Der TuS Lintfort hat sich wochenlang mit Leibeskräften gegen den immer wieder drohenden Absturz auf die Abstiegsränge erfolgreich gestemmt. Nun allerdings ist es passiert: Die Zweitliga-Handballerinnen nehmen aktuell einen dieser „ungeliebten Plätze“ ein und müssten, wenn die Mannschaft um Trainerin Bettina Grenz-Klein an dieser heiklen Notlage nicht bald etwas ändern, in die 3. Liga absteigen. Der TuS Lintfort hat aber trotz der neuerlichen, mittlerweile achten Niederlage in Serie beim schweren Auswärtsspiel bei den Füchsen Berlin eine gar nicht mal so schlechte Vorstellung abgeliefert. Im Gegenteil. Der Gast vom linken Niederrhein präsentierte sich über weite Strecken wach und mutig. Dass die 27:37 (11:15)-Niederlage im „Fuxxbau“ am Ende dennoch so deutlich ausgefallen ist, lag unter anderem daran, dass der TuS Lintfort in der Schlussphase viel Risiko ging und auf die siebte Feldspielerin zurückgriff.
Der TuS Lintfort präsentierte sich in der Startphase im „Fuxxbau“ selbstbewusst
Der TuS Lintfort brachte mit dem Anpfiff eine gute Energie auf die „Platte“. Das Team zeigte in der Defensive die nötige Aggressivität und leistete die dazugehörige Laufarbeit oder wie Trainerin Bettina Grenz-Klein es ausdrückte: „Wir sind die Gegenspielerinnen gut angegangen. Mein Team ist mutig in Erscheinung getreten.“ Als ein sicherer Rückhalt erwies sich diesmal Anita Polackova. Die junge tschechische Torfrau war gleich etliche Male zur Stelle.

Das Niveau der Partie gestaltete sich allerdings nur durchwachsen, dafür agierten beide Offensivreihen zu fehlerbehaftet. Für den TuS Lintfort ist der Auftritt dennoch als ein Erfolg zu werten – ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Denn die Gäste schafften es immerhin über einen langen Zeitraum, einen Aufstiegskandidaten auf ihre Augenhöhe herunter zu ziehen. Deshalb wuchs in der TuS-Truppe auch minütlich das Selbstvertrauen. Das Team lag in der 22. Minute durch einen Treffer von Svenja Rottwinkel sogar mit 10:8 vorn.
So haben sie gespielt
TuS Lintfort: Anita Polackova, Neele Brandt – Alea Mattig 5, Nathalie Corsten 1, Lynn Broders, Jana Willing 2, Rieke Rosner 1, Sydney Lupisella 1, Vakare Damuleviciute, Femke Kleijkers 3, Yara Vlaswinkel 2, Svenja Rottwinkel 8/4, Eva Manthei, Leonie Udaw 4.
So geht es weiter: Der TuS Lintfort empfängt am 15. Februar, zum regionalen Zweitliga-Derby den Bergischen HC. Die Partie wird am Karnevalssonntag um 16 Uhr in der Eyller Sporthalle angepfiffen.
Der TuS Lintfort führte sogar noch mit 10:8
Doch die erfreuliche Präsenz auf dem Spielfeld fand dann ein abruptes Ende: Berlin nahm nötige Maßnahmen in der Verteidigung vor, der TuS Lintfort wusste mit der neuen Begebenheit überhaupt nicht umzugehen. „Dieser Einbruch darf in dieser krassen Form einfach nicht passieren“, ärgerte sich Bettina Grenz-Klein. „Wir waren in dieser Phase überhaupt nicht flexibel, hatten keine zügigen Lösungen parat.“ Die „Spreefüxxe“ nutzten den labilen Durchhänger des Gegners eiskalt aus, brauchten nur auf die Patzer warten und konnten selbst völlig stressfrei „einnetzen“. Erst Leonie Udaw beendete sieben Sekunden vor dem Halbzeitpfiff die schlimme TuS-Durststecke.

Der TuS Lintfort sammelte in der Pause neue Kräfte und agierte in seinem Auftritt nach dem Seitenwechsel wieder deutlich stabiler. Das Team kämpfte aufopferungsvoll in der Deckung, generierte Ballgewinne und schaffte mit viel Engagement wieder den Anschluss (16:17 und 17:18). Lintfort „biss“ sich fest, blieb bis zum 20:23 (44.) dran. Dann allerdings ließen die Spreefüxxe abermals die Muskeln spielen und rückten das Kräfteverhältnis in souveräner Manier zurecht (29:22/50.).
„Das Ergebnis spiegelt nicht den wahren Spielverlauf wider“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein nach dem Abpfiff. „Ich habe die siebte Feldspielerin gebracht, weil wir diese Variante in den kommenden Wochen noch öfter benötigen werden. Es war eine sichtbare Steigerung in der Abwehr zu sehen, auch im Angriff sind uns weniger Fehler unterlaufen.“


