Mittlerweile ist hinreichend bekannt, dass der TuS Lintfort weder über das Personal noch über die Qualitäten verfügt, um sich in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen erfolgreich zu präsentieren. Gemeckert und genörgelt wurde in der Vergangenheit deswegen oft und viel. Doch am Erscheinungsbild der Mannschaft wird sich bis zum Saisonende nichts mehr ändern. Der leidgeplagte Verein vom linken Niederrhein wird unter normalen Umständen die „Rote Laterne“ auch nicht mehr abgeben. Das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein unterlag am Samstagabend erwartungsgemäß beim Tabellenvierten HC Rödertal vor immerhin 477 Zuschauern deutlich mit 25:39 (12:17).
TuS Lintfort spielt in Rödertal vor einer guten Kulisse von 477 Zuschauern
Die TuS-Spielerinnen ließen sich den enormen Reisestress von gut 620 Kilometern zunächst nicht anmerken. Das Team wirkte motiviert, brachte von Anpfiff an bei seinem Defensivauftritt eine gute Aggressivität und Laufbereitschaft ein. „Mir hat gefallen, wie gearbeitet wurde“, ergänzte Trainerin Bettina Grenz-Klein. Mit Mia Hinz stand erneut das erst 16-jährige Talent auf Linksaußen in der Startformation. Lintfort agierte zielorientiert, warf wichtige Tore und konnte die Partie gegen die gastgebenden Rödertalbienen zunächst einigermaßen ausgeglichen gestalten. Doch der TuS Lintfort konnte das Niveau nicht halten.

Die bekannt schlimme Kombination aus schwachen Würfen, falschen Entscheidungen und persönlichen Patzern sorgte dann dafür, dass die Begegnung schnell die erwartete Richtung einschlug. Rödertal nahm die Ballgewinne dankend an und zog ruckzuck auf 14:7 (23.) davon. „Wir wissen, dass wir gegen so starke Teams wie Rödertal nicht mithalten können“, sagte Bettina Grenz-Klein. „Ich bin dennoch der Meinung, dass wir es in Hälfte eins über weite Strecken ordentlich gemacht haben.“
Bettina Grenz-Klein: „Wir wissen, dass wir gegen so starke Teams wie Rödertal nicht mithalten können.“
Aber der TuS Lintfort befand sich noch im Tiefschlaf, als die zweite Halbzeit schon Fahrt aufnahm. Die Rödertalbienen „stachen“ schnell viermal in Folge zu und enteilten auf 21:12 (34.). Auch wenn die Gäste sich womöglich eine „kleine Aufholjagd“ vorgenommen hatten: Dieses Unterfangen versandete schroff und endet bereits nach nur vier Minuten.

Lintfort verkürzte zwar nochmals auf 20:26, wofür Svenja Rottwinkel und Insa Weisz maßgeblich verantwortlich waren. Doch es blieb ein kurzes Aufbäumen. Rödertal bestimmte die Schlussviertelstunde, spielte mit seinem überforderten Gegner Katz und Maus. „Wie leicht wir ein für uns anständiges Ergebnis aus der Hand gegeben haben, das ist schon bitter“, beschließt Bettina Grenz-Klein.
Der TuS Lintfort empfängt zu seinem letzten Heimauftritt der Saison 2025/26 am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Eyller Sporthalle den Aufstiegsaspiranten HC Leipzig. Das Abschlussspiel findet bei der TG Nürtingen am 30. Mai statt.
TuS Lintfort: Anita Polackova, Neele Brandt – Alea Mattig 1, Mia Hinz 2, Nathalie Corsten, Insa Weisz 5, Lynn Broders 1, Jana Willing 2, Rieke Rosner, Sydney Lupisella, Yara Vlaswinkel 1, Svenja Rottwinkel 9/4, Eva Manthei 2, Leonie Udaw 2.


