Als die zwölf Jahre des Wartens endlich vorbei waren, stürmten die deutschen Hockey-Männer auf ihren EM-Helden zu. Der überragende Torhüter Jean Danneberg hatte im Finalkrimi von Mönchengladbach die Weltmeister gegen den Dauerrivalen Niederlande endlich zum EM-Titel geführt - mit starken Paraden im Spiel und im Shootout. Teil des umjubelten Erfolgs in Mönchengladbach am Samstag auch: Lukas Windfeder, Malte Hellwig und Moritz Ludwig vom Mülheimer Bundesligisten HTC Uhlenhorst.

„Unglaublich, in diesem Stadion hier, die ganzen Zuschauer, da bleibt mir die Sprache weg“, sagte Danneberg nach dem 4:1 im Penaltyschießen, bei dem er zweimal das Duell mit dem Schützen gewonnen hatte: „Wir haben so gekämpft, so viel entwickelt, und wir haben immer an den Traum geglaubt, hier Europameister zu werden. Dass es funktioniert, ist atemberaubend.“ 

Mülheims Moritz Ludwig (r.) und Joep de Mol aus den Niederlanden kämpfen um den Ball.
Mülheims Moritz Ludwig (r.) und Joep de Mol aus den Niederlanden kämpfen um den Ball. © Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini

HTC Uhlenhorst: Gratulation aus Mülheim

Für den Mülheimer Kapitän Lukas Windfeder war es ein ganz besonderer Moment - der des Triumphs und der des Abschieds. Der 30-Jährige beendet nach 178 Länderspiele seine internationale Laufbahn. „So schön, wie man es sich nur wünschen kann“, gratulierte auch sein Mülheimer Klub über die Sozialen Medien. Und auch persönlich, da viele Mülheimer sich auf den Weg nach Mönchengladbach gemacht hatten, um den nun amtierenden Welt- und Europameister sowie Olympia-Zweiten zu feiern. „Wir freuen uns unfassbar für euch, Männer!“

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1:1 (0:1) hatte es nach 60 Minuten gestanden. Dann behielt die Auswahl des Deutschen Hockey-Bundes (DHB) die Nerven, Danneberg glänzte, Justus Weigand, Michel Struthoff, Hannes Müller und Thies Prinz trafen. Erst im letzten Viertel hatte Weigand für den umjubelten Ausgleich (46.) gesorgt, Tijmen Reyenga (26.) hatte Oranje in Führung gebracht. Erstmals seit 2013 bejubeln die „Honamas“ wieder einen EM-Titel. Mit dem insgesamt neunten Triumph halten die Rekordsieger auch den großen Rivalen aus den Niederlanden auf Distanz (sieben Titel). Bronze sicherte sich Spanien nach einem 2:0 gegen Frankreich.

Deutschlands Raphael Hartkopf (l.) und Malte Hellwig vom HTC Uhlenhorst bejubeln ein Tor im Spiel gegen Polen.
Deutschlands Raphael Hartkopf (l.) und Malte Hellwig vom HTC Uhlenhorst bejubeln ein Tor im Spiel gegen Polen. © Federico Gambarini/dpa | Federico Gambarini

Ex Mülheimerinnen: Deutsche Hockey-Frauen spielen heute um Gold

Die Hockeyfans aus der REegion könnten heute noch eine weitere Goldmedaille feiern: Nach dem überraschenden Finaleinzug bei der Europameisterschaft wollen auch die deutschen Hockeyspielerinnen den Top-Favoriten ärgern. Im Endspiel trifft das Team von Janneke Schopmann an diesem Sonntag (17 Uhr) auf die Niederlande. „Wenn alles passt, können wir jeden schlagen“, sagte die Bundestrainerin. Allerdings sind die „Oranjes“ eine Übermacht im Damen-Hockey. Das Team hat seit zehn Jahren kein Spiel bei einer Europameisterschaft verloren. Deutschland setzte sich am Freitag nach Penalty Shootout gegen Belgien durch. Mit dabei sind unter anderem die Ex-Mülheimerinnen Finja Starck (HTCU) und Jojo Hachenberg (Kahlenberger HTC).