nahm über die gesamte Spielzeit auf der Bank Platz. Für den 30-Jährigen rückte derweil Pierre Fassnacht in die Startelf, der auch gleichzeitig die Kapitänsbinde trug.

RWO erwischt perfekten Start: Timur Kesim trifft zum 1:0 für die Kleeblätter

Regionalliga West: Rot-Weiß Oberhausen - Wuppertaler SV
Erzielte kurz vor dem Abpfiff noch den 2:2-Ausgleich für RWO: Glody Ngyombo.© FUNKE Foto Services | Micha Korb

Die Kleeblätter erwischten den perfekten Start ins Spiel: Nach einem Freistoß von Eric Gueye von halbrechts stand Timur Kesim goldrichtig, der per Hinterkopf (gewollt oder ungewollt) den Ball ins lange Ecke bugsierte und die Hausherren mit 1:0 in Front brachte (5.). Die Wuppertaler ließen sich vom frühen Rückstand nicht wirklich aus dem Konzept bringen, wobei es bis zur 25. Minute dauerte, ehe Vincent Schaub den ersten nennenswerten Torabschluss zu verzeichnen hatte. RWO-Keeper Kevin Kratzsch hatte allerdings keine Mühe, die Chance sicher zu entschärfen.

Deutlich gefährlicher wurde es dann 60 Sekunden später auf der anderen Seite. Fassnacht hatte sich im Zusammenspiel mit Burinyuy Nyuydine über die linke Seite stark durchgetankt und die Kugel scharf in die Mitte zu Seok-ju Hong weitergeleitet, dessen Flugkopfball Fotios Adamidis im Nachfassen aber festhalten konnte (26.). Auch beim Schlenzer von Lucas Halangk mit seinem linken Fuß kurze Zeit später war der WSV-Keeper erneut gefordert, den er mit einer Glanzparade noch so eben aus dem Eck fischte (29.). Somit blieb es aus Oberhausener Sicht zur Pause bei der knappen 1:0-Führung.

Wuppertaler SV kommt besser aus der Pause und gleicht aus

RW Oberhausen - Wuppertaler SV 2:2 (1:0)

RWO: Kratzsch; Fassnacht (85. Poliakov), Ludwig, Ngyombo, Gueye, Schlax, Sieben (56. Aourir), Halangk, Nyuydine (65. Krohn), Hong (65. Stoppelkamp), Kesim.
Wuppertaler SV: Adamidis; Aydogan, Nishimura, Duncan (67. Müller), Stojanovic, Miyamoto, Hirschberger (85. Heim), Durgun, Bouzraa, Schaub (76. Saric), Fehr (76. Santo).
Tore: 1:0 Kesim (5.) 1:1 Hirschberger (58.), 1:2 Aydogan (83.), 2:2 Ngyombo (90.+7).
Gelbe Karten: Krohn, Halangk / Duncan, Schaub, Adamidis.
Schiedsrichter: Yannick Sager.
Zuschauer: 4166.

Nach der Pause präsentierte sich das Kellerkind aus Wuppertal als die zunächst aktivere Mannschaft, ohne jedoch zwingend genug in den Abschlüssen zu werden. Doch nach einem Eckball, den die Oberhausener Hintermannschaft nicht sauber klären konnte, war es schließlich Nicolas Hirschberger, der von der Strafraumkante abzog und zum 1:1 einnetzte (58.). Den Schuss hatte Kesim noch entscheidend abgefälscht, so dass Kratzsch chancenlos blieb. RWO-Trainer Gunkel reagierte und brachte mit Ayman Aourir, Moritz Stoppelkamp und Tim Krohn drei frische Offensivkräfte. Eben jener Aourir war es auch, der den Ball für den freistehenden Gueye ablegte, dessen Schuss aus knapp 18 Metern allerdings gut zwei Meter neben das WSV-Gehäuse ging (70.). Acht Minuten später war es dann Kesim, der nach Vorarbeit von Krohn das Spielgerät in aussichtsreicher Position ebenfalls daneben setzte.

Regionalliga West: Rot-Weiß Oberhausen - Wuppertaler SV
Die enttäuschten RWO-Spieler Illia Poliakov, Ayman Aourir, Simon Ludwig und Burinyuy Nyuydine nach Abpfiff.© FUNKE Foto Services | Micha Korb

Während RWO auf die erneute Führung drängte, folgte in Minute 83 der ganz bittere Nackenschlag: Jeremy Celal Aydogan drang nach einem langen Ball in den Strafraum ein, tanzte dabei Gegenspieler Eric Gueye aus und traf aus Sicht von Kratzsch ins kurze Ecke zum 2:1 für die Gäste (83.). Die Kleeblätter gaben sich dennoch nicht auf und erkämpften sich in der Nachspielzeit durch Ngyombo nach Flanke von Aourir zumindest noch den 2:2-Ausgleich. Nur wenige Sekunden später pfiff Schiedsrichter Yannick Sager die Partie ab. Dabei sanken die Spieler beider Teams enttäuscht zu Boden, war es doch für RWO wie auch den WSV ein Punkt, der keinem wirklich weiterhilft. Sei es im Aufstiegsrennen oder eben im Kampf um den Klassenerhalt.

Weiter geht es für RWO in der Regionalliga West bereits am kommenden Dienstagabend (19 Uhr) mit dem Nachholspiel beim Bonner SC.