Der TuS Lintfort bleibt weiterhin ein Punktelieferant: Die Zweitliga-Handballerinnen sind schon seit Wochen ziemlich weit weg von ihrer Normalform. Es läuft wenig zusammen – selbst so wichtige Grundlagen wie die läuferische und kämpferische Einstellung greifen immer nur in Phasen. Und die nunmehr sechste – mal wieder heftige – Niederlage in Folge nagt extrem am Selbstbewusstsein. Es gibt sicherlich vieles zu bemängeln, aber trotz aller Kritik sollte man auch nicht vergessen, dass zumindest die letzten drei Top-Gegner und Aufstiegskandidaten für die Mannschaft vom linken Niederrhein einfach nicht „machbar“ waren. Somit ging auch diesmal die Leistungsschere erneut ganz weit auseinander. Das Team von Trainerin Bettina Grenz-Klein unterlag daheim dem Starensemble der TG Nürtingen klar und deutlich mit 19:34 (9:21). Für den TuS Lintfort ist nun die Hinrunde abgeschlossen und das Team rangiert weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz. Gleichwohl ist das Tabellenbild auch trügerisch. Denn die Kellerkinder aus Kirchhof haben noch ein Nachholspiel zu absolvieren – Buchholz-Rosengarten gar noch zwei Partien.

TuS Lintfort: Auch diesmal gegen die TG Nürtingen ging die Leistungsschere krass auseinander

Bettina Grenz-Klein hatte bereits im Vorfeld der Begegnung gegen diesen übermächtigen Gegner an den Mut und den Kampfgeist ihrer Mannschaft appelliert. Ihre Botschaft schien zumindest in den knapp ersten zehn Minuten angekommen zu sein. Die Mannschaft brachte eine durchaus positive Energie aufs Parkett, ging ihre Gegenspielerinnen beherzt an und suchte in der Offensive den direkten Weg zum Tor. Lintfort überraschte. Beim Spielstand von 5:5 (9.) wunderten sich die allerdings diesmal nur knapp 100 Fans noch über ihr Team. Aber das positive Bild wurde in den folgenden Minuten knallhart wieder über Bord geworfen.

2. Handball-Bundesliga der Frauen, TuS Lintfort - TG Nürtingen
Leonie Udaw (mit Ball) war die beste TuS-Spielerin in der Startphase. Nora Erhardt (Nummer 14) packt hier knallhart zu.© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

Der TuS verfiel in alte, ganz schlimme Muster. Das Team überdrehte, ließ sich zu schwach vorbereiteten Würfen hinreißen oder patzte im technischen Bereich. Insbesondere die hohe Anzahl der Abspielfehler war haarsträubend. Nürtingen musste gar nicht viel tun, einzig nur artig auf Lintforter „Geschenke“ warten, um selbst – zumeist über die erste oder zweite Welle – zum Torerfolg zu kommen. Die Gäste aus der Nähe von Stuttgart führten in der 19. Minute daher uneinholbar mit 14:5. Der TuS war gebrochen, die Partie entschieden. Trainerin Bettina Grenz-Klein waren aus personeller Hinsicht sicherlich die Hände gebunden. Es fehlten schlichtweg die Alternativen zum Wechseln. Insa Weisz wird, wie berichtet, nach ihrer Fingeroperation noch länger ausfallen, auch Eva Manthei (Grippe) und Alea Mattig (Sprunggelenk) standen nicht im Aufgebot. Aber auch die Neuzugänge Femke Kleijkers und Vakare Damuleviciute können das TuS-Spiel qualitativ noch nicht anheben.

So geht es weiter

Der TuS Lintfort hat zum Auftakt der Rückrunde gleich wieder ein Heimspiel. Am kommenden Sonntag um 16 Uhr in der Eyller Sporthalle kommt es dann zum Aufeinandertreffen zweier Kellerkinder. Zu Gast ist dann HL Buchholz-Rosengarten.

Die Stimmung blieb auch nach dem Seitenwechsel irgendwie merkwürdig und gedrückt, der TuS-Auftritt weiterhin zittrig und fehlerbehaftet. Insbesondere in der Offensive lief gar nichts zusammen. Abläufe griffen nicht, viele Einzelaktionen reihten sich aneinander. Das Team erzielte bis zur 45. Minute gerade mal zwei weitere Tore. Der Schlusspfiff war dann wohl für alle Beteiligten auch eine Erlösung. Für die TuS-Spielerinnen war nun die Qual zu Ende – Nürtingen konnte mit zwei leicht erkämpften Punkten die lange Heimreise antreten.

2. Handball-Bundesliga der Frauen, TuS Lintfort - TG Nürtingen
Reibt sich zu oft in Einzelaktionen auf: Vakare Damuleviciute (rechts).© FUNKE Foto Services | Oleksandr Voskresenskyi

„Wir wollten uns mutiger, aber vor allem besser als zuletzt präsentieren. Das ist uns bis auf die ersten zehn Minuten nicht gelungen“, so eine enttäuschte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein.

TuS Lintfort: Senanur Gün, Anita Polackova, Neele Brandt – Nathalie Corsten 1, Lynn Broders 1, Jana Willing 3, Rieke Rosner 4, Sydney Lupisella, Vakare Damuleviciute 1, Femke Kleijkers 2, Yara Vlaswinkel 1, Svenja Rottwinkel 4/1, Leonie Udaw 2.