Der ehemalige ungarische und deutsche Volleyballnationalspieler Georg Grozer Senior ist am Samstagabend zwei Tage vor seinem 62. Geburtstag plötzlich und unerwartet in seiner ungarischen Heimat verstorben. Der Vorsitzende des Moerser SC, Guido Lohmann, brachte stellvertretend für die gesamte MSC-Familie die tiefe Betroffenheit des Vereins zum Ausdruck:

Moerser SC verliert sein größtes sportliches Aushängeschild

„Mit Georg Grozer, der als ‚Hammer-Schorsch‘ bis heute von vielen Fans des Moerser SC verehrt wird, verliert unser Verein sein wohl größtes sportliches Aushängeschild. Mit Georg als überragendem Leistungsträger feierten wir in den frühen 1990er-Jahren die größten Erfolge unserer Vereinsgeschichte: den Gewinn der Deutschen Meisterschaft und den Europapokalsieg.“

Volleyball
Cheftrainer des Moerser SC im alten Sportzentrum Rheinkamp, hier beim 3:1-Heimsieg über Bayer Wuppertal: Georg Grozer Senior (kniend).© NRZ | OELKER, Peter

Georg Grozer Senior hatte mit 21 Jahren seine Heimatstadt Budapest verlassen, wo er mit Tungsram SC in den Jahren 1984 und 1985 jeweils ungarischer Meister geworden war. Zunächst spielte er in der Saison 1985/86 für den TuS Celle, ehe es zu Rembert Saxon Torhout ging, wo er belgischer Pokalsieger wurde. 1988 ging es dann für acht Spielzeiten zum drei Jahre zuvor vom langjährigen Vereinsvorsitzenden Günter Krivec gegründeten Moerser SC. Am Niederrhein feierte Grozer zahlreiche Erfolge und stieg zur Moerser Volleyball-Ikone auf als CEV-Pokalsieger von 1990, Deutscher Meister von 1992 sowie Pokalsieger von 1991 und 1993.

Moerser SC: Der „Hammer-Schorsch“ war in den 90er-Jahren Kult

„Mit seinen unfassbar kraftvollen Aufschlägen und Angriffsschlägen verdiente er sich nicht nur seinen legendären Beinamen ‚Hammer-Schorsch‘ – er spielte sich damit auch in die Herzen der Moerser Volleyballfans. Georg war ein außergewöhnlicher Weltklasseathlet und eine der prägendsten Persönlichkeiten in der Geschichte unseres Vereins“, hebt dazu der MSC-Vorsitzende Guido Lohmann hervor. Dass es nur zu 19 Länderspielen für die DVV-Auswahl reichte für den bisweilen auch eigenwilligen Grozer, lag vor allem an Differenzen mit dem damaligen Bundestrainer.

In Moers jedenfalls wird Georg Grozer immer mit den sportlich erfolgreichsten Zeiten der Adler verbunden bleiben. Als Cheftrainer betreute Grozer den MSC zwischen 2006 und 2009 auch in der Bundesliga. „Der Moerser SC wird Georg Grozer niemals vergessen und ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Frau Timea, seinen vier Kindern Georg Junior, Tom, Dora und Tim und der gesamten Familie. Wir wünschen ihnen viel Kraft, Trost und Zuversicht“, bekräftigt MSC-Vorstandschef Guido Lohmann.

Moerser SC testet am Mittwochabend bei Drittligist Westerwald Volleys

Zu Ehren von Georg Grozer wird die Mannschaft des Moerser SC bei ihrem ersten Drittliga-Saisonheimspiel am 26. September (19.30 Uhr, Enni-Sportpark Rheinkamp) gegen TK Hannover mit Trauerflor auflaufen. Das Team von Trainer Thomaz Santos ist am Mittwochabend um 20 Uhr (Erich-Kästner-Realschule in Ransbach-Baumbach) beim Drittligisten SG Westerwald Volleys zu Gast, um einen weiteren Test für die neue Spielzeit zu bestreiten.

„Nach letztem Stand der Dinge wird das für uns die Generalprobe werden gegen einen guten Gegner mit ehemaligen Zweitligaspielern im Team“, sagt der Coach. Einzig Youngster Tobias Tanneberger wird erkrankt fehlen. Bekanntlich pausiert der MSC am kommenden Wochenende zum Start, weil Gastgeber Eintracht Spontent Düsseldorf das Auftaktmatch auf den 8. November verschoben hat. Grund: Der Hauptzuspieler ist aktuell bei der EM für die Schweiz am Ball.