Die Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch angesetzt werden: Mit einem sehenswerten, gar genussvollen Leckerbissen im Handball-Verbandsliga-Lokalderby zwischen den Kellerkindern des gastgebenden TuS Lintfort und dem TV Kapellen ist wohl kaum zu rechnen.
Ich erwarte eine deutliche Reaktion von meiner Mannschaft mit einer mutigen und engagierten Einstellung.
Martin Gräfen, Trainer des TV Kapellen
Beide Vereine können mit dem jeweiligen Verlauf der Saison 2025/26 überhaupt nicht zufrieden sein. Für Tabellenschlusslicht TuS Lintfort hat sich die eh schon angespannte Situation seit dem vergangenen Wochenende nochmals deutlich verschlechtert. Der direkte Abstieg ist zwar wie berichtet mittlerweile vom Tisch, aber den Klosterstädtern droht nun die Abstiegsrelegation. Der Rückstand auf den unmittelbaren Konkurrenten TSG Kirchhellen ist seit dem letzten Spieltag auf nun drei Punkte angewachsen. Der TV Kapellen hat sicherlich seine eigenen Ansprüche um Längen verfehlt. Der Verein bleibt aber zumindest auch in Zukunft der Verbandsliga erhalten. Das Lokalderby wird Samstag, um 19.30 Uhr, in der Eyller-Sporthalle, angepfiffen.
Lintfort droht die Abstiegsrelegation
Der TuS Lintfort steht mit dem Rücken zur Wand. Die Abstiegsrelegation droht mehr denn je. Das eh schon qualitativ limitierte Team bekommt einfach keine Konstanz in seine Leistungen. In der Defensive fehlt der Zusammenhalt – Absprachen greifen nur bedingt, das Zweikampfverhalten ist regelmäßig viel zu brav. Die Offensive wird zumeist vom Rückraum-Duo Niklas König und Jannik Nederkorn – die bekanntermaßen im kommenden Sommer zum TV Kapellen wechseln – geprägt. Doch das größte Manko ist die mangelnde Chancenverwertung. Der TuS benötigt in Summe zu viele Möglichkeiten, um ein Tor zu werfen. Gut hingegen ist die Moral. Das Team lässt sich nur selten hängen, versucht stets die kämpferischen Tugenden aufrecht zu halten. Lintfort kann Samstag aus personeller Hinsicht aus dem Vollen schöpfen.

„Für uns waren die Ergebnisse vom vergangenen Wochenende ein Nackenschlag“, sagt TuS-Kapitän Sebastian Küpper. „Unser Ziel ist aber nach wie vor der Klassenerhalt und wir wollen das irgendwie schaffen.“ Aber dazu muss die Mannschaft endlich einmal liefern. Die Möglichkeit, nun ausgerechnet im Lokalderby die Trendwende hinzubekommen, ist groß. Denn mit dem TV Kapellen gastiert ein aktuell formschwacher Rivale, der sich am vergangenen Wochenende bei der peinlichen 21:35-Heimpleite gegen den TV Schwafheim bis auf die Knochen blamiert hat.

Die TVK-Mannschaft hat sich jüngst in einem desolaten Zustand präsentiert. Die Niederlage allein schmerzt schon sehr. Aber die Blau-Weißen haben sich vom TV Schwafheim schlichtweg vorführen lassen und sich nicht gewehrt. Ob der Verein nun mit reichlich Wut im Bauch in Lintfort antritt, bleibt abzuwarten. Fakt ist aber: TVK-Trainer Martin Gräfen will eine andere Körpersprache und Herangehensweise sehen. „Ich erwarte eine deutliche Reaktion von meiner Mannschaft mit einer mutigen und engagierten Einstellung. Wir wissen, der TuS Lintfort wird an sein kämpferisches Limit gehen, und da müssen meine Jungs einfach dagegenhalten. Einen Favoriten sehe ich nicht“, so Gräfen.
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Kapellen muss erneut auf drei wichtige Stammkräfte verzichten: Torwart Lukas Kempken befindet sich weiterhin im Urlaub, Daniel Feltgen fällt mit Knieproblemen aus und auch Deckungschef Nils Deinert ist verhindert.



