Der Frust war Sebastian Gunkel buchstäblich ins Gesicht geschrieben. „Maximal zum Kotzen“, brachte der RWO-Trainer seine Gefühlslage nach der 0:1 (0:0)-Niederlage im Paul-Janes-Stadion gegen die U23 von Fortuna Düsseldorf auf den Punkt. Für den Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Oberhausen war es nach der 0:2-Auftaktpleite gegen den FC Gütersloh die zweite Schlappe im zweiten Saisonspiel. Dabei war die Niederlage in der Landeshauptstadt auch ein Resultat des Chancenwuchers, den die Gäste über die 90 Minuten betrieben hatten.

Denn bereits in Halbzeit eins hatte erst der ungedeckte Glody Ngyombo nach einer Ecke den möglichen Führungstreffer liegen gelassen (3.), während Moritz Stoppelkamp in Minute 25 völlig freistehend vorm Fortuna-Gehäuse stand und den Ball nach Direktabnahme übers Tor setzte. Stoppelkamp blieb der tragische Held dieses Nachmittags. Denn auch in Halbzeit zwei ließ er zwei Großchancen ungenutzt, darunter ein verschossener Foulelfmeter, der kurz vor Schluss die Wende für die Kleeblätter noch hätte einleiten können (84.). Bereits zuvor war der eingewechselte Burinyuy Nyuydine an Fortuna-Schlussmann Tobias Pawelczyk gescheitert, der dank einer sensationellen Fußabwehr den Ausgleich verhinderte.

RWO: Zwei Änderungen in der Startelf im Vergleich zur Gütersloh-Schlappe

„Momentan schaffen wir es einfach nicht ein Tor zu erzielen. Das ist super ärgerlich. So kannst du dann auch kein Spiel gewinnen“, resümierte Gunkel, der aber im Vergleich zur Gütersloh-Niederlage eine „deutliche Leistungssteigerung“ bei seiner Mannschaft erkannte. Mit Luca Schlax und Cankoray Mutlu hatte der RWO-Trainer zwei Änderungen in der Startelf vorgenommen, die auch eine Systemänderung mit sich brachte. So agierten die Kleeblätter nicht wie an Spieltag eins in einem 3-4-3, sondern in einem 3-5-2. „Dadurch hatten wir auch mehr Kontrolle mit dem Ball und haben auch versucht, schnell in die Spitze zu spielen“, berichtet Gunkel. „Das zeigt zwar, dass wir in der Breite besser aufgestellt sind als noch vergangene Saison. Aber in der Spitze fehlt noch was.“

Letztlich war es der Treffer von David Savic, der an diesem Nachmittag den Unterschied ausmachen sollte. Extrem ärgerlich, weil mal wieder als Folge eines individuellen Fehlers: Das Gegentor fiel nach einem eigenen Einwurf heraus. Lucas Halangk gab dabei viel zu leichtfertig den Ball her und die Fortuna schaltete blitzschnell. Am Ende war es der angesprochene Savic, der zum 1:0 einschob (53.). Es war die stärkste Phase der Hausherren, die 120 Sekunden später fast noch das zweite Tor nachgelegt hätten. Dabei war RWO selbst im Angriffsmodus, der aber von den Düsseldorfern sauber unterbunden wurde, die dann den Konter einleiteten. Letztlich war es nur der starken Parade von RWO-Keeper Kevin Kratzsch zu verdanken, dass Deniz Bindemann nicht bereits für die Vorentscheidung sorgte.

RWO-Sportchef Lichtenwimmer: „Wir hätten heute einen Punkt absolut verdient gehabt“

So mussten die Mannschaft und die mitgereisten Kleeblatt-Anhänger erneut ohne etwas Zählbares die Heimreise antreten. „Ich muss den Fans ein großes Lob aussprechen, die in der ersten Halbzeit ohne eine einzige Pause durchgefeiert und uns unterstützt haben. Auch in Halbzeit zwei haben sie uns Kraft gegeben. Umso enttäuschender ist es, dass wir uns nicht belohnen konnten. Wir hätten heute einen Punkt absolut verdient gehabt“, sagte Dennis Lichtenwimmer-Conversano.

Die Kleeblätter, so betont der RWO-Sportchef weiter, müssen „sich jetzt einmal kräftig schütteln. Zwei Spiele, null Punkte, null Tore. Das haben wir uns anders vorgestellt. Aber was ich vor dem Spiel sehen wollte, war eine spielerische Entwicklung. Und die habe ich gesehen. Das es dafür keinen Punkt gab, ist enttäuschend. Aber es macht Hoffnung auf mehr.“

Nächsten Sonntag empfangen die Kleeblätter den Bonner SC

Am kommenden Sonntag (14 Uhr) gilt es für RWO im Heimspiel gegen den Bonner SC den Bock umzustoßen. „Der Druck in Oberhausen ist sowieso da, auch wenn das nicht immer so ausgesprochen wird. Aber die Jungs müssen damit umgehen. Wir sind Rot-Weiß Oberhausen. Da muss man jetzt alles ausschalten und den Tunnelblick für diese drei Punkte haben“, sagt Lichtenwimmer-Conversano. „Der Knoten wird platzen und ich hoffe schon gegen Bonn.“