Keinen Monat nach seinem ersten Kampf überhaupt kann er sich jetzt NRW-Meister nennen: Der zehnjährige Nachwuchsboxer Aiden Aswaldt vom BC Mülheim-Dümpten hat einmal mehr Vereinsgeschichte geschrieben. Am vergangenen Wochenende setzte sich der Mülheimer bei den von seinem Club in der Westenergie Halle ausgerichteten NRW-U15-Meisterschaften in der U13-Altersklasse bis 32 Kilo durch.
Damit schafft Aiden für die Dümptener einen Superlativ nach dem anderen. Als er am 1. März 2025 bei einem Nachwuchsturnier in Offenbach für seinen ersten Boxkampf in den Ring stieg, war er der jüngste Boxer, der das je für den BC Dümpten tat. Jetzt ist er jüngster NRW-Meister aller Zeiten für die Mülheimer geworden. Mit seinen zehn Jahren hat er dabei gerade mal das Mindestalter, in dem der Deutsche Boxsportverband das Kämpfen erlaubt.

„Der Kleine wollte dem Größeren nacheifern“, erzählt Frank Nierhaus, wie alles begann. Mittlerweile wird Aiden mit seinem älteren Bruder Ian, der bereits länger beim BC Dümpten boxt, dreimal die Woche von seinem Vater von Dortmund nach Mülheim zum Training gefahren.
Boxen in Mülheim: 10jähriges Nachwuchstalent vom BC Dümpten gewann ersten Kampf nach Punkten
„Ich habe sonst niemanden in seinem Alter in meinem Kader, er trainiert hier direkt mit den Älteren und Größeren“, schildert Frank Nierhaus die auch für ihn als Trainer beim BC Dümpten ungewohnte Situation. Er wisse aber, wie man einem Jungen in Aidens Alter den Boxsport beibringe: „Man lässt ihm im Training einfach mehr durchgehen. Er hat noch nicht die Konzentration für eine Stunde Aufwärmübungen. Der ist sofort heiß auf mehr.“

Dennoch sei Aiden nie zu aufgeregt, auch nicht, obwohl er mit seinen gerade einmal 30 Kilogramm im Papiergewicht der U13-Altersklasse gegen ältere Gegner in den Ring steigt. Die Trainingseinheiten mit seinen „großen“ Vereinskollegen in Mülheim würden ihm dabei helfen, so Nierhaus. Was ein älterer Gegner eventuell an physicher Überlegenheit mitbringt, gleiche Aiden mit viel Tempo und Bewegung aus.
Jugendboxen: Besondere Schutzmaßnahmen erforderlich
Mit zehn Jahren schon in den Ring? Auch, wenn das im Nachwuchsbereich des Amateurboxens offiziell erlaubt ist, kann es für Außenstehende gefährlich klingen. Um die physische Entwicklung der Kinder größtmöglich zu schützen, gibt es viele altersentsprechende Bestimmungen. So darf ein Jugendlicher dieser Altersklasse pro Jahr maximal zehn Kämpfe bestreiten, ein dicker Kopfschutz und 12-Unzen-Handschuhe sind obligatorisch. Zudem reagieren die Ringrichter bei Jugendkämpfen sensibler darauf, wenn Treffer angezählt werden, brechen beim zweiten direkt ab.
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Auch Frank Nierhaus versichere, dass beim Nachwuchs vom BC Dümpten alle auf den Kleinsten in ihren Reihen achtgeben. „Der tritt hier zum Sparring nicht gegen wen an, der zehn Kilo mehr hat. Alle nehmen ihn für voll und mit ebenso viel Respekt wie jeden anderen. Und Aiden kommt damit klar, der ist einfach cool drauf.“
Aidens Box-Zukunft könne sein Trainer aber noch nicht sicher einschätzen: „In dem Alter ist es erfahrungsgemäß schwer zu sagen, wie lange die Jugendlichen später dabei bleiben. Bei Aiden sind die Veranlagungen für den Boxsport auf jeden Fall da.“ Muhammad Ali war übrigens „schon“ zwölf, als er zum ersten Mal einen Boxring bestieg. Er blieb bekanntlich dabei.
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