Die Stimmung über die Pfingsttage unterstützt von den sommerlichen Temperaturen war durchweg positiv. Aber wahrscheinlich war auch das tolle Wetter ein Grund, weshalb nur wenige Zuschauer am Pfingstsonntag-Nachmittag den Weg in die Eyller Sporthalle fanden. Gleichwohl: Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort präsentierten sich in der Saison 2025/26 zum letzten Mal in ihrem „Wohnzimmer“ und zeigten eine mehr als anständige Leistung. Und einen besseren Rahmen zum „Heimfinale“ gab es wohl nicht.
Der TuS Lintfort zeigte in seinem „Wohnzimmer“ eine mehr als anständige Leistung.
Kein Geringerer als der Tabellenführer und designierte Aufsteiger HC Leipzig kam zur Stippvisite an den linken Niederrhein. Die Gäste aus Sachsen siegten am Ende hochverdient mit 27:22 (16:12). Der HC Leipzig muss nun am kommenden Wochenende noch den letzten Schritt im Heimspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 gehen, um dann endlich die Korken knallen zu lassen. Den Füchsen Berlin (bei der SG Kirchhof) wird bei einem Punkt Rückstand der Pflichtsieg zum Abschluss beim Tabellenvorletzten vermutlich nichts nützen.

Der TuS Lintfort ließ es sich nicht nehmen, noch vor dem Anpfiff die Verabschiedung von gleich sieben Spielerinnen kurz und knackig durchzuziehen. Sich auf das Abschiedsfoto mit hinzugesellte sich noch kurzfristig Sydney Lupisella. Die Linksaußen gab bekannt, eine neue Herausforderung bei der zweiten Mannschaft von Bundesliga-Play-Finalist Borussia Dortmund anzunehmen.
Sydney Lupisella schießt sich künftig dem BVB II an
Die 23-Jährige bekam deshalb ebenso einen Blumenstrauß überreicht wie die schon seit längerem feststehenden Abgänge wie Alea Mattig, Leonie Udaw (beide 1. FSV Mainz 05), Lynn Broders (TV Aldekerk), Rieke Rosner (Teutonia Riemke), Neele Brandt (TuS Königsdorf), Nathalie Corsten (Ziel unbekannt). Eigentlich sind es ja acht Abgänge: Aber Vakare Damuleviciute (Benfica Lissabon) war am Pfingstsonntag nicht in der Eyller Sporthalle mit dabei.
So haben sie gespielt
TuS Lintfort: Senanur Gün, Anita Polackova, Neele Brandt – Alea Mattig 3, Nathalie Corsten 1, Insa Weisz, Lynn Broders, Jana Willing 3, Rieke Rosner, Sydney Lupisella 1, Yara Vlaswinkel, Svenja Rottwinkel 10/5, Eva Manthei 3, Leonie Udaw 1.
So geht es weiter: Der TuS Lintfort tritt zum Saisonfinale am kommenden Samstag um 18 Uhr bei der TG Nürtingen an. Danach ist dann erst einmal Sommerpause.
Eva Manthei verlängert ihren Vertrag beim TuS Lintfort
Eine gute Nachricht gab es aber auch: Eva Manthei hat ihren Vertrag in Lintfort verlängert. Die 18-jährige Rückraumspielerin war in einem lehrreichen ersten Zweitliga-Jahr zuletzt gut drauf und sollte sich in der neuen Saison weiter nach vorn entwickeln.

Die TuS-Spielerinnen waren von der ersten Minute an hellwach, brachten zunächst eine erstaunliche Präsenz auf die „Platte“. Insbesondere der Offensivauftritt überraschte. Der Ball lief schnörkellos durch die eigenen Reihen, die Mannschaft suchte mutig den Abschluss. Kreisläuferin Jana Willing ließ gleich zweimal in den gegnerischen Maschen „klingeln“. Rechtsaußen Alea Mattig traf zum 3:1. Die Gastgeberinnen kreierten in der Folgezeit weitere gute Möglichkeiten, boten dem Top-Favoriten aus Leipzig bis zum 7:8 (15.) die Stirn. Aber dann kam die Phase, weshalb Leipzig auf der oberen Seite der Tabelle anzutreffen ist und der TuS Lintfort eben ganz unten.

Der Tabellenführer zog die Zügel an, profitierte dabei von eigener Stärke, aber auch von altbekannten Schwächen des Kontrahenten. Lintfort patzte schlichtweg zu oft im individuellen Bereich und geriet in kurzer Zeit deutlich mit 8:15 (23.) auf die Verliererstraße, konnte das Ergebnis allerdings bis zur Pause wieder in einen akzeptablen Rahmen drehen.
TuS Lintfort: Die kämpferische Einstellung gilt es zu loben
Die Spannung nach dem Seitenwechsel hielt sich in Grenzen. Man hatte sicherlich nie das Gefühl, dass der HC Leipzig in irgendeiner Art und Weise einknicken könnte. Aber dem Spitzenklub aus dem Osten der Republik fehlte auch ganz klar die Leichtigkeit im Spiel. Der Verein versprühte wenig Lust und Laune – immerhin so kurz vor dem Aufstieg. Und man sollte nicht vergessen. Hier traf die beste Mannschaft der 2. Bundesliga auf ein kaum ligataugliches Schlusslicht.

Bettina Grenz-Klein war der Auftritt ihres Gegners am Ende wahrscheinlich total egal. Die TuS-Trainerin lobte nach dem Schlusspfiff die Leistung ihrer eigenen Mannschaft mit den Worten: „Es war eindeutig eines unserer besseren Spiele in der Saison, mit viel Kampf in der Deckung und drei guten Torhüterinnen.“


