Am Stall in Köln sieht Bela Lehnen auch nach der überaus erfolgreichen Saison 2026 weiterhin nach dem rechten. Die Tuchfühlung zu den Pferden und auch zu den Kolleginnen und Kollegen ist dem Doppel-Weltmeister von Aachen wichtig. Gerade in der aktuellen Phase, die die Voltigier-Saison letztlich in einem veränderten Licht stehen lässt. Bela Lehnen hat sich bei der Deutschen Meisterschaft, so die späte Diagnose nach einem medizinischen Eingriff, erneut das Kreuzband im rechten Knie gerissen. Der finale Abgang in der DM-Einzelkonkurrenz wird einige Monate nachwirken. Derzeit bewegt sich der 21-jährige Moerser nur auf Krücken fort.
Für Bela Lehnen scheint Saison 2027 schon abgehakt
„Natürlich kann man nach einer solch schweren Verletzung den Heilungsverlauf und ein Comeback nie genau zeitlich planen. Ich stelle mich aber darauf ein, dass die Saison 2027 für mich eher nicht laufen wird“, erklärt der Moerser gegenüber der Redaktion. Vor einigen Tagen wurde der Kreuzbandriss im Rahmen der ersten Operation festgestellt. Die MRT-Bilder zuvor waren aufgrund der Schwellung und Flüssigkeit im Knie nicht eindeutig.

Bela Lehnen macht aus der misslichen Situation das Beste: „Meine erste Weltmeisterschaft bei den Senioren in Aachen mit zweimal Mannschafts-Gold und einmal Bronze im Einzel waren für mich fraglos der Höhepunkt der Saison. Den kann mir keiner nehmen. Ich richte den Blick klar nach vorn. Die Verletzung lässt sich ja nun einmal nicht mehr ändern.“
Zweite Operation für Bela Lehnen Anfang 2027
Die Rehabilitation nimmt Bela Lehnen in Absprache mit der Bundeswehr als Arbeitgeber erneut in Landau auf. Wie bereits vor zwei Jahren und auch vor der jüngsten Operation ist Lehnen bei Physiotherapeut Mike Steverding in der „Reha“. Zum Vater eines ehemaligen Teamkollegen gibt es einen kurzen und in diesem Falle natürlich hilfreichen Draht. Anfang des neuen Jahres wird es eine zweite Operation geben. Da wird dann das Kreuzband rekonstruiert.

„Stabilität und Fixpunkte im Knie müssen passen, deshalb steht auch ein genauer Termin für den Eingriff noch nicht fest“, merkt Bela Lehnen an. Er vertraut erneut auf Dr. Timm Schlummer, Chefarzt des Ameos Klinikums in Warendorf und gleichzeitig auch Mannschaftsarzt des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei. Der Orthopäde hatte Bela Lehnen auch schon 2024 beim ersten Kreuzbandriss, am gleich Knie übrigens, erfolgreich operiert.
Bela Lehnen: „Aufgeben ist keine Option“
Aus der Verletzung heraus kam der Voltigierer gestärkt zurück, gewann 2025 völlig unerwartet beim CHIO in Aachen im Männerwettbewerb und holte sich ein Jahr später in der Aachener Soers gleich drei Medaillen bei seinem ersten Start bei einer Weltmeisterschaft der Senioren. Der erneute Verletzungsausfall wird nun wieder viel Geduld abverlangen. Das kennt Bela Lehnen aus dem Jahr 2024. Dennoch bleibt der Sportsoldat optimistisch: „Aufgeben ist keine Option. Ich mache mit Voltigieren auf hohem Niveau weiter.“


