Ob bei den Profis oder den Amateuren: Es ist vielleicht ein wenig übertrieben, an einzelnen Partien nach gerade einmal einem Viertel der Spielzeit gleich einen kompletten Saisonverlauf vorhersagen zu wollen. Immerhin durften die Anhänger des Fußball-Landesligisten 1. FC Lintfort, die am Freitagabend den Weg zum Bresserberg bewältigt hatten, aus dem Gastspiel beim Oberliga-Absteiger 1. FC Kleve zumindest einen Fingerzeig registrieren. Nach nunmehr sieben Siegen in acht Punktspielen und der erneuten Tabellenführung scheint es aktuell schwierig zu sein, das Team von Trainer Meik Bodden in die Knie zu zwingen. Auch wenn am Ende des 2:1 (1:0) im Starkregen am Bresserberg ziemlich wackelig war.
1. FC Lintfort wechselt zweimal in der Startelf
„Man kann nicht 34 Spiele immer das Gelbe vom Ei zeigen“, befand der nach hektischen 90 Minuten mitgenommene Meik Bodden nach einer spielerisch eher durchwachsenen Vorstellung, „aber die Mannschaft arbeitet am Image, wirklich nur schwer zu schlagen zu sein.“ Dem pflichtete Fabio Forster bei. Der ehemalige Klever jubelte im weißen Lintforter Dress mit seinen neuen Kollegen: „Wir haben nicht locker gelassen und uns belohnt. Auch wenn ein Unentschieden sicher das gerechtere Ergebnis gewesen wäre.“
Der 1. FC Kleve muss Abwehr-Ass Philipp Divis ersetzen
Im Vergleich zum überzeugenden 3:0-Heimsieg über den VfL Rhede vor einer Woche hatte Coach Bodden auf zwei Positionen gewechselt. Stammkeeper Jan Philip Roolfs kehrte für Jaden Bagh ins Tor zurück. Mittelfeldmann Furkan Baydar spielte naturgemäß einen defensiveren Part für den gegen Rhede an der Rippe verletzten Mittelstürmer Luca Hoff, der den Lintfortern offenbar noch einige Zeit fehlen wird. Dazu hatte sich unter der Woche Marcel Goretzki im Beruf einen Fingerbruch zugezogen, Alex Maas im Training eine Oberschenkelverletzung. Bei Kleve fehlte im kurzfristig erkrankten Abwehrrecken Philipp Divis ein Schlüsselspieler.

Auf den Klever Kunstrasen am Bresserberg war die erste Halbzeit bei Dauernieselregen eher ein Langweiler. Die Gastgeber wirkten ein wenig wacher, hatten per Kopf von Niklas Klein-Wiele nach Eckball eigentlich die beste Torchance (39.). Doch drei Minuten später erlaubte sich der 32-jährige Routinier im eigenen Strafraum ein Foul, das der oft unglücklich leitende Referee Jannik Albrecht (TSV Kaldenkirchen) als elfmeterwürdig einstufte. Die Chance ließ sich Alfred Appiah zum 1:0 für Lintfort per Flachschuss in die linke Torecke nicht entgehen.
1. FC Kleve hat mit einem Pfostentreffer Pech
Im zweiten Durchgang nahm die Partie dann mehr Fahrt auf. Auch, weil die Klever nun das Heft in die Hand nahmen. Und nach einem Pfostenkracher von Emil Oerding (53.) zum verdienten Ausgleich kamen. Einen Steckpass in den Lintforter Strafraum verwertete Luca Thuyl (55.). Als die Partie eine Wende gegen die Gäste zu nehmen schien, brachte FCL-Coach Bodden seinen Joker. Neun Minuten brauchte Jan Goretzki von der Einwechslung zum Torerfolg nach einem weiten Zauberpass von Thorsten Kogel (68.).
1. FC Lintfort beißt sich bei widrigen Bedingungen durch
Bis in die Nachspielzeit hinein drückte Kleve, die Lintforter verlegten sich auf massiertes Verteidigen und Konter. Doch wirklich brenzlig wurde es für den neuen Spitzenreiter mit dem sicheren Jan Philip Roolfs zwischen den Pfosten nicht mehr. FCL-Coach Bodden: „Ich hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass Kleve einen Tick bissiger und präsenter ist. Doch meine Jungs haben sich bei widrigen Bedingungen irgendwie durchgebissen.“ Am Ende feierte Lintfort bei Starkregen. Kleve-Rückkehrer Fabio Forster natürlich mittendrin.
1. FC Kleve: Taner - Bilali, Busch, Sanders, Thevanayagam - Badnjevic, Klein-Wiele, Thuyl (63. Cagnazzo), van Betteray (56. Breuer) - Kook, Oerding.
1. FC Lintfort: Roolfs - Ziebell, Kogel, Brai - El Abdouni, Baydar (78. Meyer), Forster, Vizuete Mora (84. Hoffmeister), Haub (90. Ramic) - Ngangjoh (59. J. Goretzki), Appiah (75. Ulrich).


