„Hoch verlieren wir nicht mehr“, oder „ein Punkt ist mindestens drin“ – nach drei Niederlagen in Folge kosteten die Fans des VfB Speldorf schon zur Pause der Partie gegen Aufsteiger Rhenania Bottrop den offensichtlich geplatzten Knoten ihrer Mannschaft voll aus. Mit sage und schreibe 4:0 führte der Mülheimer Landesligist nach den ersten 45 Minuten, nachdem ihm in den ersten drei Spielen genauso viele Treffer gelungen waren. Am Ende gingen die Grün-Weißen sogar als 7:1 (4:0)-Sieger vom Platz.

„Das tut einfach gut, für so eine junge Mannschaft sind Ergebnisse einfach wichtig, um die ein oder andere Unsicherheit mittelfristig rauszubekommen“, meinte Trainer Dimitri Steininger nach dem ersten Saisonsieg seiner Elf, die vor allem aus einer starken Leistung in der ersten Halbzeit resultierte.

Was beim VfB Speldorf besser funktionierte als bisher

„Es war in vielen Phasen strukturierter und ich habe gefordert, dass wir einfache Bälle hinten raus spielen“, erklärte Steininger. Sein Team ging sofort vorne drauf und belohnte sich nach einer Viertelstunde mit einem Doppelschlag durch Yassin Merzagua und Calvin Küper. Merzagua hatte in Minute 22 bereits den dritten Treffer auf dem Fuß. „Wir müssen noch zwingender vor dem Tor werden. Ich habe heute 14 Chancen gezählt und schon nach 20 Minuten hätten wir 4:0 führen müssen“, meckerte Steininger an diesem Sonntag aber auf hohem Niveau. Schließlich stellten Bradley Asoh (31.) und nochmal Merzagua (45.+2) tatsächlich auf vier Tore Vorsprung.

Zufriedener Trainer und glücklicher Kapitän: Dimitri Steininger und Maximilian Fritzsche nach dem Mülheimer Kantersieg.
Zufriedener Trainer und glücklicher Kapitän: Dimitri Steininger und Maximilian Fritzsche nach dem Mülheimer Kantersieg.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

„In der ersten Halbzeit waren wir ganz, ganz schlecht und haben so viele individuelle Fehler gemacht“, konnte Bottrops Trainer Stefan Thiele nach dem Schlusspfiff wenig drum herumreden. Er nahm sich auch selbst aus der Kritik nicht aus. „Vielleicht haben wir auch die falsche Grundaufstellung gewählt“, meinte der Rhenania-Coach.

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Seine Mannschaft kam dann aber besser aus der zweiten Halbzeit. Mit der Reaktion in einem eigentlich schon entschiedenen Spiel war der Coach durchaus zufrieden. Der eingewechselte Felix Gatner stellte per direktem Freistoß auf 4:1. „Ich glaube man kann zwei Elfmeter geben“, haderte Thiele hinterher. Eine Situation sah der Schiedsrichter aber komplett anders, gab die Gelbe Karte wegen einer Schwalbe und stellte Torschütze Gatner nach anhaltendem Meckern sogar mit Gelb-Rot vom Platz.

„Damit war das Ding natürlich durch, wir dürfen uns dann allerdings nicht noch drei Dinger fangen. Die waren einfach daher geschenkt. Wir müssen das 4:1 mitnehmen und nicht so einen Zirkus machen“, beklagte Thiele.

Gelb-Rote Karte ist der Knackpunkt der zweiten Hälfte

„Selbst nach einem 4:0 zur Halbzeit kann es nochmal in eine andere Richtung gehen. Wir wurden zu passiv und haben den Gegner zu leicht ins Zentrum dribbeln lassen“, meinte auch Kollege Dimitri Steininger. So habe sich sein Team trotz des klaren Vorsprungs noch einmal reinkämpfen müssen. Küper, Merzagua und der eingewechselte Leon Baghorn stellten auf 7:1! „Das tat brutal gut! Über weite Strecken war es ein schönes Spiel mit einem guten Fortschritt im Ballbesitz“, meinte Steininger.

Die Bottroper müssen nach zwölf Gegentoren in zwei Spielen (vergangene Woche 1:5 gegen Rellinghausen) dringend ihre Defensive in den Griff bekommen. „Wir haben schon letzte Woche viele Fehler gemacht und das wird anders bestraft als in der Bezirksliga. Aber wir haben letzte Woche eine gute Reaktion in der zweiten Halbzeit gezeigt und heute phasenweise auch“, versuchte Thiele, das Positive in den Vordergrund zu stellen.

Liveticker zum Nachlesen: VfB Speldorf deklassiert Rhenania Bottrop