Ernüchternd. So könnte man den Samstagnachmittag im Stadion Niederrhein wohl in einem Wort zusammenfassen. Mit 0:2 (0:2) verpatzte Fußball-Regionalligist Rot-Weiß Oberhausen den Saisonauftakt im Heimspiel gegen den FC Gütersloh. Entsprechend enttäuscht zeigten sich nicht nur die RWO-Anhänger, sondern auch die Spieler unmittelbar nach Abpfiff. „Natürlich ist das ein Dämpfer. Wir haben uns viel mehr vorgenommen und müssen unsere Lehren aus dieser Niederlage ziehen“, bilanzierte Verteidiger Pierre Fassnacht im Gespräch mit dieser Redaktion.
Das mit der besten Rückrundenmannschaft der vergangenen Saison durchaus eine anspruchsvolle Aufgabe auf die Mannschaft von Sebastian Gunkel wartete, war bereits vor Anpfiff hinlänglich bekannt gewesen. „Wir wussten, wie extrem unangenehm Gütersloh gegen den Ball ist. Nichtsdestotrotz muss es unser Anspruch sein, dass wir da spielerische Lösungen finden. Das haben wir aber nicht hingekriegt“, so Fassnacht. Die Gäste wirkten über die gesamte Spieldauer deutlich reifer in ihrer Spielanlage und nutzten die Fehler, die RWO gerade in Durchgang eins viel zu häufig anbot, gnadenlos aus.
RWO-Kapitän Nico Klaß: „Deswegen ist die Frustration auch in Ordnung“
Auf einen Freistoß von Moritz Stoppelkamp, der direkt beim ersten Gegenspieler hängenblieb, folgte am Ende eines blitzsauberen Konters der perfekte Schlenzer von Luis Frieling zum 1:0 für den FCG. Gerade in der Schlussphase der ersten Halbzeit leisteten sich die Gastgeber immer wieder haarsträubende Unkonzentriertheiten bzw. Fehlpässe, sei es nach eigenen Einwürfen oder im Spielaufbau. Die Folge: In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs klingelte es dann durch Frieling erneut im Oberhausener Gehäuse.
„Wir haben Gütersloh in diesen Situationen eingeladen und haben die Bälle genau in die Räume reingespielt, wo sie uns stark gepresst haben. So entstehen die Gegentore, was völlig unnötig war“, haderte Kapitän Nico Klaß mit den Gegentreffern, der für die ersten Pfiffe zur Pause seitens der eigenen Anhängerschaft aber durchaus Verständnis zeigte. „Die Enttäuschung der Fans können wir verstehen, dass man sich zur Pause ein anderes Ergebnis wünscht. Deswegen ist die Frustration auch in Ordnung.“
FC Gütersloh griffiger in den Zweikämpfen - RWO zu oft nur zweiter Sieger
Gänzlich chancenlos waren die Rot-Weißen zwar nicht, doch fehlte wie beim Lattenkopfball von Stoppelkamp entweder das Glück oder, wie beim Fernschuss von Alexander Mühling aus vielversprechender Position die nötige Präzession. In Halbzeit zwei hatte Christopher Schepp noch die beste Chance zum Anschluss per Kopf liegengelassen. „Mit etwas Spielglück geht vielleicht noch was. Aber man muss auch sagen, dass Gütersloh stark verteidigt hat und wir in den Zweikämpfen zu oft nur zweiter Sieger waren“, meinte Klaß.
Auch für RWO-Trainer Sebastian Gunkel war die Niederlage zum Saisonauftakt unterm Strich verdient, „weil der Gegner griffiger war und deutlich mehr Zweikämpfe gewonnen hat. Das wussten wir vorher, dass Gütersloh da gewisse Qualitäten hat. Trotzdem gibt es auch gute Räume, die du bespielen kannst. Dafür musst du aber schnell spielen, dafür musst du dich gut bewegen und die Räume auch großziehen. Gerade hier muss man sagen, dass wir da heute nicht gut gewesen sind.“
Am kommenden Samstag treten die Kleeblätter bei Fortuna Düsseldorf II an
Mit Blick auf das erste Auswärtsspiel der Saison, kommenden Samstag (14 Uhr) bei der U23 von Fortuna Düsseldorf, sei es laut Gunkel nun die Pflicht der gesamten Mannschaft, an den Defiziten aus der Gütersloh-Niederlage zu arbeiten. „Das der Entwicklungsprozess nicht mit dem Ende der Vorbereitung abgeschlossen ist, dass war uns auch vorher klar. Auf uns wartet noch viel Arbeit. Aber wir müssen und wollen es besser machen Ich glaube auch daran, dass wir es besser machen können.“


