Zusammenfassung

  • Noah Enger ist mit 21 Jahren neu im Trainerteam der Mülheim Shamrocks und übernimmt die Rolle des Receiver-Coaches. Zuvor spielte er drei Jahre für die Krefeld Ravens, entschied sich jedoch aus gesundheitlichen Gründen, seine Spielerkarriere zu beenden.
  • Er verfolgt seit fast zehn Jahren Football und hat viel Theorie gelernt, um dem Sport auch als Coach nahe zu bleiben. Der Kontakt zu den Shamrocks kam über einen Uni-Kollegen zustande, der bei den Shamrocks spielte.
  • Enger sieht sich als Trainer in der Verantwortung, die Spieler weiterzubringen und hat dabei auch große Ziele. Ein besonders prägendes Erlebnis in seiner Karriere war ein Trainingscamp mit einem amerikanischen Coach, das ihn zum Coaching motivierte.

Noah Enger gehört ab sofort zum Trainerteam der Mülheim Shamrocks in der Football-Verbandsliga NRW (Gruppe West). Das Besondere: Noah Enger ist erst 21 Jahre alt! Jünger als viele der Spieler! Enger selbst spielte insgesamt drei Jahre für die Krefeld Ravens, nun wagt er den Schritt ins Coaching und wird den Shamrocks als Receiver-Coach zur Verfügung stehen.

Er instruiert also die Spieler, die im Angriff für das Fangen des Balls verantwortlich sind. Doch warum spielt er selbst nicht mehr? Was bedeutet es für ihn, in so jungen Jahren schon Trainer zu sein? Und wie kam es dazu?

Erst 21 Jahre alt, doch der Mülheimer Trainer beschäftigt sich schon zehn Jahre lang mit Football

Noah Enger, mit 21 Jahren ist es wohl eher ungewöhnlich, bereits als Trainer zu arbeiten.

Noah Enger: Es ist definitiv etwas anderes, da ich Football zuvor nur aus der Spielerperspektive kannte. Man sieht einfach, wie viel Organisation und Hingabe teilweise hinter dem Sport steckt. Ich denke, dem Ganzen sollte auch einfach ein bisschen mehr Respekt geschenkt werden. Bei uns fehlt es da keineswegs, jedoch habe ich schon anderswo mitbekommen, dass die Arbeit des Trainerstabs nicht so wirklich respektiert wird.

Noah Enger, Trainer Mülheim Shamrocks
Neu in Mülheim und bei den Shamrocks: Noah Enger.

Wie lange sind Sie selbst schon im Football aktiv oder interessieren sich dafür? 

Ich war insgesamt drei Jahre im Verein der Krefeld Ravens. Generell beschäftige ich mich seit fast zehn Jahren mit Football und der NFL. Den Super Bowl 2011 habe ich damals heimlich nachts im TV geschaut. Da bin ich Fan der Green Bay Packers geworden und verfolge das Ganze seitdem sehr intensiv. 

Und warum spielen Sie selbst nicht mehr?

Ich bin keine wirklich robuste Person. Ich bin knapp 1,80 Meter groß und wiege an die 70 Kilo, da werde ich schon schnell aufgefressen. Das war der Hauptgrund, weshalb ich gesagt habe, ich würde schon noch gerne spielen, aber meiner Gesundheit zur Liebe lässt sich das einfach nicht realisieren.

Und dann kam der Kontakt zu den Shamrocks zustande?

Das lief tatsächlich über einen Kollegen von mir aus der Uni. Der hat selbst bei den Shamrocks gespielt und hatte auch Kontakt zu Pressesprecher Jan-Philipp Weise. Dann kam es so ein bisschen ins Rollen, und da ein neuer Trainerstab gesucht wurde, habe ich gesagt, dass ich mir das gut vorstellen könnte. Ich habe mich auch in den Jahren, in denen ich nicht gespielt habe, sehr viel mit Theorie beschäftigt, weil ich einfach die Nähe zum Sport behalten wollte. Dies jetzt weiterzugeben und noch mehr zu lernen, ist die Perspektive, die ich nun habe.

Die Mülheim Shamrocks in Aktion auf dem Footballfeld.
Die Mülheim Shamrocks in Aktion auf dem Footballfeld.© FUNKE Foto Services | Martin Möller

Haben Sie auch ein Vorbild, zu dem Sie aufschauen?

Ich würde sagen: Aaron Rodgers. Seine ganze Spielweise und seine Einstellung machen das Ganze für mich einfach unterhaltsam und unschlagbar. Vor allem in seiner Zeit bei den Packers. Als Receiver würde ich wahrscheinlich noch Calvin Johnson von den Detroit Lions nennen. 

Haben Sie als Trainer auch bestimmte Ziele? Oder soll das alles nur ein Hobby nebenbei bleiben?

Das ist eine Sache, die ich bei den Shamrocks sehr gut finde: Da sind alle neben ihren Tätigkeiten auch Privatpersonen. Keiner hat ein Problem damit, wenn das Private vor geht. Trotzdem sehe ich mich da in der Verantwortung, das Beste erreichen zu wollen und die Jungs einfach weiter zu bringen. 

Und zum Schluss: Gibt es eine besondere Geschichte, die Sie in Ihrer bisherigen Football-Karriere erlebt haben?

Wir hatten mal ein Trainingscamp in Krefeld mit einem amerikanischen Coach, der unter anderem Quarterbacks wie Matt Ryan oder Jordan Love trainiert. Und der hat auch Spieler aus der europäischen Liga ELF mitgebracht und dann so ein kleines Camp veranstaltet. Das war auch eine maßgebliche Erfahrung, die mich dazu gebracht hat, selbst mal zu coachen.