JUDO

Spannende Reise in den Norden

Die stolzen Medaillengewinner des SC Eintracht: Casper, Solomon; Nico, Gero und Selina (v.l.).

Die stolzen Medaillengewinner des SC Eintracht: Casper, Solomon; Nico, Gero und Selina (v.l.).

Foto: Michael Dahlke

Mülheim.   Bei seiner ersten Teilnahme an den Special Olympics in Kiel bringt der SC Eintracht gleich acht Medaillen mit nach Mülheim.

Die Judoka des SC Eintracht sind furchtbar aufgeregt. Stolz zeigen sie ihre Medaillen in die Kamera. Erstmals nahmen die gehandicapten Sportler aus Mülheim an den Special Olympics in Kiel teil.

Dies ist die deutsche Organisation der weltweit größten anerkannten Sportbewegung für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung. Wie die echten Olympischen Spiele findet sie alle vier Jahre statt. „Es war genau, wie man sich Olympia vorstellt. Die Flamme wurde durch Kiel getragen und es gab eine Eröffnungs- und Abschlussfeier“, erzählt Freia ter Smitten, die die Jugendlichen gemeinsam mit ihrem Mann Georg Wolters regelmäßig in der Turnhalle der Rembergschule trainiert.

Übernachtung im Gemeindehaus auf Feldbetten

Da der Verein kein Geld für ein Hotel aufbringen konnte, übernachtete das Team in einem Gemeindehaus der katholischen Kirche. Die Johanniter stellten Feldbetten zur Verfügung. „Das war natürlich besonders für die Erwachsenen sehr spannend“, lacht die Trainerin. Ohnehin musste der Verein für die besondere Reise in den Norden 6000 Euro aufbringen, allein 1300 für die Busse. „Und wir sind selbst gefahren, sonst wäre es noch teurer geworden“, sagt ter Smitten. Immerhin unterstützte die Sparkasse, der Lions Club und die Bezirksvertretung III die Eintracht.

Obwohl das Klinkenputzen nicht immer einfach war, würden die Mülheimer den Ausflug jederzeit wieder machen. „Die Freude und Begeisterung selbst beim letzten Platz ist einfach unglaublich“, findet Freia ter Smitten. Die Judoka richten sich dabei ganz nach dem Motto der Special Olympics: „Wenn ich nicht gewinne, will ich mutig mein Bestes geben.“

Eltern wurden per Whatsapp stets informiert

Das hat auch Solomon Schramm getan. Der 13-Jährige musste aufgrund seiner Körpergröße in der Klasse bis 100 Kilogramm gegen Erwachsene kämpfen. „Ich wollte wirklich Erster werden aber Zweiter ist auch gut“, sagt Solomon gut gelaunt. „Es war eine spannende Reise und es hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt er. Per Videos über Whatsapp wurden die Eltern in der Heimat immer auf dem Laufenden gehalten. Dass für ihn ein so gutes Ergebnis heraus kam, hat er auch seinen Trainern zu verdanken: „Sie tun immer alles, um mir zu helfen.“

Der 13-Jährige war aber längst nicht der einzige Medaillengewinner aus Mülheim. Insgesamt brachte der SC Eintracht zweimal Gold, zweimal Silber und viermal Bronze mit ins Ruhrgebiet. Diese Ausbeute konnte vor dem Turnier freilich niemand erahnen. „Einen Teil der Gegner kannten wir, vor allem den NRW-Landeskader aus Leverkusen“, erzählt Trainerin Freia ter Smitten. Etliche Konkurrenten waren aber auch unbekannt.

Fronleichnamsturnier im kommenden Jahr

Die nächsten Special Olympics finden in vier Jahren statt, der Austragungsort steht noch nicht fest. Über Fronleichnam 2019 findet ein vergleichbarer Wettbewerb in Hamm statt – natürlich wieder mit den Judoka des SC Eintracht. „Jeder Wettkampf dient zur Weiterentwicklung“, sagt die Trainerin.

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