Es ist ein Dämpfer, aber kein Beinbruch. Doch die Deutlichkeit überraschte, wie schnell sich das Handball-Verbandsliga-Spitzenspiel in nur eine Richtung bewegte. Der TV Schwafheim reiste mit reichlich Zuversicht zum Top-Aufstiegskandidaten TB Oberhausen, konnte die hohe Erwartungshaltung aber nie erfüllen. Kurzum: Oberhausen ließ in souveräner Manier die Muskeln spielen, dominierte ein temporeiches Handball-Spiel von Minute eins und schlug den Herausforderer leicht und locker mit 39:31 (22:15).

Top-Titelaspirant TB Oberhausen lässt von Beginn an die Muskeln spielen

Dass die Oberhausener, die zum Auftakt völlig überraschend gegen Borken gepatzt hatten, nun von Beginn an ein Feuerwerk abbrennen würden, war klar. Dass Schwafheim sich aber so einfach überrumpeln lässt, ist merkwürdig. „Wir waren überhaupt nicht präsent, Oberhausen war viel galliger“, bemängelte TVS-Trainer Peter Wiedemann die Startphase. Die Gäste ließen sich einschüchtern und zu technischen Patzern oder Fehlwürfen verleiten. Im Grunde genommen ging es dann ruckzuck: Oberhausen nahm Tempo auf, wurde in seinem Auftritt immer souveräner und legte sich schnell ein sicheres Torepolster zu. Schwafheim war nicht imstande, seine Potenziale abzurufen. Vor allem die Rückraumspieler Cedric Linden, Can Greven oder Max Mehlich erreichten keine Normalform. So avancierte der neunmalige Torjäger Kevin Wiedemann ziemlich oft zum Alleinunterhalter.

SC Bottrop Handball, Saisonstart: SC Bottrop 1. Herren (blau) - TV Schwafheim
Die Schwafheimer Defensive (Rote Trikots) kam keine Stabilität in den Verband.© FUNKE Foto Services | Thomas Gödde

Die Gäste versuchten viel, um das Ruder herumzureißen. Wirklich Fruchtbares sprang dabei nicht heraus. Denn selbst die Defensive erwies als alles andere als standhaft. Peter Wiedemann versuchte deshalb gleich mehrere Systeme – von der defensiven Variante bis zur 3:2:1-Deckung, dazu Manndeckung gegen zwei gegnerische Spieler. Oberhausen blieb völlig entspannt, hatte stets die richtige Gegenmaßnahme parat und hatte spätestens in der 47. Minute beim Spielstand von 34:24 die Vorentscheidung erzwungen. Pascal Prchala schied kurz zuvor mit einer Fingerverletzung aus, wenig später sah Kevin Wiedemann die Rote Karte wegen groben Foulspiels. Zu allem Überfluss humpelte Cedric Linden noch kurz vor dem Abpfiff vom Feld, hielt sich den Oberschenkel.

„Die Niederlage ist verdient, tut aber weh“, so ein fairer Verlierer Peter Wiedemann: „Uns fehlte ein flüssiges Angriffsspiel, sowie eine sattelfeste Deckung.“

TVS: K. Wiedemann 9, Geidel 4, Steinkuhl 3/1, Greven 3, Hofmeister 3, Wanner 2, Linden 2.

TuS Lintfort bangt um zwei Leistungsträger

TuS Lintfort - Alstadener TuS 21:42 (8:21). Nach zwei Überraschungssiegen folgte eine krasse Bruchlandung. Die „TuS-Welt“ war in der zehnten Minute noch in Ordnung (4:4). Was dann allerdings folgte, war ein rasanter Absturz. Es gab fortan keinen Zusammenhalt, keinen Einsatz und keinen eigenen Antrieb mehr. Die Mannschaft zerfiel in alle Einzelteile, leistete sich viele technische Patzer, und die Wurfausbeute war auch nicht gerade prickelnd. Das taktische Mittel, mit dem 7. Feldspieler zu agieren, ging in die Hose. Der Defensivauftritt fand ohne Kampf und ohne Leidenschaft statt. „Es war eine bittere Lehrstunde“, so TuS-Kapitän Sebastian Küpper nach dem Abpfiff. Zwei Ausfälle gab es noch: Hannes Hellwig und Nils Schmitz schieden jeweils mit Verletzungen am Sprunggelenk aus.

TuS: Lasnig 6, Salobir 5/2, Klanten 2, Bologna 2, Schmitz 2, Lessmann 2, Luis Hellwig 1, te Morsche 1.

Spieler des Handball-Verbandsligisten TuS Lintfort
Verletzt: Hannes Hellwig vom Handball-Verbandsligisten TuS Lintfort© TuS Lintfort | TuS Lintfort

HC TV Rhede - TV Issum 22:21 (11:8). Die Issumer Talfahrt geht unvermindert weiter. Will man die positiven Aspekte zuerst nennen, so ist die solide kämpferische Einstellung der Mannschaft anzuführen. Bei der Defensivarbeit gibt es wenig zu meckern. Dazu mit einem mal wieder überragenden Torwart Jens Holsteg zwischen den Pfosten. Doch es reicht weiterhin nicht zu Punktgewinnen. Der Grund ist eine nach wie vor viel zu schmale Angriffsleistung. Insbesondere die Trefferquote ist und bleibt „grottig“. „Wir lassen einfach zu viele glasklare Chancen aus. Das ist echt bitter“, ärgerte sich TVI-Coach Christian Ginters.

TVI: Ernst 6/5, van Stephaudt 4, Sakulenski 4, Reichel 3, Hagmans 2, Schön 1, Scheffers 1.