In der Tabelle der Fußball-Landesliga steht der SV Budberg zwar noch auf Platz eins. Doch seit dem späten Freitagnachmittag ist der SV Scherpenberg der wahre Spitzenreiter. Mit dem umkämpften, aber verdienten 2:1 (1:1) in einem mal wieder dramatischen Derby gegen den 1. FC Lintfort zog das Team von Trainer Sven Schützek nach Punkten mit Budberg gleich. Wäre jetzt Saisonschluss, lägen die Moerser aufgrund des besseren direkten Vergleichs vorn. Held des 1.-Mai-Matches vor rund 350 Zuschauern war Gabriel Derikx, der mit einem 18-Meter-Aufsetzer in die rechte Torecke die Partie in der 61. Minute entschied (sehen Sie dazu auch unser Torvideo).
SV Scherpenberg: Marcel Kretschmer bleibt, Hope Ogansuyi geht
Vor dem Anpfiff gab es noch neue Personalien auf beiden Seiten. Scherpenbergs Stamm-Rechtsaußen Marcel Kretschmer gab seine Zusage für die kommende Saison. Ersatz-Verteidiger Hope Ogansuyi verlässt die Moerser indes und spielt künftig für den Krefelder Bezirksligisten VfR Fischeln. Bei den Lintfortern wird Ersatztorhüter Filip Curcic nicht mehr im Aufgebot stehen. Der 23-Jährige, der in den vergangenen beiden Spielzeiten nur sechs Punktspiele für Lintfort absolviert hatte, schließt sich dem Essener A-Kreisligisten NK Croatia an.

Den Scherpenbergern gelang, in der Startelfformation vom 3:1 über den FC Kray, ein Idealstart. Ömer Akbel staubte einen verunglückten Ball von Julian Klement, allerdings gegen Marcel Kretschmer in schwerer Bedrängnis gespielt, nach fünf Minuten zur Führung ab. Doch die von Trainer Meik Bodden in der 3-4-1-2-Taktik gut eingestellten Lintforter groovten sich in die Partie, kamen durch einen schönen Innenpfostentreffer von Ouassim El Abdouni zum 1:1 (14.). Und verdienten sich in der Folgezeit mit Einsatz und Geschick das Resultat zur Halbzeit.
Gabriel Derikx trifft zum 2:1 nach einem Pfostentreffer von Folarin Williams
Nach dem Seitenwechsel gab es allerdings nur noch Scherpenberger Großchancen. Die beinahe schwierigste von fünf, sechs Riesendingern machte Linksaußen Gabriel Derikx im Anschluss an einen Pfostentreffer von Folarin Williams aus 18 Metern dann zum 2:1 rein (61.). Dass Lintforts Verteidiger Julian Klement verletzt im Fünf-Meter-Raum lag, veranlasste den Düsseldorfer Referee Mohamed Wahbi (Rather SV) dabei nicht zur geforderten Spielunterbrechung.

Danach verpassten die Gastgeber mehrmals das überfällig 3:1. FCL-Keeper Jan Philip Roolfs rettete gegen Deriks, Jan Ziebell auf der Torlinie gegen den eingewechselten Robin Fuhrmann, in der Nachspielzeit Rafael Vizuete Mora gegen Jasin Saiti, als das Lintforter Tor schon verwaist war. Auf der Gegenseite hatten die in der Offensive arg geschwächten Gäste kaum etwas zu bieten. Auch wenn Abdoulaye Sall als Aktivposten ein gutes Match zeigte.
1. FC Lintfort ärgert sich: Wieder möglicher Foulelfmeter nicht gegeben
Und dennoch: In der vierten Nachspielminute brauchte Scherpenberg Fortune, als der ansonsten sichere Torsteher Gian-Luca Reck im Strafraum den eingewechselten Robin van Radecke zu Fall brachte. Die Szene roch nach Foulelfmeter. War aber für den gut platzierten Referee Wahbi offenbar nicht eindeutig genug, um in letzter Sekunde mit einem Elfmeterpfiff das Match auf den Kopf zu stellen.

Zuvor hatten die Lintforter eine Rote Karte quittieren müssen. Außenstürmer Simon Schwarz war aus Frust ein „Halt die Fresse“ gegenüber seinem Gegenspieler rausgerutscht (79.). „Bis zum zweiten Gegentor waren wir wirklich gut im Spiel. Vielleicht saugen wir ja grad schon das Spielpech für die neue Saison ein“, befand Coach Bodden ein wenig humorvoll nach einer neuerlichen Elfmeterentscheidung gegen seine Farben. Immerhin: Mittelfeldspieler Thorsten Kogel, der insgesamt eine starke Partie zeigte, schrammte vor der Pause in einer rustikalen Szene knapp an Gelb/Rot vorbei.
SV Scherpenberg muss am nächsten Freitag bei den Sportfreunden Katernberg ran
Scherpenbergs Trainer Sven Schützek freute sich zwar über den Derbysieg. „Trotzdem hat das ganz schön Nerven gekostet. Wir müssen viel deutlicher gewinnen, lassen Lintfort in der zweiten Halbzeit aber komplett im Spiel.“ Vier Partien vor Saisonende rückt der Oberliga-Aufstieg immer näher. Den Moersern würden nun drei Siege und ein Unentschieden aus vier Partien sicher reichen, um vor dem ESC Rellinghausen und dem SV Budberg als Tabellenerster ins Ziel zu laufen. Am kommenden Freitag (19.30 Uhr, Meerbruchstraße) wartet allerdings beim angriffslustigen Rangachten Sportfreunde Katernberg gleich wieder ein brisantes Match.
SV Scherpenberg: Reck - Bu. Arslanboga, Williams, Saiti, Kapuscinski - Karaca (71. Werner), K. Terzi - Derikx (85. Grillemeier), Ba. Arslanboga (90.+1 Redam), Kretschmer (82. Music) - Akbel (68. Fuhrmann).
1. FC Lintfort: Roolfs - Klement (75. van Radecke), Ziebell, Vizuete Mora - El Abdouni, Ngangjoh, Riad, Kogel, Haub - Schwarz, Sall.


