Zusammenfassung

  • Leonie Büchel und Maximilian Conrad starten jüngst bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee in Bayern.
  • Die beiden 16-jährigen Triathleten trainieren täglich zweimal.
  • Trainer Ralf Bell hat die Jugendabteilung des Vereins Marathon und Triathlon Mülheim aufgebaut, die mittlerweile 70 junge Athleten umfasst.

Wenn der frühe Vogel wirklich den Wurm fängt, hätten Leonie und Maximilian schon ganze Eimer voll. Schon vor Beginn eines Schultags sind die beiden häufig beim Athletiktraining oder im Schwimmbecken zu finden, ab Nachmittag kommen Lauf- oder eine Trainingseinheit mit dem Fahrrad hinzu. Zweimal Training täglich, siebenmal die Woche, für einen Wettkampf stehen etwa 100 Stunden Training an: Wer Triathlon betreibt, braucht Ausdauer. Um die aufzubauen, benötigt es Disziplin. Leonie und Maximilian haben so viel davon, dass sie es schon weit gebracht haben: Die beiden Nachwuchs-Sportler des Vereins Marathon und Triathlon Mülheim starteten jüngst bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee in Bayern.

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800 Meter Schwimmen, 20 Kilometer auf dem Rad und 5 Kilometer Laufen – was sich für Laien nach einem Folterparcours anhört, ist für die sportbegeisterten Leonie Büchel und Maximilian Conrad eine Leidenschaft. Beide besuchen ein Sportgymnasium, Leonie das Steinbart-Gymnasium in Duisburg, Maximilian das Helmholtz-Gymnasium in Essen. Gemeinsam tragen die beiden 16-Jährigen dann in Wettkämpfen das Trikot des Mülheimer Vereins aus Saarn. „Ich war früher im Schwimm- und im Leichtathletikverein. Jetzt kam beim Triathlon noch Radfahren dazu – das passt einfach“, sagt Leonie.

Starteten bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee: (v.l.) Maximilian Conrad, Leonie Büchel und Trainer Ralf Bell vom Verein Marathon und Triathlon Mülheim.
Starteten bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee: (v.l.) Maximilian Conrad, Leonie Büchel und Trainer Ralf Bell vom Verein Marathon und Triathlon Mülheim.© privat / Marathon und Triathlon Mülheim

Triathlon in Mülheim: So schnitten Leonie und Maximilian ab

Und wie: Leonie Büchel benötigte für die 750 Meter Schwimmen, 18 Kilometer auf dem Rad und 5 Kilometer Laufen 1:05,33 Stunden. Sie landete damit auf Rang 22 mit 5,5 Minuten Rückstand auf Meisterin Rebecca Adam. Maximilian Conrad wurde auf gleicher Strecke 28. in 57:11,84 Minuten, im engen Spitzenfeld fehlten ihm 3,46 Minuten auf Sieger Jaron Kollmeier. Während der Corona-Pandemie hatte Maximilian mit dem Laufen begonnen, Schwimmen und Radfahren kamen dann irgendwann dazu. Der Tennisschläger, zuvor das Sportgerät der Wahl, blieb seitdem in der Tasche.

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Die DM am Rothsee war Teil des DTU-Triathlon-Jugendcups, der höchsten Wettkampfserie für Nachwuchsathletinnen und -athleten in Deutschland. Dass seine beiden Sportler in dieser antreten und jüngst auch fünf weitere jüngere Athleten sich für die DM im August in Dresden qualifiziert haben, macht Trainer Ralf Bell stolz. 2019 begann er mit dem Aufbau der Jugendabteilung, mittlerweile sind vier Trainer im Nachwuchsbereich tätig, aus anfangs drei Kindern und Jugendlichen sind stolze 70 geworden.

Starteten bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee: Maximilian Conrad und Leonie Büchel vom Verein Marathon und Triathlon Mülheim.
Starteten bei der Deutschen Meisterschaft am Rothsee: Maximilian Conrad und Leonie Büchel vom Verein Marathon und Triathlon Mülheim.© privat / Marathon und Triathlon Mülheim

Triathlon in Mülheim: „Wer da langsam ist, kann einige Plätze einbüßen“

Dabei war der heute 61-Jährige selbst ein Spätstarter, begann erst mit 44 mit Triathlon. Jugendtraining? Hat er selbst nie erlebt. Nun sind die jüngsten seiner Schützlinge sechs Jahre alt, auch die Kooperation mit der Mülheimer Luisenschule trägt Früchte und bringt neue Talente in den Verein, der offizieller Stützpunkt des NRW-Triathlon-Verbands ist. „Das Engagement der ehrenamtlichen Vereinsführung und die Unterstützung der Eltern gehören dazu, nur so können wir erfolgreich sein“, sagt Bell.

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Immer wieder geht es auch zum Duisburger Barbarasee, das Schwimmen in offenen Gewässern ist ein ganz anderes als im wellenlosen Schwimmbecken. Auch die Wechsel vom Wasser aufs Rad und von dort auf die Laufstrecke werden immer wieder geübt. „Wer da langsam ist, kann einige Plätze einbüßen“, weiß Trainer Bell.

Und Leonie und Maximilian? Die wollen irgendwann in den Europacup, der höchsten Wettkampfebene der Erwachsenen auf diesem Kontinent. Auch der Ironman, die Langdistanz mit dem legendären Finale auf Hawaii, wird als Traum genannt. Bis dahin aber werden beide noch viele Trainingseinheiten abreißen. „Viele meine Mitschüler sagen selbst, dass sie da keinen Bock darauf hätten. Aber ich gebe immer alles im Training, ich will gewinnen“, sagt Maximilian Conrad. „Sicher gibt es Tage, an denen man keine Lust aufs viele Training hat. Trotzdem einfach machen!“, sagt Leonie Büchel. „Man weiß ja, wofür man es macht.“