In der Halbzeitpause ließ Meik Bodden in der Umkleide des 1. FC Lintfort verbal die Kuh fliegen. Der schwache Auftritt in der Kray-Arena, gerade was auch die Körpersprache anbetraf, hatte den Trainer des Fußball-Landesligisten dermaßen auf die Palme gebracht, dass auch die Zuschauer an der kleinen Kaffeebude fast mithören konnten. Die herzhafte Ansprache verbunden mit gleich vier taktischen Umstellungen in Durchgang zwei brachte jedoch nicht die gewünschte Wende. Am Ende blieb ein ärgerliches 1:2 (0:1) gegen einen auch nicht wirklich überzeugenden FC Kray.
Für den 1. FC Lintfort trifft Simon Schwarz nur die Querlatte
Den Gästen musste man zugute halten, ab der 46. Minute zumindest mehr Bemühen gezeigt zu haben. Doch irgendwie bekam Lintfort keinen Angriffsdruck auf die Essener Fünferkette aufgebaut. Alles wirkte zu langsam, zu statisch, ohne Biss. Der Lattentreffer von Simon Schwarz in der 70. Minute war die erste echte Torchance. Da stand es allerdings schon 0:2. Dem noch abstiegsbedrohten Ex-Regionalligisten gelang mit der einzigen Möglichkeit vor der Pause die Führung durch Benludvig Elad (29.).

Wenig Vergnügen hatten die Lintforter Fans auch nach der Pause. Coach Bodden stellt zwar von 3-5-2 aufs offensivere 4-1-2-3 um. Doch nach nur drei Minuten waren die guten Vorsätze mit dem zweiten Gegentor torpediert. Nach einem Ballverlust von Julian Klement im Spielaufbau packte die FCL-Abwehr gegen Vorlagengeber Elad und Nutznießer Milot Ademi nicht richtig zu.
Schiedsrichter übersieht klaren Foulelfmeter für den 1. FC Lintfort
Mit Schwarz‘ Lattentreffer und einem danach glänzend abgewehrten 16-Meter-Schuss von Princeley Ngangjoh schien noch alles möglich. Doch Kray verteidigte geschickt und giftig, die Lintforter spielten ohne die nötige Wucht. Dazu übersah der ziemlich unausgegoren pfeifende Tim Grevelhörster (Meiderich 06/95) einen Foulelfmeter an Ouassim El Abdouni, als er den Tatort kurzerhand außerhalb des Strafraums legte (73.). Julian Klements 1:2 nach Linksflanke von Simon Schwarz kam in der zweiten Nachspielminute natürlich viel zu spät. Trainer Meik Bodden: „In der zweiten Halbzeit haben wir alles gegeben. Offensiv war es zu wenig. Und beide Gegentore für Kray sind schlicht zu leicht gefallen.“
1. FC Lintfort: Roolfs - Louma (43. Klement), Ziebell (68. Köksel), Vizuete Mora - El Abdouni (74. Riad), Baydar, Kogel, Ngangjoh (82. Owuka), Haub - Sall, van Radecke (55. Schwarz).


