Den Sonntag verbrachte Sven Schützek mal ganz entspannt und fußballfrei. Die Arbeit war ja getan. Mit einem 5:2 (2:1)-Sieg gegen den Abstiegskandidaten Hamborn 07 hatten die Kicker des Landesligisten SV Scherpenberg bereits am Freitagabend ihre Pflicht erfüllt und sich zumindest für etwas weniger als 48 Stunden an die Tabellenspitze der Gruppe 2 gesetzt. Die Siege des ESC Rellinghausen (2:0 gegen die SG Essen-Schönebeck) und des SV Budberg (3:2 bei der DJK Katernberg) machten das aber erst einmal wieder zur Momentaufnahme.
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Ob die seit vielen Wochen im Keller feststeckenden Löwen aus dem Duisburger Norden nun für die aktuelle Form des Moerser Spitzenteams ein wirklicher Gradmesser waren, da herrschte auf beiden Seiten Uneinigkeit. Während Gästetrainerin Soumiya Bouhadi ihr Team phasenweise auf Augenhöhe mit den Hausherren sah, urteilte ihr Gegenüber Sven Schützek nachher: „Wenn wir hier acht Tore machen, ist das auch okay.“ Es dauerte freilich eine Weile, bis es erstmals im Kasten der Hamborner klingelte – und dafür brauchte es einen Handelfmeter, den der ehemalige Scherpenberger Nico Kuipers verursachte. Für Soumiya Bouhadi wurde er „bei einer Grätsche im Fallen angeschossen“, aber das reichte Schiedsrichter Tim Schausten zum Pfiff. Der Ex-Hamborner Vedad Music verwandelte in der 38. Minute.

Bis zur Pause ging es dann noch hoch her. Nach einem Fehlpass der Hausherren schalteten die Löwen blitzschnell und kamen durch Teoman Moustafa nur fünf Minuten später zum Ausgleich. Doch sie schafften es nicht, diesen Stand in die Kabine mitzunehmen. Praktisch mit dem Halbzeitpfiff brachte erneut Music die Scherpenberger in Führung. Die wollten nach Wiederbeginn konsequenter agieren, doch es gab gleich wieder die kalte Dusche. Schon in der 52. Minute nutzte Gökdeniz Senlik für die Gäste einen Fehler im Spielaufbau zum abermaligen Ausgleich.
Gäste in Unterzahl
Es ist ungewiss, wie das Spiel bei personellem Gleichstand weiter verlaufen wäre. Nur drei Minuten später nämlich kassierte 07-Abwehrchef Nico Kuipers für ein Foul an Baha Arslanboga die gelb-rote Karte. Scherpenberg legte danach die Unterkühltheit eines Spitzenteams an den Tag und nutzte die Überzahl schnell zum 3:2 durch Emirhan Karaca (61.). Dass sein Team es danach nicht schaffte, die Partie frühzeitig für sich zu entscheiden, machte Sven Schützek vor allem an einer schlechten Chancenverwertung, gepaart mit einer starken Leistung des Hamborner Keepers Osman Calik, fest. Auch die eingewechselten Tevfik Kücükarslan und Nils Werner waren keine Sofortgaranten dafür, die drei Pflichtpunkte sicher nach Hause zu bringen. Erst in der 89. Minute, als die Hamborner ihre allerletzte Chance auf eine Überraschung suchten, machte Baha Arslanboga mit dem 4:2 alles klar. Tief in der Nachspielzeit legte „Toffi“ Kücükarslan dann noch den fünften Treffer nach.
Auch am nächsten Spieltag legt der SV Scherpenberg wieder vor. Während die Konkurrenten an der Tabellenspitze durchweg am Gründonnerstag kicken, sind die Moerser schon am Mittwoch um 19 Uhr in Hattingen bei den Sportfreunden Niederwenigern zu Gast. „Da werden wir eine Schüppe drauflegen müssen“, ist sich Sven Schützek sicher, der nach den Ostertagen auch eine Entscheidung über den Trainerposten für die kommende Saison treffen will.
Scherpenberg: Reck – Bugra Arslanboga (70. Wastian), Saiti, Williams, Kapuscinski – Karaca (90./+2 Tietz), Kaan Terzi (85. Ogansuyi) – Derikx (75. Kücükarslan), Baha Arslanboga, Kretschmer – Music (82. Werner).



