Neben der bekannt nervlichen Belastung kommt jetzt auch noch der Reisestress hinzu: Es geht zur Ostsee nach Mecklenburg-Vorpommern. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort werden für den Trip etlichen Stunden benötigen, ehe nach gut 580 Kilometern Wegstrecke das Ziel in Rostock erreicht ist. Auf das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein wartet dort ein interessantes Kräftemessen mit den heimischen „Rostock Dolphins“. Der Anpfiff in der Fiete-Reder-Sporthalle ist Samstag um 18.30 Uhr.

Auf den TuS Lintfort wartet eine zeitintensive Anreise an die Ostsee

Die Möglichkeiten des TuS Lintfort (7:35 Punkte), endlich die rasante Talfahrt zu stoppen, werden immer weniger. Aber die Gäste vom linken Niederrhein treffen diesmal auf einen Gegner, mit ähnlichen Voraussetzungen und Niveau. Allerdings mit einem kleinen, aber entscheidenden Unterschied: Rostock hat bereits 12:30 Zähler auf der Habenseite.

2. Handball-Bundesliga: TuS Lintfort - HSG Freiburg
Setzt zu wenig Akzente beim TuS Lintfort im Rückraum: Vakare Damuleviciute (mit Ball). © FUNKE Foto Services | Arnulf Stoffel

Was die beiden Kellerkinder allerdings eint, ist die seit Wochen anhaltende Erfolglosigkeit. Der letzte TuS-Sieg ist auf den den 15. November 2025 (24:21 gegen Waiblingen) datiert – seitdem gab es 1:23 Punkte. Und auch Rostock hat sich zuletzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert. 0:16 Punkte sind ebenfalls eine krasse Negativserie.

Auch in Rostock läuft es derzeit nicht rund: Die Dolphins sind seit acht Spieltagen ohne Punkt

„Mein Glaube an meine Mannschaft ist nach wie vor ungebrochen“, betont TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein: „Aber ich weiß auch: Wir sollten uns schnellstmöglich mal belohnen“. Was der TuS Lintfort am Samstag allerdings am meisten benötigt, ist Konstanz. Knapp gefolgt von Kampfkraft. Es reicht einfach nicht, wenn die Mannschaft nur in Phasen „ordentlichen Handball“ anbietet.

Kamp-Lintfort: 2. Handball-Bundesliga, Frauen: TuS Lintfort – Bergischer HC
Steht komplett hinter ihrer Mannschaft: Trainerin Bettina Grenz-Klein vom TuS Lintfort.© FUNKE Foto Services | Karl Banski

Die Diskrepanz zwischen Erfolg und Misserfolg ist mittlerweile viel zu groß. Wenn die TuS-Spielerinnen einmal nach Schwächephasen „am Boden liegen“, stehen sie nicht mehr auf. Wichtig wird in Rostock sein, mit welcher Körpersprache man bei der Defensivarbeit zu Werke geht. Hier müssen Jana Willing, Yara Vlaswinkel, Nathalie Corsten und hoffentlich nach ihrer überstandenen Verletzung auch wieder Insa Weisz klare Signale an die gegnerische Offensive senden.

Die Deckung des TuS Lintfort muss klare Signale aussenden

Eine, die unbedingt und ganz schnell zu alter Top-Form zurückfinden muss, ist Svenja Rottwinkel. Die Haupttorschützin, die zuletzt gegen Freiburg schwächelte, ist die zentrale Persönlichkeit in der Offensive und schlichtweg nicht zu ersetzen. Aber der TuS Lintfort wird nur als Kollektiv an der Ostsee bestehen können, mit einer dringend benötigten konsequenten Trefferausbeute und wenigen technischen Unzulänglichkeiten.

2. Handball-Bundesliga der Frauen, TuS Lintfort - TG Nürtingen
TuS Lintforts Torfrau Senanur Gün fehlt am Samstag in Rostock aus familiären Gründen.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

„Ich sehe eine durchaus realistische Chance, in Rostock zu bestehen“, beschließt Trainerin Grenz-Klein: „Ich finde, als Zweitligist sollte man immer den eigenen Anspruch haben, den drohenden Abstieg aus eigener Kraft zu verhindern. Noch ist alles möglich.“ Der TuS Lintfort tritt das Auswärtsspiel allerdings ohne Senanur Gün an. Die Torfrau ist wegen familiärer Gründe verhindert.