Tennis

Tennisprofi Mats Moraing will nach Leidenszeit durchstarten

Die gelbe Filzkugel fest im Blick: Tennisprofi

Die gelbe Filzkugel fest im Blick: Tennisprofi

Foto: Kerstin Bögeholz

Der Ball ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, wenn Mats Moraing aufgeschlagen hat. Gemessen wurden im Wettkampf schon 237 Stundenkilometer.

Der Ball ist mit dem bloßen Auge kaum zu erkennen, wenn Mats Moraing aufgeschlagen hat. Gemessen wurden im Wettkampf schon einmal 237 Stundenkilometer. Der Mülheimer Profi bereitet sich im heimischen „Tennis Center Moraing“, das von seinem Vater Heiner und seinem Onkel Peter geleitet wird, auf die kommenden Turniere vor.

Erst wenige Tage ist es her, dass der 24-Jährige seinen bislang größten Erfolg feiern konnte. Im badischen Nußloch triumphierte er bei einem mit 25.000 US-Dollar dotierten Future-Turnier der International Tennis Federation (ITF). Neben einem Preisgeld erhielt er 27 Weltranglistenpunkte zur Belohnung. Nun ist er die Nummer 414.

Verletzungen warfen den Mülheimer oftmals zurück

Mats Moraing wäre es zuzutrauen gewesen, schon deutlich weiter vorne in der Weltrangliste positioniert zu sein. Doch der Mülheimer wurde stets durch Verletzungen zurückgeworfen. Nach zwei Verbandsmeister-Titeln in der Jugend musste er als 16-Jähriger aufgrund von Wachstumsfugen in den Knien sogar ein komplettes Jahr mit dem Tennis aussetzen.

Auch als Erwachsener litt der 1,98 Meter große und schlanke Sportler immer wieder darunter, dass der Körper den Strapazen im Training und Wettkampf nicht standhalten konnte.

Spezielles Athletiktraining für 1.98 Meter großen Spieler

Mittlerweile glaubt Mats Moraing aber fest daran, dass sich dies in Zukunft ändern wird. So sagt er: „Im vergangenen Jahr habe ich die Saison schon Ende September beendet. Abgesehen von ein paar Liga-Mannschaftsspielen in Frankreich habe ich den Schläger sechs Wochen lang nicht angerührt. Stattdessen hat mich Dr. Alexander Ulbricht mit einem Athletikprogramm fit gemacht. Obwohl ich in Nußloch harte Matches bestreiten musste, fühlte ich mich während der gesamten Woche richtig gut. Früher wäre ich schon nach einigen Matches total platt gewesen.“

Der Onkel trainiert den Linkshänder

Der Linkshänder, der von seinem Onkel Peter gecoacht wird, will nun in der Weltrangliste durchstarten. Nach dem Triumph beim Future-Turnier in Baden, hofft er nun auf viele, weitere Weltranglistenpunkte bei Challengern, also in der nächst höheren Kategorie. „Ich würde gern einen Platz unter den Top 250 in der Welt erreichen. Dann könnte ich an den Qualifikationsturnieren für die Grand Slams teilnehmen“, sagt Mats Moraing, der seit zwei Jahren in der Bundesliga für den aktuellen deutschen Vizemeister Rochusclub Düsseldorf aufschlägt.

Dort fühlt er sich sehr wohl. Seine Erklärung: „Wir Spieler verstehen uns sehr gut. Meistens bleiben die Ausländer auch das ganze Wochenende hier. Außerdem ist es für mich nicht alltäglich, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Manchmal sind dort bei den Partien 2500 Zuschauer.“

Das Talent wurde Mats Moraing in die Wiege gelegt

Spaß am Tennis und das Talent wurden Mats Moraing in die Wiege gelegt. Vater Heiner und Onkel Peter schlugen in ihrer erfolgreichsten Karrierephase für den Erstligisten ETuF Essen auf. Auch international machten sie eine gute Figur. Ihre Kinder spielen alle Tennis. Heiner ist der Vater von Mats (24), Milo (23), Maik (19) und Mika (11), Peter von Paula (23), Emma (21) und Oscar (16).

Bis auf Mats kämpfen alle beim TC Dümpten an der Oberheidstraße um Punkte in den Ligateams — also dort, wo die Familie eine Tennisacademy aufgebaut hat und wohnt. Hier ist Mats Moraing zu Hause, hier kann er sich in den Turnierpausen bestens auf die nächsten Aufgaben vorbereiten.

>>>Studium ist ein Angebot für Leistungssportler

In der Hochschule Ansbach in Mittelfranken hat sich Mats Moraing für das Fernstudium „International Management“ eingeschrieben. Das Studium ist ein spezielles Angebot für Leistungssportler. Moraing: „Ich habe bei den Turnieren genügend Zeit, auch mal in ein Buch zu schauen. Das kann ja nicht schaden.“

Der Coach von Moraing ist sein Onkel und Ex-Profi Peter Moraing. „Anfangs hatte ich einen Dickkopf und glaubte nicht an alles, was Peter mir gesagt hat. Mittlerweile habe ich aber kapiert, dass er einen Plan hat. Ich weiß nicht, ob ich das Turnier in Nußloch gewonnen hätte, wenn er nicht dabei gewesen wäre“, so Mats.

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