Es kommt selten vor, dass die Wetterverhältnisse auch im Volleyball ihren Tribut einfordern. Das Zweitliga-Team des Moerser SC brauchte am Samstag für die fast 600 Kilometer lange Strecke zum Mitaufsteiger SV Lindow-Gransee wegen winterlicher Verkehrsverhältnisse, einem Lkw-Unfall auf der Autobahn und diversen Staus satte zwölf Busstunden. Der erste Aufschlag in der kleinen Dreifelderhalle in Gransee erfolgte am Samstagabend mit gut einer Stunde Verspätung. Nach starker Startphase merkte man den Adlern an, dass die Bustour in den Kleidern steckte. Die Partie endete beim 1:3 (25:15, 20:25, 21:25, 18:25) im Frust.
Moerser SC erwartet TuB Bocholt am kommenden Samstag
Die sportliche Lage beim Schlusslicht bleibt vor dem Heimspiel am kommenden Samstag (19.30 Uhr, Enni-Sportpark) gegen den TuB Bocholt damit prekär. In Brandenburg waren die Moerser Adler, die kurzfristig auf den erkrankten Außenangreifer Luca Wagner verzichten mussten, am Samstagabend zunächst voll im Geschehen. Die Neuzugänge Jakub Petras und Enrico Scarpi, aber auch Lukas Schattenberg punkteten scheinbar nach Belieben. Lindow-Gransee bekam kaum einen Ball zu fassen. Das klare 25:15 im ersten Satz für die Gäste sollte allerdings nicht die weitere Richtung des Treffens weisen.

Im Gegenteil. Das Team des 280-maligen Nationalspielers Björn Andrae stellte sich nun besser auf den Gegner vom Niederrhein ein. Im von Aufschlagfehlern auf beiden Seiten durchsetzten zweiten Satz verlor der MSC schleichend den Fokus, hatte Probleme in der Annahme, wirkte im Angriff zunehmend hektisch. Die Gastgeber kamen mit einem verbesserten Blockspiel mehr und mehr ins Match. Zwei schnelle Auszeiten von Trainer Rieskamp und auch ein Wechsel auf der Mittelblockerposition von Tobias Tanneberger auf Luis Bartsch konnten nicht verhindern, dass Lindow-Gransee nach 12:12 plötzlich auf 18:13 davonzog und den Vorsprung dann auch ins Ziel brachte.
Beim Moerser SC löst auch Jakub Petras einige Fahrkarten
Ähnlich verlief Satz drei. Der MSC war hier bis zur eigenen 12:10-Führung recht gut unterwegs. Doch dann gab es wieder Patzer. Auffällig: Punktegarant Jakub Petras leistete sich drei Fahrkarten, die das Match dann stetig kippen ließen. Bis 20:22 schien Moers zumindest noch auf Tuchfühlung, ehe Lindow beherzt den ersten Pluspunkt erspielte.

Das sorgte mit der anstrengenden Busfahrt in den Beinen nicht gerade für Hochstimmung auf Moerser Seite. Im vierten Satz war dann schlicht die Luft raus. Coach Rieskamp wechselte nun, um irgendwie noch Leben aufs Parkett zu bekommen. Nico Haug ersetzte Fabio Bertea als Zuspieler, dazu kam Jona Pukownik für Enrico Scarpi auf Annahme/Außen. Doch die Messe war nach schnellem 2:7-Rückstand zügig gesungen.
Moerser SC muss weiter an den Defiziten arbeiten
„Die Jungs haben alles gegeben, da kann ich niemandem einen Vorwurf machen. Lindow-Gransee war letztlich abgezockter und cleverer. Am Ende haben uns auch die Busstunden in den Knochen gesteckt. Wir müssen weiter an unseren Defiziten arbeiten“, stellte Trainer Hendrik Rieskamp zerknirscht fest. Der hatte trotz Frust auch noch ein Kompliment parat: „Unser Busfahrer Erwin Hannemann und sein Team haben uns trotz allem sicher ans Ziel gebracht. Das ist nicht selbstverständlich und hat ein großes Lob verdient.“
MSC-Start-Sechs: Bertea, T. Tanneberger, Scarpi, Ihde, Schattenberg, Petras; Libero: Illmer - eingewechselt: Bartsch, Pricken, Haug, Pukownik.


