Mit einer Überraschung ist das 157. deutsche Galopp-Derby zu Ende gegangen. Der Hengst Dardanos unter Jockey Wladimir Panov setzte sich in Hamburg-Horn in dem Rennen um das Blaue Band durch. Die Siegquote von 848:10 ist die höchste in der Derby-Geschichte. In dem mit 650.000 Euro dotierten Rennen über 2.400 Meter wurde Chiefland unter Cieren Fallon Zweiter vor Salitos mit Bauyrzhan Muzabayev im Sattel. Vierter wurde Kairos unter Leon Wolff. Die drei platzierten Pferde sind allesamt im Besitz der Liberty Racing Besitzergemeinschaft, die bereits mit Fantastic Moon und Palladium das Derby gewonnen hatte. Nun war Dardanos einen Tick schneller. 

Der Favorit Englishman, der vom Mülheimer Marcel Weiß trainiert wird, wurde im Ziel Sechster. Der einzige ausländische Gast Bay of Brilliance wurde nur 17. und damit Vorletzter im Feld der 18 Teilnehmer.

Vor dem Derby: Deshalb war Englishman aus Mülheim Favorit

An diesem Sonntag geht es in Hamburg im hierzulande bedeutendsten Galopprennen des Jahres um stolze 650.000 Euro - und ein Hengst aus Mülheim gehört plötzlich zu den Mit-Favoriten beim 157. Deutschen Derby. „Englishman“, das von Marcel Weiß auf der Mülheimer Galopprennbahn trainierte Pferd, gewann jüngst in Köln das 191. Union-Rennen über 2200 Meter und sicherte so eine Prämie von 70.000 Euro. Die Veranstaltung auf der Rennbahn im Weidenpescher Park gilt als wichtigste Derby-Vorprüfung.

Der französische Jockey Enzo Crublet saß im Sattel des Außenseiters. Dabei dominierte der dreijährige Englishman den Schlussabschnitt vor 8500 Zuschauern mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Ohne dass Enzo Crublet einen Finger zu rühren brauchte, war Englishman bei seiner Vorstellung direkt vorne mit dabei und siegte am Ende in der langen Zielgeraden vor dem lange führenden Westminster Rocket. Es war der zweite Sieg beim zweiten Start! „Er war anfangs etwas faul, aber ich kam dann immer besser ins Rennen. Ich hatte ein perfektes Führpferd, am Ende ging es leicht. Ich bin überglücklich“, sagte Jockey Enzo Crublet.

Der Mülheimer Trainer Marcel Weiß hat „Englishman“ auch für sein zweites Rennen gut vorbereitet.
Der Mülheimer Trainer Marcel Weiß hat „Englishman“ auch für sein zweites Rennen gut vorbereitet.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Nun geht es um 650.000 Euro: Schon beim Debüt später Sieg

Schon Anfang Mai hatte sich „Englishman“ bei seinem Debütrennen in Krefeld unterwegs immer wieder bitten lassen, fand dann aber stets die passende Antwort und siegte im „Josef Kappel-Erinnerungsrennen“ ebenfalls im atemberaubenden Schlussspurt. Trainer Marcel Weiß ist mit Blick auf das Deutsche Derby guter Dinge und traut Englishman in Hamburg einiges zu: „Er ist ein ganz tolles Pferd. Der Reiter hat ihm ein perfektes Rennen serviert. Die 2400 Meter sind sogar noch besser.“  Züchter und Besitzer des Siegers ist das Gestüt Ittlingen von Manfred Ostermann, das bereits den vierten Gruppesieg des Jahres feiern konnte.

Begonnen hatte die Kölner Veranstaltung mit einem Rennen für Dreijährige über 2.400 Meter. Der Sieg ging ebenfalls unerwartet an die von Marcel Weiß trainierte Außenseiterin „Aomanda“ für das Gestüt Auenquelle mit der Schweizerin Sibylle Vogt im Sattel. „Sie lief das erste Mal und war zu Hause sehr unscheinbar. Es ist aber auch alles perfekt gelaufen“, freute sich die Siegreiterin.