Floorball

Der Thomas Müller der Dümptener Füchse

Bester Laune beim Redaktionsbesuch: Jan Niklas Buckermann greift wieder mit der Nationalmannschaft an.

Bester Laune beim Redaktionsbesuch: Jan Niklas Buckermann greift wieder mit der Nationalmannschaft an.

Foto: Ute Gabriel

Mülheim.  Jan Niklas Buckermann fährt mit der Floorball- Nationalmannschaft zum Nationen-Cup nach Bremen. In einem Monat startet die Weltmeisterschaft in Riga.

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Mit einem leichten Rumms lässt der lange Schlacks aus Dümpten seine Umhängetasche auf den Boden fallen. So schwer wie seine Sporttasche ist sie zwar nicht, aber auch Bücher und Notizblöcke haben ihr Gewicht. Jan Niklas Buckermann stehen spannende Wochen und Monate bevor. „Ich komm’ gerade aus der Uni“, erklärt der 20-Jährige, der sich bisher voll und ganz auf seinen Sport konzentrieren konnte: Floorball.

Gerade jetzt, wo der Stürmer der Dümptener Füchse in sein erstes Semester startet, steht auch seine nächste große sportlicher Herausforderung an: Die Floorball-Weltmeisterschaft in Riga. Zur Vorbereitung trifft sich das Nationalteam am Wochenende in Bremen und testet die Form beim Nationen-Cup. Klar klopfte Bundestrainer Philippe Soutter auch bei Familie Buckermann an. Junior Jan Niklas steht wieder im Aufgebot.

„Das ist jetzt mein vierter Einsatz für die A-Mannschaft“, sagt Buckermann entspannt. Los geht es in Bremen schon heute. Der Füchse-Stürmer will in den Partien gegen Lettland, Norwegen und Dänemark unter Beweis stellen, dass der Bundestrainer ihn zurecht wieder nominiert hat und er in Form ist für die WM. Nervös scheint er vor der großen Aufgabe in Riga nicht zu sein. Noch nicht. Er lacht. „Vorher habe ich noch so einige Spiele, unter anderem auch mit den Füchsen im Pokal. Da denke ich jetzt noch nicht so weit.“ Weit ist allerdings relativ, in gut drei Wochen muss Buckermann nämlich schon wieder die Koffer packen. Dann startet die deutsche Delegation gen Norden vor Vorbereitung.

Bei der WM zählt die deutsche Mannschaft zwar nicht zu den Favoriten, ein klares Ziel hat der Mülheimer Floorball-Spieler mit dem Nationalteam aber schon: Das Viertelfinale soll es mindestens werden. „Wenn wir das schaffen, dann würden wir uns für die World Games 2017 in Polen qualifizieren.“ Ein machbares Ziel, wie der 20-Jährige findet, auf dessen Trikot die Nummer 25 prangt. Er schmunzelt. Nicht ganz zufällig kam diese Wahl zustande. „Einige Freunde vergleichen mich mit Thomas Müller. Der hat ja auch die Trikotnummer 25.“ Ein Lachen kann er sich jetzt nicht mehr verkneifen. „Sie meinen, ich würde meine Tore genau so reinstochern wie er.“

Die Stars spielen in Schweden

Dabei liegt die Stärke des Stürmers eigentlich in den Torvorlagen. „Das kann ich ganz gut“, gibt der angehende Bauingenieur zu. Verbessert hat er das noch einmal in seinem Auslandsjahr in der Schweiz. Nach dem Abitur im vergangen Jahr heuerte das Floorball-Talent, das durch Bruder Kevin und Vater Ralf zu diesem noch recht jungen Sport gekommen ist, beim Graubündener Klub Chur Unihockey an. „Das war eine fantastische Erfahrung und ich habe ziemlich viel gelernt“, sagt Buckermann stolz. Das Niveau sei in der Schweiz deutlich höher. Das Spiel dort mit dem in Deutschland kaum zu vergleichen. Dann schon eher mit dem in Schweden, dort, wo die Stars der Szene spielen. Wie auch Kim Nilsson, Buckermanns großes Vorbild. 8000 Euro habe der bei seinem vorherigen Verein verdient. Ein echter Floorball-Profi also.

Von solchen Summen sind die besten in Deutschland weit entfernt. An ein Profi-Dasein ist nicht zu denken. Trotzdem will Jan Niklas Buckermann seinen Sport auch während des Studiums professionell betreiben. Fünf Trainingseinheiten pro Woche inklusive. Aber er hat einen Plan: „Mir schwebt da etwas vor, ob es klappt, das weiß ich noch nicht“, sagt er, klingt dabei aber gar nicht zögerlich. „Ein Auslandssemester in Finnland, so dass ich dort in einem Top-Klub spielen kann, das wäre was.“

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