Rechtzeitig vor dem Anpfiff hatten sich am Sonntagnachmittag die Regentropfen über der Stadionstraße zu Jüchen verzogen. Rund 150 Zuschauer und auch Sven Schützek kamen trocken durch den Fußball-Nachmittag. Sonnig war trotz blauen Himmels aus Sicht des gesperrten Trainers und Sportleiters des Oberliga-Neulings SV Scherpenberg aber die völlig falsche Vokabel. Beim 1:3 (0:1) gegen den VfL Viktoria Jüchen-Garzweiler blieb vor allem die Moerser Offensive vieles schuldig. Da es im Rückwärtsgang auch Patzer gab, mündete das Gesehene in eine durchaus nicht voreilige Feststellung nach sechs Punktspielen: In dieser Verfassung ist Scherpenberg nur bedingt tauglich für die Oberliga.

Das sah auch Sven Schützek so. „Wir haben zu viele Spieler, die nicht an ihre Grenze gehen. Es gab zu viel Naivität und auch wieder Hundertprozenter, die wir nicht verwertet haben. Es mangelt manchem an Qualität“, erklärte der Coach im VfL-Klubheim, hörbar kurz vor dem Platzen: „Die Jungs sollten sich intern mal zusammensetzen und ein paar Dinge klären. Ohne Trainer.“

SV Scherpenberg legt ärgerliche erste Halbzeit hin

Halbzeit eins durfte aus Gästesicht bereits als Ärgernis betrachtet werden. Die zersplitterte Eckfahne neben dem Scherpenberger Tor übrigens nicht mitgerechnet. Jüchen erzeugte gute 20 Minuten Angriffsdruck und kam nach auch zur Führung. Begünstigt allerdings durch einen groben Stellungsfehler von Nils Werner, der Flankengeber Alex Hahn auf der linken Außenbahn im Konter nicht richtig stellte. Hahns flache Hereingabe in den Strafraum versenkte dann Fatlum Ahmeti per Drehschuss unhaltbar in der linken Torecke (18.).

Moers: Mannschaftsfotos SV Scherpenberg
Erzielte das späte 1:3 für den SV Scherpenberg nach einem dicken Jüchener Fehlpass: Mittelstürmer Dario Gerling-© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Danach allerdings bekamen die Gäste das Match besser in den Griff. Die beste von einigen Ausgleichschancen hatte Oben Robert Molango. Doch der Mittelstürmer nahm ein Jüchener Rückpassgeschenk nicht an und scheiterte freistehend vor VfL-Keeper Maurice Bender. Wie gegen den TSV Meerbusch und zuletzt Solingen 03 blieb ein Hundertprozenter ohne Treffer.

Dario Gerlings 1:3 für den SV Scherpenberg kommt zu spät

Nach der Pause schien Jüchen ebenfalls defensiv zu wackelig. Doch Scherpenberg baute schlicht zu wenig Druck auf, blieb mit vielen Diagonalbällen oft im Niemandsland stecken. Die Entscheidung fiel dann binnen fünf Minuten. Beide Male hatte SVS-Keeper Kenan Mehmedovic seine Aktien im Spiel. Beim 2:0 durch Youngster Henri Sauter bekam der Ex-Sonsbecker die Kugel im Strafraum nicht recht unter Kontrolle (67.). Dann unterlief er die elfte VfL-Ecke, Kapitän Tim Kosmala-Mones köpfte unbedrängt ein. Dario Gerlings 1:3 (81.) nach einem Querschläger vor dem Jüchener Strafraum blieb lediglich Ergebniskosmetik.

SV Scherpenberg: Mehmedovic - Kanaan, Saiti, Williams, Kapuscinski - Abel (73. Redam), Werner - Fuhrmann (73. Derikx), Ba. Arslanboga (59. Akbel), Kretschmer (64. Jemaiel) - Molango (79. Gerling).